Es sind nur er und seine Gitarre: Philipp Poisel steht ganz allein auf der Bühne und singt „Halt mich“. Selbst der Innenraum der Berliner Max-Schmeling-Halle ist an diesem Abend bestuhlt – pogende Massen und oder gar Moshpits wird man auf dem diesem Konzert nicht finden. Poisel ist ein Mann der leisen Töne – und dafür lieben ihn seine Fans.
Fünf Jahre ist es her, dass der Stuttgarter sich mit seiner Band auf Tour begab. Im vergangenen Jahr erschien sein neues Album „Neon“. Nun reist er für acht Arenakonzerte durch Deutschland und machte am Sonntag auch Halt in Berlin.

Vorverkauf verlief schleppend

Der Vorverkauf zur „Neon Tour 22“ startete, wie auch viele andere Tourneen, nach der Corona-Pause schleppend, gestand der Veranstalter Semmel Concerts im Vorfeld auf seiner Homepage. Doch die Fans können sich auf Poisel verlassen. Dem Sänger sei es wichtig, Verlässlichkeit zu bieten. „Ich würde mir wünschen, dass man sich wieder richtig auf ein Konzert freuen kann, wenn man sich eine Konzertkarte kauft, und nicht immer in Sorge sein muss, ob es stattfindet oder nicht. Wir tun auf jeden Fall alles in unserer Macht Stehende, planen und fahren los, und bleiben hoffnungsvoll“, so Poisel.

Viele Songs vom Album „Neon“

Und so steht er mit weißem Hemd und rosa Hose an diesem Abend vor einer nicht ganz ausverkauften Halle und singt „Wunder“ von seinem neuen Album. In einer seiner Ansagen verrät er den Fans: „Meine Mutter sagt immer: ‚Philipp, wann machst mal wieder eine neue CD?!‘“ Er spricht das „machst“ bewusst mit schwäbischem sch aus. „Das klingt dann immer so wie: ‚Philip, hast du auch deine Hausaufgaben gemacht?‘“, sagt er und die Fans lachen. „Wollt ihr noch etwas von der neuen CD hören?“, fragt er. Die Antwort ist ein eindeutiges „Ja!“ – an diesem Abend gibt es viele neue Songs zu hören.
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Immer wieder nimmt Poisel sich und seine Stimme zurück und lässt das Publikum, was erwartbar überwiegend weiblich und mittleren Alters ist, singen. Die angenehme Akustik in der Halle ist von einer besonderen Ruhe, sodass man bei Zwischenrufen jedes Wort versteht und die Texte stimmungsvoll vom Publikum getragen werden.

Liebeskummer-Balladen und schmachtende Fans

Auch einige Männer tanzen ausgelassen mit; einige sieht man jedoch auch konzentriert auf ihr Handy starren. Der Live-Ticker der WM ist geöffnet – immerhin spielt an diesem Abend Deutschland gegen Spanien. Auch Klassiker gibt es an diesem Abend zu hören. Zu Zeilen wie: „Ich will nur, dass du weißt, ich hab dich immer noch lieb und dass es am Ende auch keine Andere gibt“ leuchten die Handylichter und reihenweise wird im Publikum geseufzt: „Ach, ist das schön!“
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Keiner kann eben so schön schmachten wie Philip Poisel. Seine Liebeserklärungen werden sicherlich vielfach für Heiratsanträge genutzt und manchmal wünscht man sich, dass dem armen Philipp wieder einmal sein Herz gebrochen wird, damit er umso schönere Liebeskummer-Balladen darüber schreiben kann.

Poisel tanzt ausgelassen auf der Bühne

Dass Poisel nicht nur schmachten kann, zeigt er bei einer seiner Zugaben nach zwei Stunden Spielzeit. Bei „Als gäb‘s kein Morgen mehr“ nimmt er seinen Songtext wörtlich und tanzt ausgelassen auf der Bühne. Sogar eine kurze Breakdance-Einlage gibt es für die Fans. Ein ungewohnter Anblick des doch eher statischen und gefühlsvollen Sängers. Spätestens jetzt hält es auch die Fans nicht mehr auf ihren Sitzen.
Schließlich sind es wieder nur Philip Poisel und seine Gitarre, die sich auf der Bühne befinden und die Besucherinnen und Besucher nach einem gefühlvollen Konzertabend in die winterkalte Nacht entlassen.
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