Für Harry Rowohlt ist Frank Schulz einer der Großmeister deutscher Komik. Seine „Hagener Trilogie“ hat viele Leser gefunden, die sich von der sprachlichen Kraft und dem norddeutschen trockenen Humor begeistert zeigten. Sein letzter Roman, „Das Ouzo-Orakel“ brachte diese Könnerschaft zur Vollendung.
Mit „Mehr Liebe“ stellt Schulz nicht mehr sein bekanntes Personal aus „Kolks Bräute“ ins Zentrum der Erzählung, sondern tatsächlich dieses wunderbare Gefühl, das die Kraft hat, alle Menschen zu verändern. Deshalb schreibt er davon, wie die Eifersucht nagt, wie das Lächeln einer Bäckersfrau der Sonnenschein sein oder wie ein verräterischer Zettel eine lange Beziehung zerstören kann.
Frank Schulz nimmt seine Figuren dabei sehr ernst. Er will keine billigen Witze reißen, indem er seine Protagonisten auf klischeehafte Verhaltensweisen reduziert. Seinen Humor erzeugt er durch gut beobachtete Details, die den Riss zwischen Anspruch und Wirklichkeit sichtbar machen. Diese Details wirken zudem oft erst auf der nächsten Seite richtig. Und so sind die Erzählungen stets auch Entdeckungsreisen in die eigene Beobachtungsgabe.
Verblüffend exakt schafft es Schulz die Erfahrungen der Alltagskultur mit Popmusik oder Fußball auf dem Lande in seine Literatur einzubauen. Das Nennen eines Liedtitels genügt, um beim Leser das gewünschte Gefühl zu erzeugen. Auch deshalb ist Schulz tatsächlich ein Meister. Einer des Schreibens und einer des Humors. Denn ohne zu schmunzeln lässt sich die Liebe in all ihren Facetten dieses Buches gar nicht ertragen.
Frank Schulz: „Mehr Liebe – Heikle Geschichten“, Galiani Berlin 2010, 292 S., 
19,95 Euro