Nun also heiratet sie endlich, die Karrierefrau, hinreißend von Franziska Becker gespielt, wenn sie kater-gepeinigt am Tag vor der Hochzeit nach durchzechter Nacht nach dem Weg ins Hotelbett sucht. Doch dann treffen ihre Freundinnen ein, und das Spiel kann beginnen. Es versteht sich von selbst, dass hier nicht alles glatt gehen kann, wenn das Damen-Chaos-Quartett so tiefgreifende Fragen erörtert wie: Gibt's den perfekten Partner? Oder: Warum, zum Teufel, müssen Brautjungfernkleider immer so scheußlich aussehen? Vielleicht, weil es sich bei den Trägerinnen meist gar nicht mehr um echte Jungfrauen handelt? Mein Gott, was soll's?
Es ist der perfekte Tag (Morning Train) mit dem die Revue beginnt, und das ist nur der Auftakt eines steten Wechsels von Wortwitz und Evergreen. Da werden dann so spannende Fragen geklärt, wie: Warum gibt es kein Viagra für Frauen? Doch was soll das machen? Vielleicht blind. Und was passiert eigentlich auf der Hochzeitsreise ins Paradies? Ist es wirklich so, dass dann der Tsunami der Langeweile zuschlägt?
Zum Verschnaufen für die Lachmuskeln darf danach entweder mit den Zehen gewippt oder alternativ geklatscht werden, wenn die Chaostruppe unterstützt von der Kellner-Liveband manchen bösartig, aber auch anrührend umgetexteten Pop- und Schlagerhit zu Gehör bringt. Wer kennt schließlich nicht Chers "Shoop Shoop Song", "My Boy Lollipop", "Save Your Kisses For Me" oder "Yes Sir, I Can Boogie"?
Da die vier Ladys nicht nur exzellente Schauspielerinnen sind, die bei Bedarf auch auf einen Zwischenruf aus dem Publikum eingehen, sondern ebenso gut singen können, werden sie vom Publikum mit Bravorufen und Szenenapplaus belohnt.
Mit einem furiosen Halleluja steuert der Abend nun dem Finale entgegen, nachdem der verschwundene Bräutigam wieder aufgetaucht ist und die Braut weiß, mit wem sie Fahrstuhl gefahren ist. Nun wird geheiratet. Naja, nicht wirklich. Aber in weiser Voraussicht haben die Macher daran gedacht, noch Zugaben einzuplanen, bevor nach Standing Ovations, "Er gehört zu mir" und "Celebrations" dann wirklich endlich der Vorhang fällt. Schließlich tut langes Klatschen irgendwann auch weh.
Bis 31.10., Theater am Kurfürstendamm 206/209, Berlin-Charlottenburg, Karten: 030 88591188