In Vorträgen und Gesprächen werden sich die Künstler mit dem Werk des Bildhauers, der als Meister der figürlichen Plastik gilt, auseinandersetzen. "Ich arbeite seit Jahren figürlich", sagt Sarah Hillebrecht aus Bremen. Für sie sei der Künstler natürlich ein Begriff. Die figürliche Arbeit als Hommage an den menschlichen Körper bilde auch für sie eine immer wieder neuer Herausforderung, sagt die 42-Jährige, die sich vor allem auf den Austausch und das gemeinsame Arbeiten im Schloss freut. Das Treffen steht unter dem Arbeitsthema "Der Mensch".
In einer zum Auftakt eröffneten Schau mit Bronzeplastiken sowie Originalzeichnungen von Seitz haben die Künstler eine optische Grundlage für die Auseinandersetzung mit dem Werk des Bildhauers, dessen Arbeiten in vielen Städten und Galerien ihren Platz haben. Gezeigt werden zum Beispiel eine Studie zum Käte-Kollwitz-Denkmal (1958) in Berlin, die lebensgroße "Stehende mit Gewand" (1948) sowie Köpfe von Thomas Mann (1954) und Tadeusz Kantor (1961).
Für die Verbindung stehe der Zweck der Stiftung, machte der Leiter von Schloß Trebnitz, Darius Müller, deutlich. Seitz stehe für Ästhetik sowie als Mensch für Konfliktfähigkeit und Selbstbestimmung. Der 1958 von Berlin nach Hamburg übersiedelte Kunstprofessor war immer wieder zwischen die Fronten von Ost und West geraten, sah sich Anfeindungen auf beiden Seiten ausgesetzt. "Seitz ist gerade für junge Leute eine interessante Persönlichkeit, die deutlich macht, wie Menschen auch unter wechselnden gesellschaftlichen Bedingungen ihren Idealen und ihrer Friedenssehnsucht treu bleiben", sagte Müller.
Bernd Schälicke zeigte sich angetan, dass die Gustav Seitz Stiftung virtueller Schirmherr des Pleinairs ist. Am 16. August endet das Pleinair mit der Ausstellung aller entstandenen Arbeiten und der Preisvergabe. "Es geht auch um eine neue Sicht auf die figürliche Darstellung", betonte Berenika Partum, eine der beiden Kuratorinnen des Treffens. Sie dankte der Stiftung für das Vertrauen darauf, dass die Beteiligten im Sinne Seitz' wirken werden.
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