Es ist eines der größten Events im deutschen Kultur-Kalender: Der Tag des offenen Denkmals. Immer am zweiten Sonntag im September lädt er Interessierte dazu ein, auf Erkundungstour zu gehen. Laut der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) öffnen dieses Jahr bundesweit über 5000 Denkmale ihre Pforten. Forensische Spurensuche, Restauration, Pflege – das diesjährige Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ nimmt historische Bausubstanz unter die Lupe. Die offizielle Eröffnung des Tags des offenen Denkmals am 11. September findet diesmal mit einer Festveranstaltung in Leipzig statt. Doch auch zahlreiche Denkmale in Berlin und Brandenburg sind Teil des Programms. Hier erfahren Sie, welche Denkmale es in der Region zu erkunden gibt.

Beeskow: Aktion BurgAgenten, Kirchentag Oderland-Spree und Kurzführungen

Die Burg Beeskow kann am Sonntag zum Tag des offenen Denkmals kostenlos besichtigt werden.
Die Burg Beeskow kann am Sonntag zum Tag des offenen Denkmals kostenlos besichtigt werden.
© Foto: Jasmin Konzer
In Beeskow werden sogenannte „BurgAgenten“ gesucht. Zum Tag des offenen Denkmals können Besucherinnen und Besucher die historische Burganlage selbst durchstreifen. Mit Hilfe von Fotos gilt es „Tatorte“ zu finden, um an echte Insiderinformationen zu kommen. Die Geschichte einer mittelalterlichen Burg liegt schließlich tief in ihren steinigen Mauern verborgen.
Auch musikalisch geht es auf Zeitreise. Der Kirchentag Oderland-Spree macht am 11. September an verschiedenen Orten in Beeskow mit alter und neuer Kirchenmusik Station. Auf der Burg ist das Programm „Jetzt – zwischen gestern und morgen“ von 10.45 bis 14 Uhr zu hören. Zudem bietet das in der Burg befindliche Musikmuseum gratis Kurzführungen an (jeweils 30 Minuten um 11, 13 und 14.30 Uhr).
Wo: Burg Beeskow, Frankfurter Straße 23, 15848 Beeskow
Wann: 10 bis 18 Uhr
Tickets: freier Eintritt

Bernau: Besuch im UNESCO-Welterbe

Das Besucherzentrum des UNESCO-Welterbe Bauhaus in Bernau.
Das Besucherzentrum des UNESCO-Welterbe Bauhaus in Bernau.
© Foto: Jean Molitor
Auch in der ehemaligen Bundesschule des ADGB in Bernau geht es auf Spurensuche. Das bedeutende Stück Architekturgeschichte, das das Dessauer Bauhaus in den Jahren 1928 bis 1930 unter seinem damaligen Direktor Hannes Meyer und seinem Architekten-Kollegen Hans Wittwer entworfen und umgesetzt hat, lädt ein, seiner wechselvollen Nutzungsgeschichte auf den Grund zu gehen.
In zwei Sonderführungen durch das UNESCO-Welterbe geht es um die Frauen und Männer, die dem Gebäude einen unverkennbaren Stempel aufgedrückt haben. Zu ihnen zählt etwa die Textilkünstlerin Anni Albers, die für die Aula der Bundesschule Wandstoff entwickelt hat. Auch die Bauhaus-Architekten Hannes Meyer, Hans Wittwer und Carl Fieger bilden einen inhaltlichen Schwerpunkt.
Für detektivisch veranlagte Familien gibt es zudem eine Bauhaus-Rally über das Gelände. In der Ausstellung „rot-gelb-blau“ können Kinder außerdem mit Farben, Formen und Techniken kreativ experimentieren.
Wo: UNESCO-Welterbe Bauhaus, Besucherzentrum Bernau, Hans-Wittwer-Straße 1, 16321 Bernau bei Berlin
Wann: Das Besucherzentrum ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet / Sonderführungen um 11,30 und 14.30 Uhr / Kinderausstellung „rot-gelbblau“ (im Lehrerhaus, Fritz-Heckert-Straße 9) von 11 bis 16 Uhr
Tickets: 10 EUR (ermäßigt 8 EUR), buchbar online unter www.welterbe-bernau.de oder im Besucherzentrum

Bernau II: Programm in der ganzen Stadt

Zahlreiche weitere Bernauer Denkmale öffnen am Sonntag ihre Türen, darunter:
● Bunkeranlage Ladeburg (Biesenthaler Weg 24, Führungen um 10, 13 und 16 Uhr, Anmeldung bis spätestens 9.9. unter kulturamt@bernau-bei-berlin.de oder Tel. 03338 365 288)
● Dorfkirche Börnicke (Ernst-Thälmann-Straße 15, 14–16 Uhr geöffnet)
● Gutshof Börnicke (Ernst-Thälmann-Straße 2c, 12–18 Uhr)
● Herz-Jesu-Kirche (Ulitzkastraße/Bahnhofstraße, Führungen und Turmbesteigungen zwischen 11 und 16 Uhr)
● Mühlentor (Mühlenstraße, 10-16 Uhr)
Eine Übersicht der Veranstaltungen gibt es online unter www.bernau.de

Templin: Historische Gebäudeensemble und Balkan Brass

Die alte Aula des "Gebäudeensemble Joachimsthalsches Gymnasium" in Templin.
Die alte Aula des „Gebäudeensemble Joachimsthalsches Gymnasium“ in Templin.
© Foto: Patrick Pleul/dpa
Im Jahr 2019 wurde das Joachimsthalsche Gymnasium in Templin in die Liste der national bedeutenden Kulturdenkmäler aufgenommen. Am Tag des offenen Denkmals ist das 1607 begründete Gebäudeensemble Schauplatz eines vielseitigen Programms. Für Musik sorgen unter anderen die Balkan Brass-Band „Schnaftl Ufftschik“ sowie die Schüler der Kreismusikschule Uckermark. Auch eine Tanz-Performance sowie eine Grammophon-Session mit Tee-Zeremonie ist geplant. Führungen über das Gelände, inklusive Schatzsuche für Kinder sowie Führungen zur Dachsanierung gibt es auch.
Wo: Gebäudeensemble Joachimsthalsches Gymnasium Templin, Prenzlauer Allee 28, 17268 Templin
Wann: 10.30 bis 17 Uhr (Führungen um 12, 13.30 und 15 Uhr)
Tickets: freier Eintritt

Berlin und Potsdam: Schlösser, Schlösser und nochmal Schlösser

Für Fans imposanter Schlossanlagen gleicht der Tag des offenen Denkmals einem regelrechten Feiertag. Sie dürften jedenfalls das Programm der Stiftung Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg genau im Blick haben. Unter dem Schlagwort „Hereinspaziert!“ bietet die Stiftung kostenlose Besichtigungen zahlreicher preußischer Prachtbauten an.
Mit dabei: Das Berliner Jagdschloss Grunewald, die Römischen Bäder im Potsdamer Park Sanssouci oder das Jagdschloss Stern. Dort erwarten die Besucher thematische Führungen, Zauberpflanzen und sogar Märchenstunden für Kinder. Und ein Konzert am Belvedere Pfingstberg gibt es auch noch.
Wo: Jagdschloss Grunewald, Hüttenweg 100, 14193 Berlin / Römische Bäder, Park Sanssouci, 14471 Potsdam / Jagdschloss Stern, Jagdhausstraße 32, 14480 Potsdam / Belvedere Pfingstberg, Pfingstberg, 14469 Potsdam
Wann: 10 bis 17.30 Uhr (Jagdschloss Grunewald, Römische Bäder im Park Sanssouci), 14 bis 17 Uhr (Jagdschloss Stern), 14 bis 16 Uhr (Belvedere Pfingstberg)
Tickets: freier Eintritt, lediglich der Eintritt in das Schloss Belvedere kostet 6 Euro (ermäßigt 4,50 Euro)

Potsdam: früher Haftanstalt, heute Gedenkstätte

Blick in den Innenhof der Gedenkstätte Lindenstraße 54. Auch  die einstige Gefängnisanlage kann am am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden.
Blick in den Innenhof der Gedenkstätte Lindenstraße 54. Auch die einstige Gefängnisanlage kann am am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden.
© Foto: Soeren Stache/dpa
Wie kaum ein zweites Gebäude vereint der Haft- und Justizkomplex Lindenstraße in Potsdam lokale Sternstunden der Demokratie mit den dunkelsten Kapiteln deutscher Diktaturgeschichte. Einst von König Friedrich Wilhelm I. als barockes Stadtpalais im holländischen Stil errichtet, kam dort nach der napoleonischen Besatzung die Stadtverordnetenversammlung zusammen. Anfang des 20. Jahrhunderts entstand im Hinterhof ein Gefängnis, in dem die Nazis später politisch und rassistisch Verfolgte gefangen hielten. Eine wechselvolle Geschichte, die am Tag des offenen Denkmals mittels Führungen erschlossen wird.
Wo: Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße, Lindenstraße 54, 14467 Potsdam
Wann: 10 bis 18 Uhr (11 Uhr: Führung zur Hausgeschichte und Architektur, 14 Uhr: Führung durch die Sonderausstellung „Wir dachten, wir können die Welt aus den Angeln heben. Die Unabhängige Initiative Potsdamer Frauen (1989 bis 1995)“)
Tickets: freier Eintritt, Anmeldung erwünscht unter info@gedenkstaette-lindenstrasse.de

Neuzelle: Klosterführungen und Himmlisches Theater

Der Steinsdorfer Altar im Kloster Neuzelle.
Der Steinsdorfer Altar im Kloster Neuzelle.
© Foto: Andreas Tauber
Das Kloster Neuzelle beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals mit einem halben Dutzend kostenfreien Führungen über das Gelände der einstigen Zisterzienseranlage. Egal ob Kreuzgang und Klostermuseum, Klostergarten, Orgel oder Dachstuhl – Möglichkeiten einen Blick hinter die Kulissen zu nehmen, gibt es einige. Zusätzlich steht Besucherinnen und Besuchern auch das Museum Himmlisches Theater von 10 bis 18 Uhr offen. Es dürfte eine der letzten Möglichkeiten sein, die aktuell ausgestellten Szenen der Neuzeller Passionsdarstellung vor dem nächsten Szenenwechsel im Oktober zu erleben.
Wo: Stiftspl. 5, 15898 Neuzelle
Wann: 10 bis 18 Uhr
Tickets: freier Eintritt
Infos: www.klosterneuzelle.de oder unter 033652 6102

Altfriedland: Das Vermächtnis der Frau von Friedland

Einen Vortrag zur Lokalgeschichte gibt am Tag des offenen Denkmals im Gutshaus Altfriedland.
Einen Vortrag zur Lokalgeschichte gibt am Tag des offenen Denkmals im Gutshaus Altfriedland.
© Foto: Ulrich Dahl
Auch das historische Gutshaus in Altfriedland lädt Besucherinnen und Besucher am Tag des offen Denkmals ein, die Lokalgeschichte des Ortes zu ergründen. Um 16 Uhr wird dort der Leiter des Oderlandmuseums, Reinhard Schmook, über das Vermächtnis der Frau von Friedland sprechen und darüber, welche Lehren sich aus diesem für die Zukunft ableiten. Musikalisch begleitet wird er von Musikfreunden aus Altfriedland und Neutrebbin, die Stücke von Haydn, Dvorak und Mozart spielen.
Wo: Gutshaus der Zukunft Altfriedland, Fischerstr. 36-38, 15320 Neuhardenberg OT Altfriedland
Wann: 12 bis 18 Uhr
Tickets: freier Eintritt