Im ersten Teil spielte Maffay von seinem neuen Album "Wenn das so ist" alle 15 Songs. Die Platte ist von Null auf Platz eins der Album Charts geschossen und damit die 16. Polposition des 65-jährigen Altrockers.
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Kurz vor Schluss dieses Teils wurde Maffay sehr ernst und prangerte den Terrorismus an, der jüngst in Paris seine hässliche Fratze zeigte. Noch aufgebrachter war er, als er erzählte, wie betroffen es ihn mache, dass Terroristen sogar Kinder für ihren Fanatismus missbrauchten und mit einem Sprengstoffgürtel in den Tod schickten. Er kritisierte auch die Pegida, bat seine Fans, mit ihm ein Zeichen zu setzen und ließ das Publikum für den nächsten Titel aufstehen. Und alle machten mit. Selbst einige Rollstuhlfahrer versuchten sich am Geländer vor ihnen aufzurichten. Die Band setzte das Konzert mit "Wenn das so ist" fort und mit "Halleluja" wurde der erste Block nach gut 90 Minuten beendet.
Im zweiten Abschnitt erklangen ausgewählte Klassiker der Rock- und Popmusik seit den 1960er-Jahren. "Es gibt eine große Reihe musikalischer Helden, die uns beeinflusst und inspiriert haben", sagt Maffay. Und so singt er "Love Me Tender" von Elvis Presley, "Heart Of Gold" von Neil Young, oder auch "Angie" von den Rolling Stones. Ein kleiner Beweis von Größe, wurde Maffay doch 1982 im Vorprogramm der Stones ausgepfiffen.
Längst ist Maffay selber ein großer Rock'n'Roller. 50 Millionen verkaufte Platten und zehn Millionen verkaufte Konzerttickets zeugen von seinem Erfolg. Musikalisch hat er einen ganz eigenen, satten Rocksound entwickelt. "Habe ich nicht eine der geilsten Bands?", fragt er. Es sind alles herausragende Könner, aber Publikumsliebling ist zweifellos Saxophonist Everette Harp. Drummer Bertram Engel begeistert im Schlagzeug-Duell mit Charlotte Klauser, die auch singt und Geige spielt. Die südkoreanische Crossover-Violinistin Jenny Bae ist ein weiterer Star in der Band, ebenso die Sängerin Linda Teodosiu sowie Gitarrist Peter Keller und am Piano Pascal Krevitz.
"Wenn wir von der Bühne gehen, ohne einige alte Gassenhauer gespielt zu haben, gibt es Haue", leitet Maffay den letzten Teil des Konzerts ein. Die Fans konnten bis zum Konzertbeginn per SMS abstimmen, welche Maffay-Hits sie hören wollten. "Eiszeit", "Halt Dich an mir fest" und "Sieben Brücken" ließen sie in Erinnerungen schwelgen.
"Ein glasklarer Sound und eine angenehme Lautstärke machte dieses Konzert zu einem einmaligen Erlebnis. Aber auch dessen Länge war beeindruckend", so das Fazit von Mirko Bovermin aus Schwedt.
Wer sich nun ärgert, dass er Maffays Auftritt in Berlin verpasst hat: Am 9. Juni spielt er wieder in der Stadt. Dann open air auf der Kindl-Bühne Wuhlheide.