Die wohl bis heute wichtigsten Alben von Pink Floyd entstanden in einer Zeit, in der Roger Waters dort Mitglied war. Er zeichnete zugleich für die meisten jener Evergreens verantwortlich, die mit dem Bandnamen bis heute verbunden sind. Da Waters nach seinem Ausstieg die Rechte am Material erfolgreich einklagte, sind seine Solo-Tourneen für Fans der glorreichen Floyd-Zeit immer wieder Ereignisse, die das Flair jener Dekade in die Neuzeit transportieren.

Auch solo lebt Pink Floyd fort

Und Waters wiederum agiert geschickt, indem er das Bekannteste und Beste aus „The Dark Side of the Moon“, „Wish You Were Here“, „Animals“ und „The Wall“ immer wieder vorträgt, gut durchmischt mit eigenen Kompositionen der Nach-Pink-Floyd-Ära. Erstmals mit weltweiter Aufmerksamkeit geschah dies vor fast genau 30 Jahre auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Seither ähneln sich die Konzerte des Sängers und Komponisten, werden stets zu opulenten Happenings und musikalisch perfekt durchgetakteten Shows.

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Letztmalig war Waters unter dem Titel „US + THEM“ 2017-18 auf Welttournee. Verschiedene Konzerte in Europa wurden dabei für einen Film mitgeschnitten. Und für ein Dreifach-Live-Album. Dies liegt nun in Vinyl vor und katapultiert den Hörer dorthin, wo Waters ihn haben möchte. Mitten in eine Bombast-Show.

Live, alt und gut

Ganz klar, dass die Effekte nicht an die Präzision von Studioaufnahmen heranreichen können. Und ja, Waters Gesang ist nicht das Prägendste an seiner Musik. Aber in der Summe liefert das Hörerlebnis, was der Fan haben will. Rückbesinnung auf gute alte Zeiten und ein wenig aktuelles Material zwischendurch. Der Mitschnitt ist nah dran an den Musikern, Publikum wird nur vereinzelt wahrgenommen. So bleibt genauso viel live wie nötig und so viel Sound wie möglich. Nicht wirklich Neues, aber immer wieder schön zu hören.

Roger Waters: US+THEM


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