Zehn Jahre nach Bandgründung und vier Alben später wirkt das alles sehr professionell. Leider auch blutleer. Den Beats auf "Flätrate" fehlt der Druck. In den Texten geht es um Liebe, Sex und Party. Alles Themen mit denen Culcha Candela in den letzten Jahren erfolgreich waren.
Und genau das wollen sie mit ihrem neuen Album wieder: Hits wie "Hamma" oder "Monsta" werden mit einer Prise NDW und einem Hauch Rummeltechno recycelt, um auf Nummer sicher zu gehen. Sicher wird das als Auskopplungen wieder funktionieren. Auf einem Album fehlt es an Vielfalt und der Spirit geht verloren.
Ihre SoCa-Nummer "Von allein" hätte eine echte Partygranate werden können. Leider scheitert sie am Band-Konzept. Denn (fast) jeder darf bei den Songs mal ans Mikrofon. So kommt es zu den immer gleichen Wechseln in den Stücken. Geradlinigkeit geht verloren.
Hoffnung keimt auf, als mit "Rise and Shine" ein knackiger Dancehall-Beat aus dem Lautsprechern wummert. Beim einsetzenden Gesang stirbt sie auch gleich wieder. Verfremdet mit Auto-Tune klingt sie leblos roboterhaft. Vor zwei Jahren war dieser Effekt ein Renner unter den Produzenten. Irgendwann haben viele Stücke einfach zu gleich geklungen und der Auto-Tune-Trend war durch. Die Produzenten von Culcha Candela scheinen den Klang aber weiter zu mögen.
Nach vielen Runden im CD-Player wird "Flätrate" etwas besser. Dann drücken sich die Effekte nicht mehr so in den Vordergrund und die manchmal witzigen Textzeilen treten zu Tage. Rund ist das Album trotzdem nicht. Hier wurde einfach zu viel ausprobiert und der Song selbst blieb auf der Strecke.
Culcha Candela: Flätrate; Universal/Urban