Die Frage ist nur: wie? Eckhart unter Polizeischutz auftreten lassen? Die Kommentar-Foren in den Medien schließen? Zwangsschulungen in Rosenbergs "Gewaltfreier Kommunikation" für Hasskommentatoren? Selbstwahrnehmungstrainings für Kulturveranstalter und Vorsitzende von politischen Interessengruppen?
Eine Antwort darauf hat der Kabarettist Florian Schroeder gegeben. Eine ziemlich kluge, denn er argumentiert nicht moralisch, führt niemanden vor, sondern zeigt in einer Art Improvisationstheater, was Meinungsfreiheit ist – auf der Bühne der Stuttgarter "Querdenken"-Demo. Sein Handwerkszeug dabei ist Ironie; eine freundliche Ironie, die man nicht unbedingt als solche erkennt – das Gegenteil von Eckharts österreichischer Scharfzüngigkeit.
Es fing an mit Schroeders Auftritt bei "NDR Comedy spezial" im Juli, wo er mit ernster Miene erzählte, dass Christian Drosten kein Wissenschaftler sei, sondern ein Diktator, was er nur auf dieser Bühne sagen könne, weil alle in ihrer Corona-Hysterie nach Hause gegangen seien mit ihren Masken.  Obwohl die ganze Zeit das Wort "Comedy" eingeblendet wurde, erhielt er viel virtuelle Zustimmung: "Endlich hat mal jemand den Mut, das auszusprechen."  Schröder wurde eingeladen, auf die Bühne der Querdenken-Demos. Dort ruft er: "Wollt ihr die totale Meinungsfreiheit?" Jubel. Er fährt fort: "Dann muss ich euch jetzt mit etwas konfrontieren: Ich bin der Meinung, dass Masken und Abstandhalten das Beste ist, was wir in diesen Tagen machen können."
So führt Schroeder mit den Mitteln der Ironie einen der Dreh- und Angelpunkte der gesellschaftlichen Verhärtung auch für Medienskeptiker vor: das Unvermögen, sich und die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Aber die Querdenker verstehen keinen Spaß. So tritt er ab mit den Worten: "Danke! Ich hatte schon befürchtet, es gebe zu wenig Buhrufe!"