Die Experten inspizierten die Konzerthalle, die Zugänge, die Technik – und kamen zu einem niederschmetternden Ergebnis: Konzerte können dort vorerst nicht stattfinden. Denn dem altehrwürdigen Saal im Kirchenschiff fehlt eine moderne Belüftungsanlage. So hätten zehn Philharmonie-Konzerte und sechs Konzerte aus der "Klassik am Sonntag"-Reihe, die die "Wiener Klassik" ablösen soll, ausfallen müssen. Nicht einmal das Orchester darf dort in voller Besetzung proben.
"Das war natürlich erst einmal eine schlechte Nachricht," sagt Intendant Roland Ott. Ab Juni war das Orchester in Kurzarbeit, danach in den Orchesterferien. Die 50 Mini-Konzerte in Altersheimen und Kitas und die musikalische "Demo" vor der Konzerthalle haben zwar das Gefühl der Verbundenheit mit der Stadt bestärkt, aber das Gefühl, als ein gemeinsamer Klangkörper auf einer Bühne zu sitzen, fehlte.
Dann kam die gute Nachricht: Das Orchester kann in die Messehalle ausweichen – und  dort nahezu das gesamte geplante Programm zur Aufführung bringen. Sogar die "Sektpause" wird es geben. "Dieser Ort ist zwar für viele erst einmal gewöhnungsbedürftig, aber in diesen Zeiten wohl der beste Kompromiss", sagt Staatsorchester-Intendant Roland Ott. Vor allem auch, weil das Orchester dort das nachholen kann, was für April geplant war: die Aufführung der Leningrader Sinfonie in voller Besetzung. Für dieses Großereignis am 19. September wird es einen Testmarathon für die Musiker geben: Von der ersten Probe an bis zum Auftritt müssen alle Beteiligten alle drei Tage zum Corona-Test.
Das geschichtsträchtige Schostakowitsch-Werk ersetzt die Beethoven-Symphonie, die ursprünglich als 1. Philharmonisches Konzert am 18. September geplant war.
Infos: Karten für die LeningraderSinfonie können ab sofort unterleningrader@bsof.de reserviert werden. Der Verkauf beginnt rund eine Woche später.