Das ist schon eine sehr spezielle, nahezu absurde Situation an der deutsch-polnischen Grenze: Während die Brücken über Oder und Neiße schon seit Mitte Juni für alle Menschen – unter anderem also auch für Diebe und Einbrecher – wieder geöffnet sind, dürfen ausgerechnet polnische Polizisten nicht mehr gemeinsam mit ihren hiesigen Kollegen Streifen und andere Einsätze absolvieren.

Lehren aus der Krise

Diese Einschränkung wird vom polnischen Innenministerium als Schutzmaßnahme gegen die Coronaviren deklariert. Da trifft es sich ja ganz gut, dass am Donnerstag die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen sowie Vertreter aus Mecklenburg-Vorpommern und Berlin im Rahmen der sogenannten „Oder-Partnerschaft“ mit
Politikern der polnischen Grenzregion über Lehren aus der Corona-Krise sprechen wollen. Dass während der Grenzschließungen von März bis Juni zahlreiche Verbindungen zwischen den Nachbarländern zusammenbrachen, war ja schon schmerzhaft registriert worden. Aber jetzt sollte die Kooperation der Sicherheitsbehörden doch rasch
wieder auf den Zustand vor Corona gebracht werden.