Gedreht hat ihn Aki Kaurismäki ("Le Havre", "Wolken ziehen vorüber"). Ein Regisseur, der für eine Handschrift steht, die kaum weiter entfernt sein könnte vom bedingungslos unterhaltsamen Stil Verhoevens: stille Filme mit ruhenden Einstellungen und Schauspielern, die kaum zu spielen scheinen.
"The Other Side of Hope" ist dafür ein Paradebeispiel. In wunderbar komponierten Bildern erzählt Kaurismäki zwei Geschichten: die des Vertreters Wikström (Sakari Kuosmanen), der sein Glück als Restaurantbesitzer versucht, und die des Syrers Khaled (Sherwan Haji), den es nach Finnland verschlägt. Geduldig zeigt er Khaleds Kontakt mit den Behörden, seine zwiespältigen Erfahrungen mit Einheimischen und seine Flucht, als der Asylantrag abgelehnt wird.
Khaled landet im Hof von Wikströms Gaststätte, der ihm Job und Unterschlupf gewährt. Wie es sich für einen Kaurismäki-Film gehört, ist das mit einem Humor erzählt, hinter dem die Traurigkeit lauert. Seine Welt ist eine derart märchenhafte, dass jede radikal menschliche Wendung die Distanz zur kargen Wirklichkeit schmerzhaft spürbar macht. Darin besteht die große Kunst dieses insgeheim so politischen Films.(sir)
Heute, 9.30 Uhr, Friedrichstadt-Palast; 18.30 Uhr, Thalia Potsdam; 22.30 Uhr, International; Donnerstag, 12.30 Uhr, Zoo-Palast; Sonntag, 16.45 Uhr, Berlinale Palast