Die Geiselnahme in Dresden ist beendet. Der Täter sei gefasst und verletzt, teilte die Polizei am Samstag, 10. Dezember, mit. Am Nachmittag informierte die Polizei, dass der Geiselnehmer von Dresden tot ist. Der 40-Jährige habe beim Zugriff und bei der Befreiung der Geiseln - einer Angestellten und einem Kind - tödliche Verletzungen erlitten.
Gegen 7.20 Uhr hatte die Polizei in Dresden-Prohlis zunächst in einem Mehrfamilienhaus eine tote Frau gefunden. Das Tötungsdelikt stehe in Zusammenhang mit dem Einsatz in der Dresdner Innenstadt, teilte die Polizei mit. Tatverdächtig sei der 40-jährige deutsche Sohn der Frau (62). Die Polizei bezeichnete den nun festgenommen Mann als psychisch auffällig.
In der Dresdner Innenstadt war ein Großaufgebot von schwer bewaffneten Polizisten im Einsatz. Hintergrund war die Geiselnahme. In diesem Zusammenhang waren die Altmarktgalerie und angrenzende Bereiche evakuiert worden.
Auch der Striezelmarkt wurde geschlossen.
Laut „Bild“-Zeitung hatte der Mann zunächst seine Mutter getötet und war anschließend zum Studio von „Radio Dresden“ im Ammonhof gestürmt. Dort habe er um sich geschossen haben. Wie die Polizei am Abend mitteilte, hatte der Mann das Kind (9) einer Bekannten dabei.
Danach sei er mit einem Auto davon gefahren und hat sich laut Polizei in der Altmarktgalerie mit dem Kind und einer Mitarbeiterin (38) eines Marktes in einem Büro verschanzt.
Von dort aus rief der 40-Jährige den Notruf der Polizeidirektion Dresden an.

Polizei bestätigt Leichenfund in Dresden-Prohlis

Die Polizei hatte wegen der Geiselnahme darum gebeten, die Dresdner Innenstadt zu meiden. Der Bereich rund um die Altmarktgalerie war abgesperrt. Wie am Abend weiter bekannt wurde, nahmen die Einsatzkräfte Schussgeräusche aus dem Büro wahr, und es erfolgte ein vorbereiteter Notzugriff. Dabei mussten die Beamten den Angaben zufolge eine Tür gewaltsam öffnen.
Der Täter war laut Polizei zu diesem Zeitpunkt bewaffnet und befand sich mit den beiden Geiseln im Raum. „Daraufhin kam es zum Schusswaffeneinsatz des Spezialeinsatzkommandos, in dessen Folge der 40‑Jährige tödlich verletzt wurde. Er hatte eine scharfe Pistole dabei“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei Sachsen. Insgesamt waren rund 300 Beamte im Einsatz.
Inzwischen liegt laut Polizei keine Gefahrensituation mehr vor. Die Sperrung der Innenstadt wird aufgehoben. Der berühmte Striezelmarkt ist wieder offen. Die Altmarktgalerie aber bleibt bis auf Weiteres geschlossen.
Die Altmarktgalerie ist ein Einkaufszentrum in der Dresdner Innenstadt. Sie ist benannt nach dem Dresdner Altmarkt, an dem das Gebäude liegt.