Konzertbesuche in Berlin sind immer etwas Besonderes. Dabei spielt die Location keine Rolle. Vielmehr ist es das Drumherum. So auch an diesem Sonntagabend bei Marianne Rosenberg im Tempodrom am altehrwürdigen Anhalter Bahnhof. Denn auf dem Weg zum Ort des Geschehens öffnete der Himmel sämtliche Schleusen und ließ sturzbachartige Regenfälle über der Stadt niedergehen. Ob das Unwetter einen Vorgeschmack auf den Auftritt der begnadeten Künstlerin bieten sollte?
Zum Konzertbeginn um 20 Uhr ist das Tempodrom nur zu zwei Dritteln gefüllt. Doch die, die gekommen sind, unterstützen ihr Idol nach Kräften. Der Regenguss ist da längst vergessen. Das Konzert steht unter dem Motto „Diva“ und so gibt sich Marianne Rosenberg auch. Sie erscheint im ersten Teil des Abends in einem knalligen pinken Kostüm auf der Bühne.

Die Fans wissen bestens Bescheid

Gesungen werden von ihr selbst eingedeutschte Versionen des Hits „Never Can Say Goodbye“ von Gloria Gaynor und andere, ihren Fans bestens bekannte Stücke. In ausführlichen Ansprachen zwischen den einzelnen Musikstücken schwärmt sie von einer Zeit, als sich Liebende noch auf dem Dancefloor kennenlernten. Und sie wirbt für mehr Toleranz in der Gesellschaft. Schließlich stehe die Liebe über allem.
Viele der anwesenden Gäste der Generation 50+ kennen „Marleen“ seit frühester Kindheit. Nun ist auch bekannt, wie das Lied um diese zwei Frauen und den Mann endet. Die Fortsetzung des bekannten Hits entstand während der Corona-Pandemie und löste beim Publikum viel Freude aus. So richtig bebte das Tempodrom das erste Mal an diesem Abend bei Rosenbergs wohl größtem Hit „Er gehört zu mir“. Warum mit diesem Stück dann der erste Akt zu Ende geht, lässt sich nicht nachvollziehen. Denn die Stimmung war spätestens ab jetzt ausgelassen, Paare tanzen.
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Die gut 20-minütige Pause nutzen dann auch alle für eine wohlverdiente Verschnaufpause. Für den zweiten Teil des Abends hat die Diva sich umgezogen. Aus dem knalligen Pink wurde schlichtes Schwarz mit einem Hauch Glitzer. Sehr schön: Wie bei „Lieder der Nacht“ auf der Leinwand mehrfach ein „Aha“ eingeblendet wird, damit jeder weiß, wann es gesungen werden soll. Und irgendwann an diesem Abend kommt dann auch Marianne Rosenberg ins Schwärmen. Nämlich dann, als die Ausnahmekünstlerin von ihrer besonderen Freundschaft zu Rio Reiser erzählt. Und davon, wie sie im alten West-Berlin die Nächte zum Tag machten und oftmals die Sonne nicht aufgehen sahen.
Zum Abschluss des kurzweiligen Konzerts bekam die Diva Blumen überreicht. Nicht nur von ihrer Crew, die sie mit roten Rosen überraschten, sondern auch vom Publikum. Ein großer Strauß wurde ihr gereicht. Ein wenig erinnert dies an die große, erfolgreiche Zeit der Musikshows im Fernsehen. Da ging auch nie etwas ohne Blumen.
Natürlich durften auch Zugaben nicht fehlen. Und so endete der zweite Teil des Abends, wie der Erste endete. Mit: „Er gehört zu mir“.