• In Würzburg hat es am Freitag einen Messer-Angriff in der Innenstadt gegeben
  • Es gibt drei Tote und mehrere zum Teil lebensgefährlich
  • Die Polizei war im Großeinsatz
  • Der Täter ist gefasst - keine Hinweise auf weitere Tatverdächtige
  • Ermittlungen von Polizei und Kripo laufen weiter
  • Polizeipressekonferenz am Samstagnachmittag
  • Bayerns Innenminister Herrmann war noch am Abend angereist und hatte sich zur Attacke geäußert
  • Bereits 2016 hatte es in Würzburg einen schweren Angriff mit einer Axt und einem Messer in einer Bahn gegeben
Bei einer Messerattacke in der Würzburger Innenstadt am Barbarossaplatz sind am Freitag drei Menschen getötet und mehrere Menschen verletzt worden, mindestens zwei davon lebensgefährlich. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) war noch am Abend nach Würzburg gereist und sagte, es sei nicht klar, ob alle der Schwerstverletzten überleben würden. Insgesamt seien fünf Menschen schwerstverletzt worden, darüber hinaus habe es weitere Verletzte gegeben. „Wir müssen jetzt hoffen und beten, dass die Schwerstverletzten überleben“, sagte er. Zur Identität der Opfer machte er keine Angaben.

Pressekonferenz der Polizei nach tödlichem Messerangriff in Würzburg

Update: 26.06.2021, 15:38 Uhr

Bei der Messerattacke von Würzburg sind drei Frauen in einem Kaufhaus getötet worden. Das sagte Unterfrankens Polizeipräsident Gerhard Kallert bei der Pressekonferenz am Samstagnachmittag in Würzburg.
Der Verdächtige habe sich unmittelbar vor der Attacke in dem Geschäft nach Messern erkundigt, sich eines aus einer Auslage geschnappt, sofort auf eine Verkäuferin eingestochen und sie tödlich verletzt. Anschließend tötete der Mann nach bisherigen Erkenntnissen dort zwei weitere Frauen. Danach griff er weitere Menschen in einer Bank und auf der Straße an.
„Ich habe Verletzte gesehen, ich habe Tote gesehen“, sagte Kallert. Er bedankte sich unter anderem bei Bürgern, die durch das Verbrechen in eine Extremsituation geraten seien und mitgeholfen hätten, den Täter in eine Gasse zu treiben.

Polizei zum Tathergang des Messerangriffs in Würzburg mit drei Toten und mehreren Verletzten

Update: 26.06.2021, 15:49 Uhr

Wie kam es zu der tödlichen Messerattacke am Würzburger Barbarossaplatz? Nach bisherigen Ermittlungen soll der Beschuldigte gegen 17 Uhr ein Kaufhaus betreten und sich dort nach Messern erkundigt haben. Dann soll er sich ein Messer aus der Auslage gegriffen und unvermittelt die Verkäuferin niedergestochen haben. Diese starb noch am Tatort an ihren Verletzungen. Anschließend soll er zwei weitere Frauen mit dem Messer angegriffen und getötet haben.
Währenddessen wurde die Polizei per Notruf alarmiert - alle verfügbaren Kräfte waren kurz darauf am Barbarossaplatz. In der Zwischenzeit soll der Täter das Kaufhaus verlassen haben und weitere Menschen bedroht und verletzt haben. Zeugen gelang es ihn in eine Gasse zu treiben. Dort konnte die Polizei den Mann - noch immer mit dem Messer in seiner Hand - durch Schusswaffengebrauch stoppen, so dass keine Gefahr mehr von ihm ausging und er nicht mehr fliehen konnte. Schließlich nahm die Polizei den Beschuldigten fest. Rund 300 Einsatzkräfte waren auch nach der Festnahme waren noch im Einsatz.
Ermittlungen der Kripo und die Spurensicherung wurden umgehend eingeleitet. Die Identität des mutmaßlichen Täters musste schnell geklärt werden. Über die Sozialen Medien gab die Polizei bekannt, dass nun keine Gefahr mehr für die Bevölkerung bestehe.

Polizei nimmt mutmaßlichen Täter nach Messerangriff in Würzburg fest

Update: 25.06.2021, 23:07 Uhr

Mehrere Medien hatten am Freitag zuvor darüber berichtet. Die „Main Post“ hatte zunächst von Gerüchten über einen möglichen Amoklauf geschrieben und sich auf die Polizei Unterfranken bezogen. Diese habe in der Innenstadt einen Großeinsatz, hieß es zunächst in dem Bericht. Auch andere Nachrichtenseiten und Nachrichtenagenturen hatten von Verletzten und Toten berichtet.
Der mutmaßliche Täter, ein 24 Jahre alter Somalier, sei überwältigt und festgenommen worden, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur DPA. Die Polizei habe dafür schießen müssen. Der Verdächtige sei verletzt worden, aber außer Lebensgefahr.

Herrmann nach Messerangriff: „Könnte sich um islamistischen Anschlag handeln“

Bayerns Innenminister Herrmann war nach der Messerattacke nach Würzburg gereist. Bei der Einordnung der Tat schloss Herrmann der Nachrichtenagentur DPA zufolge „zum jetzigen Zeitpunkt einen islamistischen Anschlag nicht aus“. „Es gibt jedenfalls Indizien dafür, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handeln könnte“, sagte der CSU-Politiker am Freitag der DPA. Ein Zeuge gab Herrmann zufolge an, der Verdächtige habe bei der Tat „Allahu Akbar“ gerufen.
Nach Angaben der Ermittler ist der Mann hingegen nicht wegen Straftaten polizeibekannt, die „Richtung Islamismus bisher hindeuten“. Das sagte ein Polizeisprecher am Freitagabend in der Mainstadt. „Wir müssen natürlich alle Erkenntnisse zusammentragen, die es irgendwo gibt.“ Das werde einige Zeit dauern. Der Verdächtige habe bei den Ermittlern kurze Angaben gemacht. Was genau der 24-jährige Somalier sagte, blieb zunächst unklar.

Messerangriff in Würzburg: Mutmaßlicher Täter offenbar in psychiatrischer Behandlung

Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) sagte, der Verdächtige habe einen Migrationshintergrund, sei seit fünf Jahren im Land und in psychiatrischer Behandlung gewesen. Schuchardt zeigte sich sehr betroffen über dieses „schreckliche Verbrechen“. Zahlreiche couragierte Bürgerinnen und Bürger hätten sich dem Mann in den Weg gestellt und versucht, ihn zu stoppen. Er finde es unglaublich, dass diese Menschen so engagiert gehandelt und ihr eigenes Leben gefährdet hätten.
Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete die Nachricht von Toten und Verletzten bei einer Messerattacke am Freitag in Würzburg als entsetzlich und schockierend . „Wir trauern mit den Opfern und ihren Familien“, schrieb der CSU-Politiker auf Twitter und fügte hinzu: „Wir bangen und hoffen mit den Verletzten.“ Zudem dankte er Zeugen: „Ein großer Dank und Respekt für das beherzte Eingreifen vieler Bürger, die sich dem mutmaßlichen Angreifer entschlossen entgegenstellten.“

Verletzte und Tote nach Messerangriff am Würzburger Barbarossaplatz

Die „Main-Post“ hatte am frühen Freitagabend von einem Mann berichtet, der Menschen am Barbarossaplatz in der Würzburger Innenstadt mit einem Messer angegriffen habe. Dies war allerdings zunächst nicht bestätigt worden, bestätigt waren dem Bericht nach zunächst „mehrere Verletzte“. Aus Polizeikreisen hatte die Redaktion dann aber erfahren, dass es mindestens sechs Schwerverletzte und drei Tote gegeben habe. „RTL“ hatte derweil zunächst von zwei Toten berichtet. Auch der TV-Sender NTV berichtete von „mehreren Toten“, ohne aber eine konkrete Zahl zu nennen.

Messer-Attacke in Würzburg: Keine Hinweise auf weitere Täter

Der Mann hatte der DPA zufolge „scheinbar wahllos Passanten attackiert und mehrere Menschen getötet“. „Wir haben keinerlei Hinweise auf weitere Täter“, sagte ein Polizeisprecher dem Bericht der Nachrichtenagentur nach. Über die möglichen Motive des Festgenommenen wurde zunächst nichts bekannt.
RTL hatte schnell am Abend berichtet, der Tatverdächtige sei angeschossen worden, aber am Leben. Die Polizei twitterte hierzu laut der Nachrichtenagentur AFP: „Der Angreifer wurde nach polizeilichem Schusswaffengebrauch überwältigt.“
Wie das „Main-Echo“ berichtete, sollen Passanten davor versucht haben, den Mann aufzuhalten. Die Polizei war nach eigenen Angaben gegen 17 Uhr alarmiert worden.

Attacke in Würzburg: OB vor Ort

Die Main-Post veröffentlichte in ihrem Artikel am frühen Abend Bilder aus der Würzburger Innenstadt, die viele Einsatzkräfte zeigen, zudem seien „mehrere Sanitätswagen vor Ort“. Auch OB Christian Schuchardt war demnach schnell in die Innenstadt gekommen.
Wie die Polizei Unterfranken in einem Tweet auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zudem kurz nach dem Eingang des Alarms präzisiert hatte, sollen Teile um den Barbarossaplatz abgesperrt worden sein.

Polizei Würzburg für Privatsphäre der Opfer: „Bitte keine Videos teilen“

Auch die Nachrichtenagentur DPA hatte am Freitagabend zunächst in einer ersten Meldung über einen „Vorfall in der Würzburger Innenstadt“. Es bestehe aber keine Gefahr mehr für die Bevölkerung, teilte die Polizei am Freitag mit. Auch die DPA bestätigte, dass Bereiche um den Barbarossaplatz gesperrt seien.
Nach der Messerattacke hat die Polizei zur Zurückhaltung in den sozialen Netzwerken aufgerufen. „Bitte teilt keine Bilder oder Videos“, hieß es am Freitag in einem Tweet der Polizei. Sie forderte dazu auf: „Respektiert bitte die Privatsphäre der Opfer!“ In den sozialen Netzwerken gab es bereits kurz nach dem Ereignis erste Videos, die angeblich das Geschehen zeigen sollen.

Bistum Würzburg betet für Opfer und Angehörige nach Messerattacke

Das Bistum Würzburg hat mit Bestürzung auf eine Messerattacke in der Würzburger Innenstadt reagiert. In einem Tweet am Freitagabend rief das Bistum zum Gebet für die Opfer und deren Angehörige auf.
Der Würzburger Bischof Franz Jung hat sich zutiefst erschüttert über die Messerattacke in der Würzburger Innenstadt mit mindestens drei Toten gezeigt. In einem Statement sprach Jung am Freitagabend von einer „abscheulichen Gewalttat“. Er sei den Opfern und deren Angehörigen im Gebet verbunden. „Ich denke in diesen Stunden an Polizei und Rettungskräfte und danke ihnen für ihren Einsatz in dieser extremen Herausforderung. Bitten wir Gott um Frieden in unserer Stadt Würzburg und in unserer Gesellschaft.“

Attacke in Würzburg 2016: Vier Menschen in Bahn verletzt

Vor knapp fünf Jahren, am 18. Juli 2016, waren bei einer Attacke in einer Bahn bei Würzburg vier Menschen schwer verletzt worden. Ein 17-jähriger afghanischer Flüchtling hatte mit einer Axt und einem Messer in einem Regionalzug auf dem Weg nach Würzburg die Reisenden angegriffen. Anschließend flüchtete er zu Fuß, attackierte eine Spaziergängerin und wurde schließlich von Polizisten erschossen.