"Mr. Long" ist so ein Film. Der Wettbewerbsbeitrag erzählt von einem Taiwanesen in Japan. Ein Auftrag hat ihn dorthin geführt, Long ist nämlich Profikiller. Wer jetzt einen Action-Thriller erwartet, wird sich auch bestätigt sehen - zumindest in den ersten 15 Minuten. Fiebrige Großstadtbilder, wummernder Elektro-Jazz, Gemetzel, gekonnt inszeniert von Hiroyuki Tanaka, auch Sabu genant.
Doch der Berlinale-Veteran - "Mr. Long" ist sein neunter Film im Festival - will mehr. Wenn die Hauptfigur untertaucht und zum Koch und Familienmenschen mutiert, beginnt ein verwirrendes Genre-wechsel-dich-Spiel. Rührseliges Drama folgt auf brutales Gekloppe, Vergewaltigung auf Holzhammer-Humor. So hinterlässt diese fernöstliche Variante von "Léon - Der Profi" doch vor allem eins: Übelkeit.(sir)
Heute, 9.30 Uhr, Haus der Berliner Festspiele; 14.15 und 22 Uhr, Friedrichstadt-Palast; Sonntag, 12.15 Uhr, Haus der Berliner Festspiele