Denn kein System ist perfekt, immer wieder kommt es zu Fehleinschätzungen, sei es aus Inkompetenz oder Überlastung. Da die Auswirkungen für Kinder und Jugendliche dramatisch sein können, muss nach Vorfällen wie jenem im Barnim jeder Stein umgedreht werden. Hinzu kommt: Das Publikum weiß, dass nur wenige als problematisch einzustufende Fälle überhaupt öffentlich bekannt werden, da die Verantwortlichen wie auch jetzt in Eberswalde so lange und so gut es geht mauern. Diese Taktik der Geheimhaltung sorgt in einer offenen Gesellschaft für Argwohn. Als hätten die Kreisverwaltungen und ihre Jugendämter etwas zu verbergen. Und am Ende entsteht womöglich der fatale und völlig falsche Eindruck, dass die Ämter ihre Arbeit grundsätzlich schlecht machen.
Aus diesem Dilemma kommen die Verwaltungen nur mit mehr Transparenz heraus. Indem sie ihre Arbeit besser erklären. Vom Publikum muss im Gegenzug erwartet werden, Verständnis für die Herausforderungen der Jugendhilfe aufzubringen und auf schnelle Schuldzuweisungen zu verzichten.