"So, wie man sie spielt, so kennt man Leute, und man erschrickt und merkt: So will man nicht sein", sagt in der anschließenden Gesprächsrunde Christoph Birke, einer der acht Mitspieler der "Jugendkunstschule der Fontanestadt Neuruppin". Mit ihrem "Theater ohne Bühne" gehört sie zu den Gründungsmitgliedern des die Theatertage ausrichtenden Brandenburgischen Amateurtheaterverbandes (BATV e. V.), war jedes Mal mit einem Stück vertreten und durfte die Eröffnung bestreiten.
Publikum und Darsteller auf Augenhöhe, das ist bei den Brandenburgischen Amateurtheatertagen, die alle zwei Jahre an einem anderen Ort stattfinden, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn Programm. Eine erhöhte Bühne als abgetrennten Raum braucht man nicht. Es wird am liebsten wie auf der Burg Storkow unmittelbar vor den in lockerer Formation und teilweise auch auf Bodenmatten sitzenden und liegenden Zuschauern agiert, und es wird nach den Aufführungen auch schnell einmal alles umgeräumt zu einer großen Gesprächsrunde mit dem Publikum.
Dabei geht es in erster Linie darum, ob die Zuschauer wirklich genau das empfunden und erkannt haben, was die Akteure vermitteln wollen, die ihre Stücke teils mit Hilfe von professionellen Theaterleuten, teils als Laien im Kollektiv erarbeiten. Auch nach der zeitgemäßen Aussage wird gefragt. Damit sind diese Amateurtheatertage, die am Sonntag zu Ende gingen, Workshops in Verbindung mit Aufführungen von "beeindruckender Qualität", wie Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst in ihrem Grußwort wertete.
Insgesamt gehören 23 Gruppen zum BATV. Sieben davon haben aktiv teilgenommen. Zu diesen gehören noch ""UNIATER" aus Potsdam, "Lumota" aus Waldesruh", die "Wortgießer" aus Schöneiche, das "Kleinen Theater Falkensee", das Jugendtheater "Strumpfhose" aus Bad Belzig sowie das Kinder- und Jugendtheater "Stolperdraht" Schwedt. Von weiteren fünf Gruppen waren Vertreter anwesend. Außerdem gab es diesmal zwei spielende Gastensembles: aus Polen das "Theater 6 i POL Kulturhaus Gryfino" und die "Gefährten der Nacht Storkow". Während sich Letztere Stadtgeschichten aus dem Mittelalter verschrieben haben und das Potsdamer "UNIATER" Geschichten um die Burg Storkow improvisierte, ging es bei allen anderen Gruppen um immer und überall aktuelle gesellschaftlich relevante Aussagen.