• Einigung der Gesundheitsminister der Länder: Auffrischungsimpfungen für alle, deren Impfung mehr als sechs Monate her ist.
  • Seit Anfang September können Personen, die zu Risikogruppen gehören, in Deutschland die Corona-Impfung ein drittes Mal bekommen
  • Bei der 3. Corona-Impfung werden die mRNA-Impfstoffe Biontech und Moderna gespritzt
  • Eine dritte Impfdosis wird gespritzt, um ein weiteres Ansteigen der Corona-Zahlen und Inzidenzwerte in der Bundesrepublik zu verhindern und damit Mutationen des Virus entgegenzuwirken
  • Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat eine Empfehlung für eine Auffrischungsimpfung für alle über 70 Jahren ausgesprochen

Gesundheitsminister der Länder wollen die Booster-Impfung für alle

Nach zweitägigen Beratungen haben sich die Gesundheitsminister der Länder auf einige einheitliche Maßnahmen im Umgang mit der sich immer weiter verschärfenden Corona-Lage verständigt. Klaus Holetschek (CSU), Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz und bayerische Gesundheitsminister sagte am Freitag, 05.11.21, in Lindau, es solle Auffrischungsimpfungen für alle geben, deren zweite Impfung mehr als sechs Monate her ist. Aufgrund der schwierigen Lage auf den Intensivstationen und in den Alten- und Pflegeeinrichtungen müssten altere und vorerkrankte Menschen sowie medizinisches und pflegerisches Personal die Booster-Impfungen schnell erhalten, sagte Holetschek.

Jens Spahn zur 3. Corona-Impfung: „Boostern als Regel, nicht Ausnahme“

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte, die Auffrischungsimpfungen, also das Boostern, solle zur Regel werden: „Boostern sollte die Regel werden, nicht die Ausnahme“, so der scheidende Gesundheitsminister. Es sei vereinbart worden, dass die Impfungen in den Arztpraxen verabreicht werden, die Länder aber auch eigene Angebote machen, etwa mit mobilen Impfteams, Impfbussen oder auch der Wiedereröffnung von Impfzentren. Wegen ihrer Priorisierung bei Erst- und Zweitimpfungen seien dabei zunächst vor allem Ältere, Vorerkrankte und medizinisches Personal an der Reihe. „Gerade dort macht das Boostern jetzt Sinn“, sagte Spahn.

Dritte Impfung Corona: Hausärzte sind wegen zunehmender Belastung besorgt

Kritik wegen organisatorischer Hürden durch den Bund üben bayerische Hausärzte: „In den Praxen besteht bei den Booster-Impfungen das Problem, dass wir Impfstoff nur mit zwei Wochen Abstand im Voraus bestellen können“, sagte der bayerische Hausärzte-Präsident Markus Beier der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitag). „Das ist aber in der aktuellen Situation geradezu unmöglich vorauszuplanen“, sagte er und forderte: „Wir müssen wieder wöchentlich bestellen können“. Und weiter: „Es ist ganz offensichtlich, dass Booster-Impfungen gut wirken und die Impfungen gestaffelt nach Dringlichkeit auch bei jüngeren Menschen nach einer gewissen Zeit von mindestens einem halben Jahr noch mal aufgefrischt werden sollten.“ Gleichzeitig warnte Beier vor einer zunehmenden Belastung der Hausarzt-Praxen: „Im Moment ist die Lage angespannt, sowohl die pandemiebedingten Infektionen als auch allgemeine Infekte sind deutlich über dem Niveau der vergangenen Monate“, erklärte er. „Wir behandeln und testen in vielen Praxen deutlich mehr Patientinnen und Patienten, dazu kommen nun auch vermehrt Booster-Impfungen“, so Beier.

Hausärzte sollen ältere Patienten anschreiben

Um die Booster-Impfungen bei Senioren zu beschleunigen, sollten Ärzte verpflichtet werden, ihre älteren Patienten anzuschreiben und über die dritte Impfung zu informieren, heißt es in einem Gestzentwurf, an dem Ampel-Fraktionen derzeit arbeiten.

Booster Impfung gegen Covid: Was rät die Stiko?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will in absehbarer Zeit entscheiden, ob Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus in Deutschland für alle Bevölkerungsgruppen empfohlen werden. Es gebe Daten aus internationalen Studien, die dafür sprächen, wobei geprüft werden müsse, inwieweit diese Ergebnisse auf Deutschland übertragbar seien, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens. „Eine Entscheidung darüber wird in wenigen Wochen fallen.“
Derzeit empiehlt die Stiko Menschen, die mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, sich zusätzlich mit einem mRNA-Impfstoff impfen zu lassen. Vier Wochen nach der ersten Dosis Johnson & Johnson könne die Auffrischungsimpfung erfolgen, erklärte das Expertengremium.
Außerdem empfilet die Stiko folgenden Personengruppen die Booster-Impfung:
  • Menschen ab 70 Jahren
  • Bewohnerinnen und Bewohner unter 70 Jahren in Alten- und Pflegeheimen
  • Pflegepersonal und andere Tätige mit direktem Kontakt zu den zu Pflegenden in ambulanten, teil- oder vollstationären Einrichtungen der Pflege
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt

Dritte Impfung erhöht Schutz vor Corona laut Studie aus Israel deutlich

Medizin-Experten betonten die hohe Wirksamkeit der Auffrischungsimpfungen. Der Schutz könne nach einer dritten Impfung deutlich steigen , sagte der Berliner Immunologieprofessor Leif Erik Sander. Er verwies auf eine aktuelle Studie aus Israel, die einen nach der dritten Impfung um das 20-fache erhöhten Schutz belege.
Angesichts der sich verschärfenden Lage zeichnete sich ein baldiges Spitzentreffen von Kanzlerin Merkel mit den Länderchefinnen und -chefs ab; dies könnte kommende Woche stattfinden. Merkel sei offen für ein solches Treffen, sagte Seibert.

Streeck: dritte Impfung als Lösung im Kampf gegen vierte Corona-Welle zweifelhaft

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck bezweifelt, dass Auffrischungsimpfungen die vierte Corona-Welle in Deutschland brechen können. „Die Hoffnung auf den Booster als Lösung gegen die vierte Welle könnte sich als trügerisch erweisen“, sagte Streeck dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zwar könne die Booster-Impfung den Anteil an Impfdurchbrüchen reduzieren, wie Studien aus Israel gezeigt hätten. „Meine Sorge aber ist, dass nicht der Booster für das Brechen der dritten Welle in Israel verantwortlich war“, sagte der Virologe. Streeck verwies auf die überraschend stark gestiegenen Fallzahlen im Dezember und Januar des Vorjahres, nachdem die Welle im November gebrochen worden war. „Ich fürchte, dass dies jetzt wieder passiert und nicht der Booster, sondern ein bisher unbekannter Faktor die Welle in Israel gebrochen hat“, sagte er.
Streeck hält die Auffrischungsimpfung aber dennoch zum Schutz älterer Menschen für notwendig. „Denn was uns Studien aus Israel auch gezeigt haben: Der Booster wirkt und kann schwere Verläufe verhindern.“ Allerdings sprach sich der Virologe gegen eine schnelle dritte Impfung für alle aus. Er verwies darauf, dass die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung noch nicht auf die Gesamtbevölkerung ausgeweitet hat. „Ich sehe es als wichtig an, diese Entscheidung abzuwarten.“

Spahn: Länder sollen Impfzentren wieder startklar machen

Angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen fordert der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Länder auf, ihre Impfzentren wieder hochzufahren. „Um möglichst vielen möglichst schnell eine Auffrischungsimpfung zu ermöglichen, sollten die Länder die Impfzentren, die sie seit Ende September in Standby bereithalten, nun wieder startbereit machen“, sagte er der „Rheinischen Post“. Zudem riet Spahn dazu, in einem ersten Schritt alle Menschen über 60 schriftlich zur Impfung einzuladen. Hintergrund ist, dass mehr Menschen eine Auffrischungsimpfung - die Booster-Impfung - gegen die nachlassende Wirkung des Impfstoffs wahrnehmen sollen. Am Wochenende hatte Spahn auch einen Gipfel zum Thema Auffrischungsimpfungen von Bund und Ländern gefordert.

Städte kritisieren Debatte über Reaktivierung von Impfzentren

Die Städte haben die Debatte über eine kurzfristige Reaktivierung von Impfzentren für Corona-Auffrischungsimpfungen kritisiert. Ein Impfzentrum sei „keine Taschenlampe“, die je nach Stimmungslage aus- und wieder angeknipst werden könne, heißt es in einem Schreiben des Deutschen Städtetags an die Gesundheitsminister der Länder, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Strukturen seien verändert, Flächen anderweitig genutzt, Personal umgeschichtet worden. Ein derartiger Richtungsumschwung sei nicht nachvollziehbar. „Auch in der Pandemie braucht es ein Mindestmaß an Kalkulierbarkeit von Entscheidungen“, mahnte der Städtetag.
Der Chef des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hält ebenfalls nichts von der Forderung, geschlossene Impfzentren wieder zu öffnen. Das Impfen dort sei „etwa zehnmal so teuer wie beim Hausarzt“, sagte er in der „Passauer Neuen Presse“.

Corona in BW: Dritte Impfung für alle empfohlen

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) appelliert an die Bevölkerung, das Angebot der Auffrischimpfung zu nutzen. Im Spätsommer wurde die dritte Impfdosis gegen Covid-19 vor allem Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen empfohlen, jetzt geht Lucha einen Schritt weiter. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, sollten sich alle Altersgruppen erneut impfen lassen, sofern die zweite Impfung mindestens ein halbes Jahr zurückliegt.
„Wir dürfen unseren großen Erfolg bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf keinen Fall gefährden. Deshalb ist es wichtig, dass wir alle geschützt bleiben – allen voran ältere Menschen und die Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen. Aber auch bei bestimmten Berufsgruppen wie Pfleger, Lehrerinnen, Erzieher oder Polizistinnen, die Kontakt zu vielen Menschen haben, werben wir für die Drittimpfung. Sie alle wurden schon sehr früh geimpft, entsprechend ist davon auszugehen, dass die Immunantwort langsam nachlässt“, sagte Lucha.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine erneute Corona-Impfung hingegen vor allem für über 70-Jährige und bestimmte Berufe. Das Gremium prüfe derzeit aber intensiv, ob die sogenannte Booster-Impfung auch für alle empfohlen werden kann. Das sagte Stiko-Chef Thomas Mertens im ZDF.

Auffrischungsimpfung Studie: Biontech-Studie zeigt hohe Wirksamkeit

Während des Studienzeitraums gab es den Angaben zufolge in der Gruppe der Auffrischungsimpfungen fünf Covid-19-Fälle, während in der Placebo Gruppe 109 Fälle auftraten. Es habe sich gezeigt, dass eine Auffrischung den hohen Impfschutz, der nach der zweiten Dosis erreicht worden sei, wiederherstelle, erklärten die Unternehmen. „Diese wichtigen Daten erweitern den bestehenden Kenntnisstand und zeigen, dass Auffrischungsimpfungen dabei helfen können, große Teile der Bevölkerung vor diesem Virus und seinen Varianten zu schützen“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin.

Valneva Corona-Impfstoff: Totimpfstoff gegen Corona bald auf dem Markt?

Der neu erforschte Corona-Impfstoff Valneva ist Gegensatz zu den bisher in Europa und Nordamerika zugelassenen Impfstoffen ein klassischer inaktiver Impfstoff (Totimpfstoff), wie er beispielsweise auch gegen Tetanus oder Hepatitis A und B eingesetzt wird. In Deutschland könnte er im Frühjahr 2022 zugelassen werden. Erste Studien waren erfolgreich. Den Studien des französisch-österreichischen Herstellers Valneva mit dem ersten Totimpfstoff gegen das Coronavirus mit dem Namen VLA2001 könnte etwa wirksamer sein als der Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca.
Der Impfstoff von Valneva ist ähnlich strukturiert wie klassische Grippe-Vakzine und soll in normalen Kühlschränken gelagert werden können. Bislang ist noch kein Impfstoff mit dieser Wirkweise in der EU zugelassen.

Nebenwirkungen bei Biontechs 3. Booster-Impfung

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem eine Corona-Auffrischungsimpfung mit Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna. Auch für Menschen ab 18 Jahren komme eine Booster-Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer in Betracht. Für Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem empfiehlt die EMA eine Corona-Auffrischungsimpfung mit Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna. Zu diesem Schluss seien die Experten des EMA-Ausschusses für Humanarzneimittel nach der Auswertung von Studien gekommen, teilte die Behörde am Montag in Amsterdam mit.
Es habe sich gezeigt, dass eine dritte Dosis dieser Impfstoffe bei Patienten, die eine Organtransplantation erhalten hatten, die Fähigkeit zur Bildung von Antikörpern gegen das Virus Covid-19 verstärkt. Die EMA stützte sich auf Untersuchungen mit dem Biontech-Impfstoff Comirnaty, die einen Anstieg von Antikörpern bei 18- bis 55-Jährigen zeigten. Die Prüfung entsprechender Studien mit dem Moderna-Impfstoff Spikevax sei noch im Gange. Ein Risiko von entzündlichen Herzerkrankungen oder anderen sehr seltenen Nebenwirkungen nach Auffrischungsimpfungen sei derzeit noch nicht bekannt; dies werde sorgfältig beobachtet. Wie bei allen Arzneimitteln überwache die EMA weiterhin alle Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe. Die Behörde wies zudem darauf hin, dass die Entscheidung, ob zusätzliche Impfdosen angeboten würden, bei den einzelnen EU-Mitgliedstaaten liege.

3. Corona-Impfung: Booster nach sechs Monaten für Immunschutz

Seit Anfang September 2021 ist es möglich, eine Corona-Auffrischimpfung zu bekommen. Die Stiko will die dritte Impfung jetzt auch für Menschen mit Immunschwäche empfehlen. Bei einer Auffrischungs- oder auch Booster-Impfung erhalten bereits vollständig geimpfte Menschen nach rund sechs Monaten eine weitere Dosis eines zugelassenen Corona-Impfstoffs. Diese neue Spritze soll einem nachlassenden Immunschutz vorbeugen. Denn durch einen Booster können sich mehr Antikörper gegen das Coronavirus bilden.
Der Start der Auffrischimpfungen geht auf eine entsprechende Entscheidung der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) von Anfang August zurück. Gassen sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Ständige Impfkommission (Stiko) habe die Daten, um für bestimmte Gruppen eine Empfehlung auszugeben. Deshalb sei sie für solche Vorgaben die richtige Institution.

Dritte Impfung in BW: Booster freigegeben für über 60-Jährige

Ab sofort können sich in Baden-Württemberg auch Menschen ab 60 Jahren ein drittes Mal gegen das Coronavirus impfen lassen. Das teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag (21. September) mit.

Nebenwirkung bei paralleler Grippe-Impfung möglich? – Stiko-Empfehlung

Impfreaktionen könnten bei gleichzeitigen Impfungen häufiger auftreten als bei der getrennten Gabe, hieß es. Umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-Covid-19-Impfstoffen zeigten bisher aber, dass die Immunantwort und Nebenwirkungen generell denen einer Solo-Gabe ähnelten.
Für Deutschland gibt es laut Stiko noch keine veröffentlichten Ergebnisse zur simultanen Anwendung von zugelassenen Corona-Impfstoffen und anderen Totimpfstoffen. Unveröffentlichte Daten aus Großbritannien zeigten jedoch nur eine leicht erhöhte Körperreaktion bei gleichzeitiger Anwendung von Covid-19- und Influenza-Impfstoffen.