Die Tatsache, dass zu Beginn der Krise sehr viele Menschen zum Arzt gegangen sind, weil sie befürchteten, auch angesteckt zu sein, und später die Praxen immer leerer wurden, weil man Angst hatte, sich gerade dort zu infizieren, ist nur ein Beleg dafür.
Wir alle haben erlebt, was es bedeutet, wenn man nicht mehr spontan zu Freunden, ins Kino, die Kneipe, in den Klub oder Sportverein gehen kann. Und für eine bestimmte Zeit haben wir sogar gefürchtet, dass unser Leben nie mehr so sein würde wie früher.
Was aber folgt nun daraus? Der Versuch, das seit März Erlebte einfach nur zu verdrängen und wieder in die Vollen zu gehen, ist sicher nicht der richtige Weg. Jeder könnte für sich Schlussfolgerungen ziehen, was für sie oder ihn wirklich wichtig ist, wofür es sich lohnt, seine Kraft einzusetzen, und was im früheren Leben überflüssig oder gar sinnlos war. Das müssen im Einzelnen gar keine großen Dinge sein. Die Erkenntnis, wie verletzlich und wertvoll unser "normales" Leben eigentlich ist, hilft schon weiter.
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