Dabei hat Spahn im Grunde sogar Recht. Hartz IV und die 4,77 Euro, die darin fürs Essen vorgesehen sind, reichen, um satt zu werden. Das aber noch einmal herauszustellen, verkennt das Wesen der Tafeln. Denn wenn mal die Brille runterfällt oder gleich die Waschmaschine kaputt geht, wird es schon eng. Und selbst wenn das nicht passiert: Nichts daran ist falsch, zur Tafel zu gehen, um sich von dem ersparten Geld etwas finanzielle Luft zu verschaffen.
Das aber interessiert Jens Spahn überhaupt nicht. Ihm geht es nicht um die Höhe von Hartz IV, nicht um eine Verteidigung des deutschen Sozialsystems. Er will auch nicht die Mitarbeiter der Essener Tafel verteidigen. Spahn behauptet zwar, die Debatte über den Essener Aufnahmestopp für Ausländer zu kritisieren. In Wahrheit verlängert er sie aber, um als rechter Hardliner in der CDU dastehen zu können. Von dieser Provokation profitiert genau einer: Jens Spahn.