Er führt sich als ein swingender kirchenmusikalischer Popmix aus reich synkopierter amerikanischer Unterhaltungsmusik und barocker Kunstfertigkeit vor: rhythmisch raffiniert und vertrackt, wiegenliedartig. Was von den Beteiligten ein großes Maß an besonderem Gefühl für Jazz, Gospel, Swing und Musical verlangt. Der Kammerchor der Singakademie startet stimmlich frisch und hell getönt, durchweg beschwingt, aber nur wenig textverständlich in das Klangabenteuer.
Im Leisen verströmt die Sängerschar oftmals eine leuchtende und glanzvolle Eleganz, die im Lauten jedoch zu glanzlosem Gesang mutiert. Besonders unschön einige höhenschärflich hervortretende Chorsoprane. Besinnlich erklingt der streicherdominierte Song "Of A Rose, A Lovely Rose", ein altenglisches Mariengebet, das den lateinischen Liturgietext unterbricht. Die Sopransoli trägt Martina Rüping ein wenig angestrengt, in der Höhe jedoch strahlkräftig vor. Das Orchester spielt, oft zu laut und wenig inspiriert, seinen Part brav vom Blatt.
Wie verwandelt klingen alle Beteiligten dann in Rheinbergers plastisch ausgemaltem Weihnachtsgeschehen. Gefühlsintensität, wohin man hört. Da verströmt sich klangliche Hirtenidylle, singt der (Sopran-)Engel voller lyrischer Hingabe und glanzumhüllter Stimme die Geburtsverkündigung jenes Knaben, der als Erlöser auf die Welt gekommen sei. Kraftvoll-knackig erzählt der Solobass (Sebastian Noack) vom Aufbruch der Hirten aus Bethlehem. Voluminös, geschmeidig, homogen und textverständlich tönt die nunmehr vollzählige Singakademie von den an der Krippe stehenden Hirten. Zum dramatisch-bewegenden Höhepunkt gerät der Aufmarsch der durch die Wüste gezogenen Drei Weisen aus dem Morgenland. Ganz verinnerlicht trägt Martina Rüping das Zwiegespräch von Mutter und Kind vor. Hymnische Chöre auf den Erlöser krönen das romantische Epos, münden in eine machtvoll angestimmte und vor Erhabenheit nur so strotzende Chorfuge. Großer Jubel.