Corona-Solidarität von jüngeren für ältere Menschen im Austausch für Solidarität bei der Bekämpfung des Klimawandels: Die Forderung nach dieser Art Generationenvertrag des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung klingt interessant, lässt aber Fragen offen. Denn auch wenn Kritik an unserem anderen Generationenvertrag, dem Rentensystem, angemessen ist, die vereinfachte Gleichung "Geld rein, Geld raus" ist nachvollziehbar. Solidarität hingegen ist eine Einstellung. Wie macht man so eine Abmachung greifbar? Gibt es eine gesetzliche Umsetzung? Was passiert bei Verstößen gegen eine solche besondere Abmachung?
Ein Schwarzweiß-Denken des Vorschlages kommt noch dazu: Nur Jüngere halten also keinen Abstand, nur Ältere tragen zum Klimawandel bei? Wer sich umschaut, wird feststellen, dass sich "unsolidarisches" Verhalten durch alle Altersgruppen zieht. Es gibt 60-jährige Maskenverweigerer und 20-Jährige, die innerdeutsch fliegen. Beides sind Probleme, die einen ganzheitlichen gesellschaftlichen Ansatz erfordern und kein Feilschen wie auf dem Markt.