Roland Schulz, der 1994 aus Freiburg im Breisgau nach Brandenburg zog und seit sieben Jahren in der Uckermark lebt, setzte sich mit seiner Erzählung "Der gebrochene Deich" gegen 45 weitere Autoren aus ganz Brandenburg durch. Die Jury, die von der Uckermärkischen Literaturgesellschaft benannt wird, überzeugte die gelungene Parabel über Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt. Von Hoffnungslosigkeit entmutigte Menschen in einem vom Hochwasser bedrohten Dorf am Fluss gibt der einzige Wunsch, ihre Heimat zu erhalten, wieder Mut und Kraft. In der Laudatio hob der vormalige Preisträger Roberto Fiedler aus Schwedt die Zeitlosigkeit der Erzählung hervor. Es habe erst eine nahende Katastrophe gebraucht, damit die Menschen wieder solidarisch zusammenrückten und sich der Kraft der Gemeinsamkeit bewusst wurden.
Der Ehm Welk-Literaturpreis wird seit 1992 alle zwei Jahre durch den Landrat des Landkreises Uckermark vergeben, um die Literatur in Brandenburg zu fördern und den humanistischen Heimatgedanken Ehm Welks lebendig zu halten. Am Wettbewerb dürfen Autoren mit Wohnsitz im Land Brandenburg mit Prosa und Lyrik teilnehmen.
Neben dem Preisträgerbeitrag von Roland Schulz hatte die Jury auch einige weitere gute literarische Arbeiten entdeckt, deren Autoren zu Lesungen oder Werkstätten der Uckermärkischen Literaturgesellschaft eingeladen werden sollen.