Zwei Wochen haben 16 Künstler aus Polen, Holland und Deutschland in Schwedt "Stadt-Land-Fluss" gespielt und reflektieren nun in der gleichnamigen Ausstellung mit Humor, philosophischen Tiefgang oder auch bewusster Oberflächlichkeit die Oder, die Oderstadt und ihr Umfeld. Die Ergebnisse des 17. Internationalen Landschaftspleinairs sind in der Galerie am Kietz seit Freitagabend zu sehen.
Während in vergangenen Jahren sich der Blick der Pleinair-Künstler oft im Totalreservat des Nationalparks Unteres Odertal verlor, taucht in diesem Jahr erstmals gleichberechtigt die Stadt am Nationalpark im Titel und in den Werken auf. Erstaunlich, was Künstleraugen auf den zweiten oder dritten Blick erkennen, wie tief Verstehen reicht und Verständnis für Kultur, Geschichte und Menschen im Urstromtal.
Martina Weiland etwa zog mit einer Kamera durch Schwedt, um Buchstaben von A bis Z zu fotografieren. Sie fand die Wortbausteine im Spiel von Licht und Schatten, in Wolkenformationen, in Fensterkreuzen sogar im Straßenasphalt. Gerda Berger zeigt hingegen die Installation einer Stadt. Gebaut aus altem Holz, zum Teil mit Brandnarben. Eine Metallkette windet sich zwischen den Hausmodelle als würde sie die Stadt zusammenhalten.
Heike Pfitzner-Adners drahtgeborene Zwei-Meter-Aphrodite brachte eine lange und feuchte Reise durch das unter Odertal hinter sich, ehe sie im Hof der Galerie am Kietz die Besucher begrüßen durfte. Das aus 30 Meter Maschendraht entworfene anmutige Weibsbild ist Teil eines Gesamtkunstwerkes. Es erinnern vielleicht an den "Molekül Man", die riesige Eisenfigur, die in Berlin aus der Spree ragt.
Wer neugierig geworden ist, kann sich noch bis zum 18. September in der Galerie am Kietz in Schwedt die Kunstbeute anschauen, die 16 Männer und Frauen von ihren Erkundungen in Stadt, Land und manchmal eben sogar im Fluss mitgebracht haben.
In Strausberg haben die Veranstalter die Überlegungen von Landtagspräsident Gunter Fritsch aufgegriffen. So ist denn der heute beginnenden 7. Bildhauer-Sommerakademie erstmals ein Brandenburger vorangesetzt. Damit sollten Qualität, Dimension und Ausstrahlung des Kurses der Bronzekünstler gewürdigt werden, befand der Ideengeber. Ansonsten wird jedoch an Bewährtem festgehalten. So sind neben Berufskünstlern einmal mehr Kunstinteressierte vertreten, die sich der Bronzekunst erst annähern wollen.
Dabei behilflich sein wird ihnen Erich Sauer als künstlerischer Leiter. Der Bildhauer aus der Partnerstadt Frankenthal (Pfalz) ist seit Beginn dabei und hat der Sommerakademie seinen Stempel aufgedrückt. Gegossen werden die Bronzen erstmals in der Bildgießerei Seiler in Schöneiche.
Eröffnet wird die Sommerakademie mit zwei Vernissagen: einer Ausstellung von Bronzeplastiken Erich Sauers (17 Uhr, Kundencenter Stadtwerke) und einer Exposition von Malerei, Grafik und Plastik der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler (19 Uhr, EWE-Kunstparkhaus). Nach der Preisverleihung am 22. August wird eine Auswahl von Arbeiten, die während des Kurses entstanden, im Kundencenter der Stadtwerke zu sehen sein.