Herr Heinrich, welche Anrede ist Ihnen am liebsten: Bernd Heinrich, Herr Graf oder einfach nur Graf?
Ich finde es immer noch unglaublich, wie sehr die Presse sich mit dem Namen beschäftigt, mit dem ich vor mittlerweile elf Jahren in die Öffentlichkeit gegangen bin ...
Wir sind eben neugierig. Die „Heimreise“-Tour begann Anfang Juni in Gelsenkirchen. Wie lief’s bislang?
Fantastisch! Die Stimmung war toll, und wir haben mit den Leuten richtig schön gefeiert.
Sie spielen die Tournee überwiegend unter freiem Himmel. Was ist der Reiz an Open-Air-Konzerten?
Die Weite und diese besondere Stimmung, die dadurch entsteht, dass du draußen an der frischen Luft bist. Der liebe Gott macht abends die Lichtshow, und es ist für mich auf der Bühne, aber auch für die Besucher noch mal etwas ganz Besonderes, Unheilig so zu erleben. Die Stimmung ist sehr intensiv. Ich lass’ mich da richtig reinfallen und genieße es einfach.
Verändern sich draußen die Unheilig-Shows?
Ja, aber nicht gravierend. Wir spielen hauptsächlich Lieder des Albums „Große Freiheit“, haben aber auch „Feuer-
engel“ im Gepäck und „Sage Ja“, aber ganz anders, als es viele vielleicht erwarten. Lasst Euch überraschen.
„Große Freiheit“ ist Ihr erstes Nummer-eins-Album. Hat Sie der Erfolg überrascht oder war der überfällig?
Man kann einen großen Erfolg nicht planen. Aber man kann hart arbeiten und seinen Weg immer weiter gehen. Ich bin überzeugt, dass man dann auch Erfolge verbucht. Wir haben uns mit Unheilig über viele Jahre eine Fangemeinde aufgebaut und dabei eine richtige Ochsentour durchgemacht. Dass wir jetzt so erfolgreich sind, konnte keiner ahnen. Aber letztlich war es eine tolle Weiterentwicklung. Ich bin sehr dankbar dafür.
Man macht es ja nie allen recht. Prompt kamen aus der Unheilig-Fanecke Vorwürfe, dass die „Große Freiheit“-Lieder zu massenkompatibel seien. Schielen Sie auf den Mainstream?
Nein, ich schiele in keine Ecke. Doch mir war schon immer klar, dass man die Musik von 
Unheilig nicht in eine Schublade stecken kann. Ich habe das Album „Große Freiheit“ ja nicht geschrieben und dabei gedacht, dass sich das jetzt 1,4 Millionen Mal verkaufen muss. Das ist einfach passiert.
Wann bringen Sie die nächste Platte heraus?
„Lichter der Stadt“ erscheint im Frühjahr 2012. Zwei Lieder des neuen Albums spielen wir schon jetzt bei den Open-Air-Konzerten.
Das Unheilig-Konzert am 6. August, ab 18.15 Uhr, auf der Kindl-Bühne Berlin-Wuhlheide ist ausverkauft. Das Zusatzkonzert gibt die Band am 7. August, ab 17.45 Uhr.