Es wäre ganz einfach, die Cottbuser Foto-Entgleisung wegzumoderieren und darauf zu vertrauen, dass die interne Revision den Fall aufarbeitet und die richtigen Schlüsse zieht. Aber leider muss man befürchten, dass der Polizeiführung Wille oder Kraft fehlen, den klaren Worten nun Taten folgen zu lassen. Erinnert sei an den Skandal vom Frühjahr dieses Jahres, als bekannt wurde, dass der Staatsschutz in Frankfurt (Oder) zwei Jahre lang völlig absurde, offensichtlich politisch motivierte Ermittlungen gegen Grünen-Politiker führte. Die interne Revision der Polizei hatte daran nichts auszusetzen.
Dieses Nicht-Durchgreifen spricht sich im Apparat herum und ermutigt auch andere, Grenzen zu überschreiten. Die neun Cottbuser Beamten wussten genau, was sie tun, als sie vor jener Wand posierten. Das ist das Erschreckende an diesem Fall: Sie haben sich das getraut. Grundprinzipien ihres Jobs sind ihnen offenbar gleichgültig. Und Angst vor Strafe haben sie auch nicht.