Die strengen Kontaktbeschränkungen während des Lockdowns wurden für einige Frauen und Kinder zum Ausnahmezustand. Eine aktuelle Studie der Technischen Universität München gibt an, dass 10,5 Prozent der Kinder und 7,5 Prozent der Frauen, die sich zu Hause in Quarantäne befanden, Opfer körperlicher Gewalt geworden sind. 3,6 Prozent der Frauen gaben an, von ihrem Ehemann oder Lebensgefährten vergewaltigt worden zu sein. Und auch wenn Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher am Mittwoch keine konkreten Zahlen für das Land Brandenburg bekannt gab, so berichten auch hier Frauenhäuser, Betreuungseinrichtungen und Jugendämter von einem starken Anstieg der Zahlen.
Es ist ein Trugschluss, zu denken, dass häusliche Gewalt nur in armen, bildungsfernen Familien stattfindet. Betroffen sind Frauen und Kinder aus allen Schichten. Und der Fokus darf nicht nur auf körperlicher Gewalt liegen. Auch Demütigungen, Drohungen und Beleidigungen zählen zu psychischer Gewalt, die Opfer leiden oft still, ihre Seelen nehmen Schaden. Hilfe für die Betroffenen ist nur die eine Seite. Es ist wichtig, dass die Täter bestraft werden. Denn die körperliche und seelische Unversehrtheit ist ein Grundrecht. Die Täter begehen eine Straftat.