Würdevoll soll es sein, praktikabel und natürlich auch bezahlbar. Beim Abklopfen der Optionen landen manche Familien bei der Beschäftigung einer Hilfskraft zumeist aus Osteuropa. In angeblich neun von zehn Fällen werden diese dann schwarz und in bar bezahlt. Oder es wird auf im Netz kursierende Billig-Offerten eingegangen, die ebenfalls weder legal noch für die Pflegekräfte fair sind. Und selbst redliche Anbieter sehen sich nicht in der Lage, ein funktionierendes Angebot zu machen, das mit dem Arbeitszeitgesetz konform geht.
Vor diesem Dilemma darf die Politik nicht länger die Augen verschließen. Ziel sollte eine Win-Win-Situation für die Familien und für die Helferinnen sein. Über den Weg dahin muss offen diskutiert werden. Wer Pflegekräfte unversichert schwarz arbeiten lässt, macht sich strafbar und agiert moralisch höchst fragwürdig. Eine faire Beschäftigung hingegen ist durchaus im Interesse mancher Frauen aus Osteuropa. Es wäre also falsch, dieses Pflege-Modell für tabu zu erklären oder mit Auflagen praktisch unmöglich zu machen. Klar ist aber auch: Gesetzeskonform und fair ausgestaltet, ist es am Ende eine ziemlich teure Betreuungsform.