Janetzko hat sein Handwerk bei der "Ostkreuz"-Schule erlernt, fotografierte unter anderem in Palästina und Israel, in Kampala und Jerusalem. Janetzkos dokumentarische Bilder in Schwarz-Weiß strahlen eine besondere Kraft aus. 2014 erhielt er den Nachwuchsförderpreis der brandenburgischen Kulturministerin. Künstlerisch setzt sich der 1981 Geborene kritisch mit der Gesellschaft aus, da scheint das Abtauchen in die oberflächliche Glitzerwelt ungewöhnlich.
Für ihn ist das jedoch kein Widerspruch: "Ich habe das Glück zeitlose Bilder für die Ewigkeit, für die Archive zu machen", sagt Janetzko. Im Gegensatz zur Presse benötige er keinerlei Blickkontakt. "Ich suche den besonderen Moment. Man muss hoffen, etwas aus dem Chaos filtern." 2007 gewann er auf der Berlinale den Nachwuchswettbewerb "Close Up!", durfte anschließend in der C/O-Galerie ausstellen. Seitdem gehört Janetzko zum Team. "Die erste Zeit war ich extrem aufgeregt, konnte nichts essen und trinken." Das habe aber weniger an den Stars gelegen. Oft seien sie ihm sogar unbekannt. "Ich beobachte sie. Ich frage mich, wer ist diese Person wirklich. Alles kann passieren, und man ist Teil davon."
Die Berlinale ist nun Geschichte, und Janetzko wendet sich wieder seiner eigenen künstlerischen Arbeit zu. Gerade erst war er in Uganda und kehrt im März wieder zurück. Frauen stehen im Fokus seines Film- und Fotoprojekts. "Es sind starke Persönlichkeiten." Janetzko liebt es, Dinge über längere Zeit zu entwickeln, auch hierfür nimmt er sich ein Jahr. Der Unterschied zur Berlinale sei wie Tag und Nacht. "Ich mag die Mischung aus dieser Auftragsarbeit und eigenen Sachen." Das Filmfest sei zudem immer eine Art Auszeit für ihn. Und er will wiederkommen, allein das Zusammensein mit den zu Freunden gewordenen Kollegen ist es ihm wert. Sie seien wie eine Familie. Eine Familie, die das Gesicht der Berlinale prägt.