Dem von vielen Feinden umzingelten einzigen demokratischen Staat der Gegend dürfte dieser Schritt ein wenig mehr Sicherheit bringen, auch wenn die Emirate damit noch längst nicht zu einem Verbündeten werden. Weitere Länder könnten folgen.
Als die Verlierer dieses Deals bleiben die Palästinenser zurück. Ihr Faustpfand – arabische Staaten lassen sich auf einen Handel mit Israel erst dann ein, wenn die Palästinenserfrage geklärt ist – gleitet ihnen mit der Vereinbarung aus den Fingern. Denn längst ist ihr Konflikt nicht mehr der zentrale Streitpunkt im Nahen Osten. Es geht jetzt um strategische Fragen: das Ringen der arabischen Staaten mit dem Iran um die Macht in der Region, den Einfluss der Muslimbruderschaft auf die Politik oder die Vorherrschaft in den Konflikten in Syrien und Li­byen.
Außenstehende könnten nun mutmaßen, dass nach dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" eine Annäherung von Palästinensern und dem Iran bevorsteht. Aber dem stehen nicht nur die Hürden einer unterschiedlichen religiösen Ausrichtung im Weg. Letztlich könnte Teheran dem Volk ohne eigenen Staat wenig anbieten: als Vermittler fällt der Iran aus, ihm fehlt Geld, und letztlich würden die Palästinenser mit einem solchen Schritt ihre Unterstützer in Europa und den Golfstaaten vergrätzen. Ihnen droht ein langsames politisches Aushungern.