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Dalai Lama bei Besuch in Hessen umjubelt

Der vierzehnte Dalai Lama, Tenzin Gyatso, geistliches Oberhaupt der Tibeter, bei seinem Besuch des Klosters in Seligenstadt.
Der vierzehnte Dalai Lama, Tenzin Gyatso, geistliches Oberhaupt der Tibeter, bei seinem Besuch des Klosters in Seligenstadt. © Foto: dapd
dapd / 22.08.2011, 17:25 Uhr
Seligenstadt/Frankfurt (Main) (dapd) Der Dalai Lama ist zum Auftakt seines dreitägigen Besuchs in Hessen am Montag in Seligenstadt betont freundlich begrüßt worden. Rund 1.000 Menschen bereiteten dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter im ehemaligen Benediktinerkloster der südhessischen Stadt einen begeisterten Empfang.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) begrüßte den Dalai Lama als "Freund Hessens". Bei einem Vortrag in der Frankfurter Universität sprach der Religionsführer am Nachmittag über Führungskultur und innere Werte und warnte vor Egoismus. Der 76-Jährige Exil-Tibeter war am Montag vor dem ehemaligen Kloster und heutigen Museum in Seligenstadt eingetroffen und hatte als erstes den Klostergarten besucht.

"Es ist wunderschön hier", sagte er im Anschluss vor der Presse. Es sei für ihn "eine große Freude und eine große Ehre", erneut in Hessen sein zu dürfen: Die Sympathie und die Freundlichkeit der Menschen berühre ihn sehr, fügte der Dalai Lama hinzu.

Er weilt auf Einladung der hessischen Landesregierung und des Landtags noch bis Mittwoch in Hessen. Höhepunkt seines Besuchsprogramms wird am Dienstag eine Rede vor dem Wiesbadener Landtag sein, am Mittwoch besucht der hohe Gast noch eine Blindenschule in Friedberg.

Gegen den Besuch hatte vergangene Woche der chinesische Generalkonsul in der Staatskanzlei und im Landtag protestiert. Es seien "die üblichen Unmutsäußerungen" gefallen, sagte ein Mitarbeiter der Staatskanzlei. Folgen für den Besuch oder seinen Ablauf habe das aber nicht.

Es sei durchaus möglich, "enge Beziehungen zu den Menschen von Tibet zu haben und zugleich gute Beziehungen zu China", betonte Bouffier denn auch ausdrücklich am Montag beim Besuch der Frankfurter Universität. " Der Dalai Lama stehe weltweit für Gewaltlosigkeit und den Ausgleich zwischen den Religionen, hatte der Regierungschef schon zuvor in Seligenstadt gesagt.

"Der Dalai Lama ist eine Persönlichkeit, die in der ganzen Welt Menschen bewegt und der ein Vorbild ist in seinem gewaltlosen Kampf für die religiöse und autonome Eigenständigkeit des tibetischen Volkes", betonte Bouffier. Er wünsche dem Friedensnobelpreisträger, der auch Träger des Hessischen Friedenspreises ist, dass er mit seinem friedlichen Streben für die Autonomie seines tibetischen Volkes Erfolg habe. Der Ministerpräsident trat damit auch bei der Unterstützung für Tibet in die Fußstapfen seines Vorgänger Roland Koch (CDU), der ein enger Freund des Dalai Lamas ist.

In Seligenstadt schüttelte der Exiltibeter bereitwillig Hände und gab Autogramme. Immer wieder hob er die Hände zum buddhistischen Friedensgruß über den Kopf und verteilte sogar Kusshände. Beeindruckt zeigte er sich vom Klostergarten: Das sei nicht nur ein Ort der Ruhe und Erholung, sondern auch ein Ort der praktischen medizinischen Hilfe. Das könne man von den christlichen Nonnen und Mönchen noch Lernen, unterstrich der Buddhist: "Sie beten nicht nur, sie helfen auch."

Ergriffen zeigte sich der Dalai Lama auch von dem begeisterten Empfang der deutschen Zuschauer: 1973 sei er zum ersten Mal in Deutschland gewesen, sagte der Dalai Lama, schon damals habe er große Sympathie und Freundlichkeit erlebt. "Sie wird immer noch größer", staunte er.

In der Frankfurter Universität riet er einigen Hundert Studenten, sich mehr auf die innere Stärke und das eigene Selbstvertrauen zu stützen. "Geld wird Euch nicht die wahre Befriedigung verschaffen", mahnte der Dalai Lama. Die derzeitige Wirtschaftskrise scheine ihm doch eins zu zeigen: "Die Ökonomie ist zu sehr ich-bezogen, die Weltsicht ist nicht ganzheitlich genug."

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