Jetzt aber steht – man muss sagen: vorerst – fest: Am 1. Oktober geht es los: Unter dem Titel "Die da drüben – Kleist & Konsorten" werden in Frankfurt elf Tage lang größere und kleine Inszenierungen, Lesungen, Konzerte und Ausstellungen zu erleben sein. Als Notfestival wollen die beiden Partner Kleist Forum und Kleist-Museum die Jubiläumsausgabe keinesfalls verstanden wissen. Eher im Gegenteil: Nie habe es mehr Eigenproduktionen gegeben, so Vogel. Und schon lange nicht mehr so viel Kleist, ergänzt Kollegin Anette Handke vom Museum.
Eröffnet werden die Festtage traditionell mit der Premiere des Gewinnerstücks des Kleist-Förderpreises – "Ein Berg, viele" von Magdalena Schreifel, inszeniert vom Schauspiel Leipzig (1.10.).

Elf Tage im Zeichen Kleists

Weitere Highlights sind ein Konzert mit Robert Stadlober und Band zu Texten von Stefan Heym, das in Frankfurt die Premiere erlebt (3.10.) und dann durch Deutschland tourt; ein Einblick in die Seele des zerquälten Dichters Kleist mit Hanns Jörg Krumpholz (4.10.);  eine "Amphitryon"-Inszenierung (10. und 11.10.) sowie eine, die "Die Verlobung in St. Domingo" auf rassistische Machtverhältnisse abklopft (6.10.). Sieben Stücke sind Ko- oder Eigenproduktionen, so Vogel; viele pflegen – den Corona-Auflagen folgend – eher die kleine Form. Solche Stücke für wenige Schauspieler, die auf einer große Bühne funktionieren (bis auf zwei Ausnahmen finden alle im Großen Saal statt), habe man kaum gefunden – und deswegen mehr selbst produziert als sonst, so Vogel. "Ungeahnte Kreativität" habe das freigesetzt.
Die zentrale Ausstellung des Kleist-Museums dreht sich um das "deutscheste aller Dramen" – Kleists "Herrmannsschlacht" (Vernissage 4.10.). Außerdem gibt es wieder eine Lesung Frankfurter Bürger, Schülerprojekte, einen Poetry Slam und viele weitere Veranstaltungen.
Ein Stück konkret zum Thema Corona gibt es nicht, aber das ganze Programm will  "neue Sichtweisen auf die Welt und unser Leben" öffnen, die sich infolge der Pandemie fundamental verändert hätten, wie es im Begleitheft heißt. Neben der Auseinandersetzung mit Identität und "dem Anderen" steht die Wiedervereinigung vor 30 Jahren im Zentrum.
Kleist-Festtage vom 1.-11.10.; Karten und Infos www.kleistfesttage.de