• Der Herbst hat ofiziell begonnen. Mit Blick auf die kühleren Jahreszeiten verschärfen viele Bundesländer ihre Corona-Regeln
  • Die neuen Verordnungen zielen vor allem auf Ungeimpfte ab: Für sie gelten strengere Zutrittsregeln.
  • Der Zugang zu Innenräumen ist ein grundlegender Bestandteil der neuen Corona-Regeln
  • Hamburg hat als erstes Bundesland in Deutschland einen Vorstoß bei der umstrittenen 2G-Regel gewagt
  • Rheinland-Pfalz führte eine sogenannte 2G-Plus-Regel ein
  • Auch andere Bundesländer erwägen strengere Corona-Regeln für Nicht-Geimpfte: Wo in Deutschland kommt möglicherweise ebenfalls die 2G-Regelung? Das gilt aktuell in Baden-Württemberg, Berlin, Bayern und Co.:
In immer mehr Bundesländern werden die Corona-Maßnahmen nach und nach verschärft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich für einheitliche Zugangsregeln ausgesprochen. Ideal wäre aus seiner Sicht, wenn sich alle Länder auf das 2G-Modell als Option einigen würden. In einigen Bundesländern werden 2G-Optionsmodelle für Betriebe aus den Kultur- und Dienstleistungsbranchen eingeführt. Die Regierungen in Berlin, Hessen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg haben entsprechende Wahlmöglichkeiten für Unternehmer schon beschlossen. Niedersachsen stellte sie für die nächste turnusmäßige Anpassung seiner Corona-Verordnung in Aussicht. In Baden-Württemberg gilt mit der neuen Corona-Verordnung ein Warnsystem, dessen Alarmstufe die 2G-Regel in Kraft setzt.
In anderen Regionen Deutschlands gilt für bestimmte Innenräume wie Veranstaltungen und die Gastronomie die 3G-Regel: Zugang nur mit Nachweis als Geimpfter, Genesener oder negativ Getesteter.
Alle Infos zu der Bedeutung von 2G und 3G im Überblick.

Bedeutung „2G“: Was heißt die 2G-Regel für Geimpfte, Genesene, Getestete?

Von der 3G-Regel ist bereits seit längerer Zeit die Rede. Die drei „G“ stehen dabei für geimpft, genesen, getestet. Das bezieht sich darauf, dass diesen Gruppen etwa der Zutritt zu Gastronomie und Veranstaltungen gewährt wird. Unter „2G“ versteht man währenddessen nur „geimpft oder genesen“: Das bedeutet, dass Ungeimpfte bei der 2G-Regel ausgeschlossen sind. Selbst mit einem negativen Corona-Test (“getestet“) würden sie im Rahmen der 2G-Regelung an bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens nicht teilhaben können.
Bei 2G-Optionsmodellen können Gastronomen oder Unternehmer etwa aus der Kultur-, Veranstaltungs- und Sportbranche den Zugang freiwillig auf Geimpfte und Genesene beschränken. Alle Kunden, die lediglich einen Corona-Test vorweisen können, dürfen dann nicht eingelassen werden. Im Gegenzug entfallen in der Regel Masken- und Abstandsregeln. Für Kinder und Jugendliche gelten Ausnahmen. In Hamburg gilt das Modell bereits seit einiger Zeit.

2G Plus – Was bedeutet das eigentlich?

In einigen Bundesländern wird neben 2G und 3G noch von der 2G Plus Regel gesprochen. Das bedeutet: Für Geimpfte und Genesene bleibt das Leben fast normal. Wenn Zahlen steigen – gemessen an Inzidenz, Hospitalisierungsrate und Intensivbettenbelegung – dann treten schrittweise Beschränkungen für Ungeimpfte in Kraft. Damit soll ein Lockdown für alle ausgeschlossen werden – es könnte aber zu einer Art Lockdown für Umgeimpfte kommen. Die 2G-Plus-Regel gilt beispielsweise schon in Rheinland-Pfalz.

Gilt die 2G-Regel auch für Kinder?

Tritt die 2G-Regel in Kraft, dürfen bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens nur noch von Geimpften und Getesteten genutzt werden. Gerade viele Kinder unter 12 Jahren sind allerdings noch nicht geimpft. In Hamburg galten durch die optionale 2G-Regelung bisher noch Ausnahmen für Kinder und Jugendliche. Bis 2. Oktober sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von der Nachweispflicht befreit. Anschließend wird die Ausnahme nur noch für alle Kinder unter zwölf Jahre gelten.
Der Berliner Senat hat nach heftiger Kritik sein beschlossenes 2G-Optionsmodell um eine Ausnahmeregelung für Kinder unter zwölf Jahren erweitert. „Diese dürfen grundsätzlich auch an 2G-Veranstaltungen teilnehmen und 2G-Einrichtungen betreten und nutzen", teilte der Senat am Mittwoch, 15.09., mit. Voraussetzung sei jedoch, dass sie negativ getestet seien. Zusätzlich gelten demnach die allgemeinen Ausnahmen von der Testpflicht für Kinder unter sechs Jahren und Schüler, die im Rahmen des Schulbesuchs regelmäßig getestet werden.

Umfrage: Mehrheit für 2G-Regel

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland findet es richtig, wenn nur gegen das Coronavirus Geimpfte und davon Genesene (2G) ins Restaurant gehen oder Veranstaltungen besuchen dürfen. In einer Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ äußerten sich 57 Prozent dahingehend. 33 Prozent halten es für falsch, wenn Gastronomie und Veranstaltungen nur noch Geimpften und Genesenen offen stehen. Von den Befürwortern wünschen sich 66 Prozent, dass 2G-Regeln verpflichtend eingeführt werden, 31 Prozent meinen, dass die Einführung jedem Gastronom oder Veranstalter überlassen werden sollte.

Nur Geimpfte und Genesene: Was bringt „2G“ in Deutschland?

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck sprach sich gegen „2G“-Begrenzungen aus, also Angebote nur für Geimpfte und Genesene. Dies sei „weder sozial noch medizinisch sinnvoll“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Diese Art der Beschränkung werde wenig bewirken. „Es ist doch nicht so, dass Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, nur noch frustriert alleine zu Hause sitzen und kein soziales Leben mehr haben“, erklärte er.

Rechtsexperte: Ungeimpfte müssen Nachteile durch 2G-Regel akzeptieren

Der Grundrechtsexperte Stefan Huster sieht keine rechtlichen Hindernisse für eine landesweite Einführung der 2G-Regel bei Veranstaltungen und in der Gastronomie. „Wer sich nicht gegen Corona impfen lassen will, muss Nachteile durch die 2G-Regel in Kauf nehmen“, sagte der Professor für Öffentliches Recht, Sozial- und Gesundheitsrecht an der Ruhr-Universität Bochum der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ, Dienstag). Huster erklärte, die Landesregierung könne „2G“ erlassen, wenn sie zugleich deutlich mache, dass dadurch das Infektionsrisiko gemindert werde.

Rechtsexperte: Einkauf von Lebensmitteln, Nahverkehr und Arbeitsplatz auch für Ungeimpfte zugänglich

Bereiche der Daseinsvorsorge wie der Einkauf von Lebensmitteln, der Nahverkehr oder auch der Arbeitsplatz müssten jedoch auch für Ungeimpfte zugänglich bleiben. „Aber dann müssten diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, im Betrieb die Tests auch selbst bezahlen“, betonte Huster. Eine unzulässige Diskriminierung ungeimpfter Bürgerinnen und Bürger könne er darin nicht erkennen, sagte Huster der WAZ: „Es ist ja der Sinn des Infektionsschutzrechts, diejenigen anders zu behandeln, von denen eine potenzielle Gefahr ausgeht. Das ist nicht sachfremd oder willkürlich, sondern ganz und gar angemessen.“ Zumal sich das Problem durch eine Impfung leicht beseitigen lasse. Es liege in der Eigenverantwortung der Menschen, für andere kein Risiko mehr darzustellen und nicht auf Kosten der Allgemeinheit zu handeln.

2G-Regel in Hamburg: Einschränkungen für Ungeimpfte

Seit dem 28.08.21, gilt in Hamburg das sogenannte 2G-Optionsmodell: Veranstalter können demnach selber entscheiden, ob sie künftig nur noch Geimpfte und Genesene einlassen und damit weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind oder ob sie weiter auf das 3G-Modell setzen und auch Getestete einlassen. Auch ein Wechsel zwischen den Modellen ist möglich. Werden auch Getestete eingelassen, gelten begrenzte Gästezahl und anderen Auflagen.
Nach Angaben der Hamburger Gesundheitsbehörde war der Stadtstaat das erste Bundesland, das das 2G-Modell in dieser Form umsetzte. Wer mitmachen möchte, muss sich über eine Website anmelden.

Hamburg lockert 2G-Modell - Maskenpflicht entfällt

Der Hamburger Senat hatte am Dienstag beschlossen, dass Fußballstadien vom kommenden Wochenende an unter 2G-Bedingungen wieder bis zum letzten Platz besetzt werden dürfen. Auch in den Musik-Clubs dürfen Geimpfte und Genesene vom Samstag an wieder ohne Maske und ohne Abstandsregelung tanzen, wie die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen sagte. Eine entsprechende Anpassung der Corona-Eindämmungsverordnung, in der die Maskenpflicht und die Kapazitätsgrenzen unter 2G-Bedingungen wegfallen, sei derzeit in Arbeit und werde rechtzeitig zum Samstag, 0.00 Uhr, in Kraft treten. Ferner habe der Senat beschlossen, dass 12- bis 17-Jährige Ungeimpfte „bis auf weiteres“ an 2G-Veranstaltungen teilnehmen dürfen. Bisher galt dafür eine Übergangsfrist von sechs Wochen.

Rheinland-Pfalz führt 2G-Plus-Regel ein: Einschränkungen für Ungeimpfte in RLP

Rheinland-Pfalz führte eine sogenannte 2G-Plus-Regelung mit Einschränkungen für Ungeimpfte ein. „Für Geimpfte und Genesene bleibt es bei einem sehr großen Stück Normalität", erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Für diese Gruppen sollen unbegrenzte Treffen möglich sein. Rheinland-Pfalz hat bereits Änderungen umgesetzt und drei Warnstufen eingeführt. Für Geimpfte und Genesene sind unbegrenzte Zusammenkünfte möglich. Dazu kann eine bestimmte Zahl Getesteter kommen.
Statt Inzidenzschwellen sollen laut der neuen Corona-Bekämpfungsverordnung die Intensivbettenauslastung und die Hospitalisierungstendenz Kriterien für weitere Schutzmaßnahmen sein. Einen weiteren Lockdown werde es nicht geben, erklärte Dreyer. Stattdessen soll bei steigenden Zahlen der Zutritt von Ungeimpften zu Veranstaltungen jeglicher Art und der Gastronomie schrittweise reduziert werden.
Laut Verordnung gibt es drei neue Warnstufen, die sich aus der Sieben-Tage-Inzidenz, dem Sieben-Tage-Hospitalisierungswert und dem Anteil der mit Covid-19-Erkrankungen belegten Intensivbetten zusammensetzen. Wenn mindestens zwei der Indikatoren über drei Tage am Stück bestimmte Werte erreichten, wird die nächsthöhere Stufe ausgerufen.
Generell dürfen sich laut Verordnung künftig maximal 25 ungeimpfte Menschen im öffentlichen Raum aufhalten. Bei Erreichen der Warnstufe zwei reduziert sich die Zahl auf zehn, bei Warnstufe drei auf fünf. An Veranstaltungen in geschlossenen Räumen dürfen bis zu 250 getestete Ungeimpfte teilnehmen. Auch diese Zahl reduziert sich beim Erreichen der Warnstufen zwei und drei.

2G-Option in Berlin: Nachweis muss digital überprüfbar sein

Berlinerinnen und Berliner müssen künftig bei der 2G-Option einen Nachweis dabei haben, der sich digital überprüfen lässt. „Man muss kein Smartphone haben, aber zumindest eine Bescheinigung mit einem QR-Code ausgedruckt dabei haben“, sagte Christian Gaebler (SPD), Chef der Senatskanzlei, am Dienstag nach der Senatssitzung. Das Vorgehen soll gegen Fälschungen helfen und Einheitlichkeit schaffen. In Berlin können Veranstalter oder Restaurantbesitzer selbst entscheiden, ob sie den Zutritt zu Innenräumen nur Geimpften oder Genesenen (2G) oder auch Getesteten (3G) erlauben. Außerdem beschloss der Senat am Dienstag eine Änderung der Quarantäneregeln für Kontaktpersonen. Wenn sie selbst regelmäßig auf eine Corona-Infektion getestet werden, können sie die Quarantäne bereits nach fünf Tagen durch einen negativen Schnelltest beenden.
Der Berliner Senat hatte die 2G-Regel bereits für einige Bereiche eingeführt. Geimpfte und Genesene dürfen seit dem vergangenen Wochenende wieder in den Innenbereichen von Klubs und Diskotheken tanzen. In Saunen, Thermen und ähnlichen Einrichtungen dürfen beide Gruppen wieder an Aufgüssen teilnehmen und Dampfbäder betreten.

2G-Regel BW: Neue Verordnung in Baden-Württemberg ab 16.09.

Baden-Württemberg droht eine vierte Corona-Welle. Wieder wird ein mehrstufiges Alarmsystem im Kampf gegen die Pandemie eingeführt. Es handelt sich diesmal um einen Paradigmenwechsel: Künftig bestimmen nicht länger die Infektionszahlen über die Freiheiten im Alltag, sondern die Lage in den Kliniken.
In der Warnstufe müssen Ungeimpfte einen PCR-Test für öffentliche Veranstaltungen in geschlossenen Räumen vorlegen - der ist teurer und aufwendiger. Ein Schnelltest reicht nicht mehr aus. Und mit der Alarmstufe tritt das 2G-Prinzip in Kraft. Kinos, Restaurants, Galerien, Museen, Messen, Volksfeste, Vereinsfeiern und viele andere Bereiche bleiben dann für Ungeimpfte tabu. Darüber hinaus treten schärfere Kontaktregeln für Ungeimpfte in Kraft: In der Warnstufe darf sich ein Haushalt nur noch mit fünf, in der Alarmstufe mit einer weiteren Person treffen.

2G-Regel in Bayern: Das sagt Söder zur möglichen neuen Corona-Regel

Bayern will im Unterschied zu Hamburg das umstrittene 2G-Modell nicht vorantreiben. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) machte klar, dass beim Zutritt zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen oder Fitnessstudios Getestete den Geimpften und Genesenen gleichgestellt blieben.
2G sei auch in Bayern „theoretisch möglich und nicht verboten, aber nicht vom Staat vorgeschlagen“, sagte Söder zu diesem Optionsmodell. Das „Herzstück“ der Verordnung in Bayern heiße 3G. Welche Corona-Regeln in Bayern seit der Änderung der Verordnung gelten, gibt es hier nachzulesen:

Brandenburg: Hier soll die 2G-Regel gelten

Wer ein Lokal, ein Hotel oder eine Veranstaltung besucht, wird ab Donnerstag in Brandenburg möglicherweise nur noch mit Corona-Impfung oder überstandener Covid-19-Erkrankung eingelassen. Das Kabinett beschloss am Dienstag, 14.09., in Potsdam, die 2G-Regel als Option für die Betreiber einzuführen. Sie haben die Möglichkeit, nicht Geimpfte oder nicht Genesene außen vor zu lassen, Kinder bis zu zwölf Jahren sind ausgenommen.
Für eingelassene Gäste fällt die Maskenpflicht weg, der Abstand wird geringer. In Kitas, Schulen, Ämtern, Museen, Bibliotheken und Schwimmbädern, im Einzelhandel und öffentlichen Nahverkehr gibt es für Ungeimpfte keine Einschränkungen. Für Schulen und Kitas gilt künftig, dass eine Corona-Quarantäne auf möglichst wenige Kinder beschränkt werden soll.
Die Corona-Regeln sollen sich nach Angaben des Ministeriums künftig an diesen Punkten orientieren:
  • an den neuen Corona-Patienten im Krankenhaus pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen (Hospitalisierungsrate),
  • den neuen Corona-Fällen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz),
  • den landesweit verfügbaren Intensivbetten und ihrer Auslastung
  • sowie an der Zahl geimpfter Menschen.

Niedersachsen führt freiwillige 2G-Option für weitere Branchen ein

Niedersachsen führt eine freiwillige 2G-Option für viele weitere Branchen ein. Wie Regierungschef Stephan Weil (SPD) am Dienstag im Landtag in Hannover ankündigte, dürfen künftig etwa Gastronomen sowie Betriebe in Bereichen wie Kultur und Sport auf eigenen Wunsch hin nur Geimpfte und Genesene einlassen. Besucher, die lediglich einen Corona-Test vorlegen, müssten draußen bleiben. Im Gegenzug werden dann die Masken- und Abstandspflicht ausgesetzt.
Weil sprach von einer „präventiven Maßnahme", die Gastronomen und Veranstalter einführen könnten. Einzelheiten will die Regierung demnach in einer neuen Coronaverordnung festlegen, die derzeit erarbeitet wird. Diskotheken und Clubs dürfen in Niedersachsen freiwillig schon nach dem 2G-Modell öffnen, Gäste sind dann von der Maskenpflicht befreit. Die Regelung zeige „durchweg guten Erfolg", sagte Weil im Landtag. Sie solle ausgeweitet werden.
Ungeimpften kündigte der niedersächsische Ministerpräsident bei einer erneuten Verschärfung der Coronasituation außerdem weitere Einschränkungen an. Ihnen werde dann erneut ein "schwieriger Herbst und Winter" bevorstehen, weil die Regierung auch weiterhin eine Überlastung des Gesundheitssystems entschieden verhindern werde. Geimpfte würden zugleich von Einschränkungen verschont bleiben, weil von ihnen keine nennenswerte Gefahr mehr ausgehe.

Keine Maskenpflicht und Mindestabstände bei Wolfsburg-Heimspielen

Bei den Bundesliga- und Champions-League-Heimspielen des VfL Wolfsburg gelten ab sofort keine Maskenpflicht und keine Mindestabstände im Stadion mehr. „Die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen eröffnet uns Möglichkeiten, auf die wir lange gewartet haben“, wird Geschäftsführer Tim Schumacher am Freitag in einer Mitteilung des Fußball-Bundesligisten zitiert. n Wolfsburg gilt bei Heimspielen die 2G-Regelung: Zuschauer müssen entweder geimpft oder genesen sein.

Hessen: 2G-Modell in Gastronomie

In Hessen kann die 2G-Regelung nach Angaben von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bereits ab Donnerstag angewandt werden. In Berlin soll sie voraussichtlich am Samstag in Kraft treten, wie der Senat am Dienstag beschloss. Schon jetzt gibt es dort ein 2G-Modell für Clubs und Diskotheken, die Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen anbieten sowie für Aufgüsse etwa in Saunen.

Mecklenburg-Vorpommern will aktuell keine 2G-Regeln einführen

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will eine 2G-Regel derzeit nicht in ihrem Bundesland einführen. „Ich denke, dass wir weiter auf 3G setzen müssen“, sagte sie im Interview des Radiosenders Bayern 2 des Bayerischen Rundfunks. In Hamburg können Veranstalter und Wirte seit Samstag selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen - also auch aktuelle Tests akzeptieren.

Saarlands Ministerpräsident Hans favorisiert 3G-Regelung

Das Saarland will die 2G-Regelung, die nur Geimpften und Genesenen Zutritt zu bestimmten Einrichtungen und der Gastronomie erlaubt, nicht flächendeckend einführen. „Ehrlich gesagt möchte ich keine Gesellschaft haben, in der Menschen, die schwanger sind, oder Familien mit Kindern nicht mehr vor die Tür gehen und nicht mehr ins Restaurant gehen können. Das kann nicht sein“, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Donnerstag in Saarbrücken.
Für den öffentlichen Raum halte er die 3G-Regel für absolut ausreichend und auch gut geeignet, der Pandemie die Stirn zu bieten. Einen erneuten Lockdown und eine Impfpflicht lehnte der Ministerpräsident ab, ebenso wie eine Befreiung von der Maskenpflicht für Geimpfte und Genesene.

2G-Optionsmodell für Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sollte ab Dienstag ein „2G-Optionsmodell“ gelten, wie die Landesregierung mitteilte. Veranstalter können damit selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen oder ob sie weiterhin das 3G-Modell (geimpft, genesen, getestet) nutzen wollen - also auch aktuelle negative Tests akzeptieren. Brandenburg plant ebenfalls die Einführung der „2G-Regel“. Veranstalter und Betreiber können demnach nur Geimpften, Genesenen und Kindern bis 12 Jahren Zutritt gewähren, einzelne Corona-Auflagen sollen entfallen.

Nordrhein-Westfalen: Kölner Karneval mit 3G und 2G

In Nordrhein-Westfalen wurde bisher kein konkreter Plan für eine landesweite Umsetzung der 2G-Regel angekündigt. Die Stadt Köln hat nun allerdings ihr Konzept zur Umsetzung des traditionellen Karnevalsauftakts am 11.11. veröffentlicht. Teile der Altstadt und rund um die bei Jecken beliebte Zülpicher Straße sollen zu einer 3G-Zone gemacht werden: Zutritt hätte damit nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist, wie nach einem Runden Tisch mit den Karnevalsverantwortlichen mitgeteilt wurde.
Per Allgemeinverfügung solle es eine „Zutrittsregelung“ geben, die unter anderem rund um den Heumarkt gilt. Auf dem Platz selbst - wo es wie gewohnt eine Bühne geben soll - setzt der Veranstalter sogar auf die 2G-Regel: Dort darf nur rein, wer geimpft oder genesen ist.
Auch das sogenannte Kwartier Latäng rund um die Zülpicher Straße soll laut Mitteilung vom Montagabend mit einer 3G-Zutrittsregel belegt werden. Die Straße mit vielen Kneipen war vor Corona zum Karnevalsauftakt und an Karneval selbst stets dicht gefüllt.

Sachsen: Seit 23.09 das 2G-Optionsmodell

In Sachsen gibt es für Geimpfte und Genesene künftig mehr Freiheiten. Mit der neuen Corona-Schutzverordnung, die seit Donnerstag (23. September) gilt, greift erstmals ein sogenannten 2G-Optionsmodell. Wer als Veranstalter oder Clubbetreiber nur geimpften oder genesenen Menschen Zugang gewährt, kann dann auf die Einhaltung von Mindestabstand, Maskenpflicht oder Kapazitätsbeschränkungen verzichten. Niemand sei verpflichtet, jeder könne das Modell für sich selbst abwägen, hatte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) nach dem Beschluss im Kabinett erklärt.
Das Optionsmodell gilt unter anderem für die Innengastronomie, Veranstaltungen in Innenräumen, Events von bis zu 5000 Personen, Hallenbäder, Saunen, Diskotheken oder bei touristischen Busreisen. Für den Einzelhandel bleibt es bei den Regeln wie Hygienekonzept und der Maskenpflicht. Für unter 16-Jährige gilt das 2G-Modell außerdem nicht. Sie brauchen auch keinen Test, weil sie ohnehin in der Schule regelmäßig getestet werden.

Gastronomie Sachsen: Gemischte Reaktionen auf 2G-Modell

Bei den Gastwirten stoßen die neuen Regelungen auf gemischte Reaktionen. „Es wird sehr unterschiedlich diskutiert“, sagte der Hauptgeschäftsführer des sächsische Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Axel Klein, der Deutschen Presse-Agentur. Für Diskotheken, Tagungen oder Messeveranstalter etwa hält er das Optionsmodell durchaus für umsetzbar. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden.“
Bei etwa 40 Prozent der Dehoga-Mitglieder stoße das Modell auf Ablehnung, die anderen zögen es in Erwägung, erläuterte Klein das Stimmungsbild der Branche. Eine Befürchtung hat er allerdings: Wenn sich der Gastronom dafür entscheide, nur noch Geimpfte und Genesene einzulassen, müsse er mit Kritik der Besucher rechnen. „Jetzt haben wir den Schwarzen Peter.“

Neue Kennzahlen für Corona-Regeln: Hospitalisierungsrate soll Inzidenz ersetzen

Als wichtigste Messlatte für mögliche neue Beschränkungen soll die Zahl der Corona-Patienten in den regionalen Kliniken verankert werden – dies soll die bisherige Orientierung an den Infektionszahlen ablösen, die angesichts des Impffortschritts nicht mehr als so aussagekräftig gelten. Die Neuregelungen sollen auch Klarheit für die nächste Zeit schaffen, in der eine Regierungsbildung geklärt werden dürfte. Der Bundesrat muss in einer Sondersitzung am Freitag ebenfalls noch zustimmen. Hier gibt es alle Infos zur Hospitalisierungsrate.

Keine Entschädigung für Ungeimpfte bei Verdienstausfällen?

In ersten Bundesländern sollen Nicht-Geimpfte bald keinen Anspruch auf Entschädigung bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Quarantäne mehr haben. Über einen bundesweit einheitlichen Umgang damit wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Mittwoch kommender Woche beraten. Dies sieht das Bundesinfektionsschutzgesetz bereits vor, wenn eine Absonderung hätte vermieden werden können, indem man eine empfohlene Schutzimpfung in Anspruch nimmt.

Testpflicht für Arbeitnehmer und Selbstständige bundesweit?

In einem Antrag Baden-Württembergs für die nächste Gesundheitsministerkonferenz wirbt Baden-Württemberg für eine bundeweite Testpflicht für Beschäftigte mit Außenkontakt. Sind Beschäftigte und Selbstständige ohne Impf- oder Gensesenennachweis im Publikumsverkehr tätig, will Baden-Württemberg eine Testpflicht für diese Personen einführen: So müssten Kundinnen und Kunden sowie Besucherinnen und Besucher in fast allen Innenräumen etwa der Gastronomie, in Kultureinrichtungen oder Fitnessstudios einen Nachweis über Impfung, Test oder Genesenenstatus vorlegen, heißt es in dem Antrag. Solche 3G-Pflichten gelten allerdings nicht für Beschäftigte der jeweiligen Branchen. Zwar müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber Beschäftigten jenseits vom Homeoffice mindestens zweimal pro Woche einen Covid-19-Test anbieten, doch die Mitarbeitenden müssen dieses Angebot nicht wahrnehmen. Deswegen gebe es gerade bei beruflichen Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten mit von der 3G-Pflicht Betroffenen Kontakt hätten, „ein Ungleichgewicht der Schutzmaßnahmen“, heißt es weiter im Antrag. Über den Antrag soll zunächst auf einer Amtschefkonferenz an diesem Donnerstag und Freitag in Würzburg beraten werden. Baden-Württemberg hat eine entsprechende Regelung bereits beschlossen.