Sie stammen aus einem Bestand von rund 350 Blättern. Gezeigt werden zum Beispiel Illustrationen zu Erzählungen wie "Klein Zaches, genannt Zinnober", "Ritter Gluck", "Der goldne Topf", "Die Elixiere des Teufels", "Die Lebensansichten des Kater Murr" oder "Nussknacker und Mausekönig". Alles Werke, derer sich namhafte Belletristikverlage ebenso angenommen haben wie Kinderbuchverlage.
"Unsere Ausstellung hat die Form eines kleinen Labyrinths. Das passt zu Hoffmann und passt zu den Künstlern", ist Burgdirektor Tilman Schladebach zufrieden. Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, so der volle Name des Schriftstellers, sei "ein Widerspruchsgeist gewesen und deshalb auch für viele Künstler so interessant". Zu ihnen gehören neben Illustratoren des 19. Jahrhunderts so bekannte zeitgenössische Künstler wie etwa Horst Janssen (1929-1995), Harald Metzkes, Klaus Ensikat, Xago (Rolf Xago Schröder), Karl-Georg Hirsch, Eva Johanna Rubin (1926-2001) und Jutta Mirtschin. Zu sehen sind freie grafische Blätter in unterschiedlichen Techniken, Originale, die als Druckvorlagen dienten, sowie Bücher und eine Mappe.
Dem Titel "Kleines Welttheater" wird die Ausstellung inhaltlich voll gerecht. So wie die Auswahl eine literarische Breite berücksichtigt, wird auch eine Vielfalt der künstlerischen Interpretationen sichtbar. Tiefgründige Schwermut begegnet verspielter biedermeierlicher Anmut und erfrischendem Humor; ironisch Abstrahierendes steht akribischer Genauigkeit in der Darstellung gegenüber.
Wie Carola Pohlmann, die Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, erklärte, basiert die grafische Sammlung des Archivs finanziell auf dem Erbe der 1998 verstorbenen Kunstwissenschaftlerin Christa Karoli, das stiftungsmäßig verwaltet wird. Die Werke werden antiquarisch erworben, ersteigert oder vom Künstler direkt gekauft. Außerdem sei ein größeres Konvolut von dem Hoffmanniana-Sammler Michael Duske eingeflossen.
"Kleines Welttheater. Grafisches zu E.T.A. Hoffmann", bis 15. November außer montags 10-20 Uhr, ab 1. Oktober 11-17 Uhr, Burg Beeskow