Die Stimmung ist entsprechend schlecht. Nur noch unverwüstliche Optimisten halten die Vision einer SPD-geführten Bundesregierung zusammen mit Grünen und Linken für möglich. Die Partei wirkt auf die Wähler wenig überzeugend, sie glänzt und sie begeistert nicht. Ob nun eine Kanzlerkandidatur des grunddrögen und in der SPD selbst nicht gerade geliebten Olaf Scholz das ändern kann, darf man bezweifeln.
Doch ganz aussichtslos ist die Lage nicht. Der SPD könnte es tatsächlich im kommenden Jahr gelingen, ein gewisses Feuer zu entfachen. Dazu müssen drei Frauen die Wahlen in ihren Bundesländern gewinnen: Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz, Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern und Franziska Giffey in Berlin. Eine solche Siegesstrecke würde dann auch die Bundes-SPD beflügeln – und die Frage, wer die SPD in die Zukunft führt, womöglich auch beantwortet: eine junge Frau aus dem Osten.