Das Deutsche Institut für Wirtschaft geht davon aus, dass auch die meisten Rumänen und Bulgaren wegen einer Beschäftigung nach Deutschland kommen. Die Suchenden will nach eigenen Aussagen auch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich schützen. Vor den negativen Auswirkungen dessen, was die Armutseinwanderung anrichtet. Vielleicht auch vor den Vorschlägen des britischen Premiers David Cameron, der die Einschränkung der Arbeitnehmerfreizügigkeit vorgeschlagen hat. Jedenfalls will Friedrich, dass die EU-Kommission etwas gegen die Armutsflüchtlinge in Deutschland unternimmt. Die Kommission kontert und sagt: Das ist eine nationale Angelegenheit. Darauf droht Friedrich, außerhalb des EU-Rahmens internationale Lösungen zu suchen.
Welche Lösungen eigentlich? Friedrich fällt dazu ein, dass in den Herkunftsländern die EU-Mittel zur Verbesserung der Lebenssituation nicht zweckentsprechend verwendet werden. Spätestens an dieser Stelle ist klar, dass es Friedrich im Wesentlichen um die zugewanderten Roma geht. Und um die Zuwanderung in das Hartz-IV-System. Auch die deutschen Städte und Gemeinden hatten sich ja beklagt.
Es ist gar nicht zu bestreiten, dass es einen Missbrauch der Sozialsysteme gibt. Ganz sicher muss der deutsche Innenminister deswegen aber nicht vor der EU-Kommission den deutschen Kraftmeier spielen. Von der EU profitiert vor allem Deutschland. Wir exportieren unsere Waren und importieren, wenn es irgendwie geht, die besten Köpfe. Nicht zuletzt aus den armen Mitgliedsländern. Wir wollen uns frei in Europa bewegen. Die Anderen auch. Das müssen wir aushalten. Was nicht heißt, dass jeder Hartz IV bekommen muss. Aber das lässt sich auch ohne TamTam regeln.