Dass reifere Herren versuchen, die Fehler ihrer Jugend wieder gutzumachen, ist im Kino keine Seltenheit. Auch deswegen, weil in den Regiestühlen häufig reifere Herren sitzen. Diesmal ist es der 77-jährige Volker Schlöndorff, der mit dem Wettbewerbsfilm "Rückkehr nach Montauk" eine Erzählung von Max Frisch und zugleich eine unglückliche Liebesgeschichte aus seinem eigenen Leben verfilmt hat.
Doch warum sollten sich Zuschauer, die nicht zur Gruppe der reiferen Herren gehören, diesen Film anschauen? Nina Hoss ist ein guter Grund. Auch Skarsgård schafft es, die Egozentrik der Hauptfigur mit einem Schuss Selbstironie erträglich zu machen. So ist unter Schlöndorffs Regie ein Schauspielerfilm entstanden, den man doch mit Interesse zu Ende schaut, selbst wenn man kein reiferer Herr mit ungestillten Sehnsüchten ist.
Heute, 9.30 Uhr, Haus der Berliner Festspiele; 15.30 Uhr, Friedrichstadt-Palast; Sonntag, 9.30 Uhr, Berlinale-Palast