• Die Ministerpräsidenten der Länder beraten am 10. August mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen in der Pandemie.
  • Damit wird die nächste Bund-Länder-Runde vorgezogen.
  • Für diesen Tag sei eine Videokonferenz angesetzt worden.
Wie soll Deutschland in der Corona-Pandemie weiter vorgehen? Über diese Frage werden die Ministerpräsidenten der Länder am 10. August diskutieren. Sie werden sich über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie abstimmen, teilte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) und Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD) mit.

Entwicklung der Corona-Pandemie: Minister werden sich über Vorgehen abstimmen

Müller hatte kurz zuvor angesichts der steigenden Infektionszahlen erklärt, dass der Korridor enger werde, in dem der gegenwärtigen Entwicklung noch wirksam entgegengewirkt werden könne. Er und andere Regierungschefs hatten ein zügiges Handeln und eine schnelle Beratung der Ministerpräsidenten gefordert. Diese werde nun am übernächsten Dienstag in gewohnter Form mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Videoschaltkonferenz stattfinden, hieß es. Ursprünglich war die nächste MPK für Ende August geplant.

Steigende Infektionszahlen und Sorge vor Reiserückkehrer: Länder drängen zu Treffen

Wie die Tagesschau bereits berichtete, haben einige Länder bereits darauf gedrängt, dass es zu einem baldigen Bund-Länder-Treffen kommt. Die Corona-Zahlen steigen, die Impfbereitschaft ist niedriger geworden und mit dem Ende der Sommerferien in manchen Bundesländern kehren viele Deutsche aus dem Urlaub zurück.
Michael Müller wünscht sich für Reiserückkehrer einheitliche Regeln.

Zukünftige Strategie in Corona-Krise

Bereits für diesen Dienstag war eine Schaltkonferenz der Unions-geführten Länder einberufen worden, in der es ebenfalls um die künftige Strategie in der Corona-Pandemie gehen sollte. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte vor Beginn des Gesprächs, der entscheidende Ansatz sei seiner Meinung nach, dass Geimpfte mehr Möglichkeiten und Freiheiten wiedererlangen. Er forderte zugleich eine „klare Linie" der Regierungschefs und -chefinnen für das weitere Vorgehen.

Breitere Corona-Testpflichten für Urlaubsrückkehrer geplant

Zum Schutz vor einer Corona-Ausbreitung nach den Sommerferien müssen sich Urlauber auf erweiterte Testpflichten bei der Rückkehr nach Deutschland gefasst machen. Die Bundesregierung stimmt derzeit eine vorgesehene Neuregelung ab, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Dienstag sagte. Ressortchef Jens Spahn (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) streben eine schnelle Ausweitung der Testpflichten an - es gibt aber noch Diskussionen. Die Reisebranche rief Urlauber auf, sich impfen zu lassen.

Corona-Test nach Urlaub – unabhängig von Risikogebiet-Einstufung?

Nach Vorstellungen Spahns und Seehofers sollte künftig grundsätzlich ein Test verlangt werden, also nicht nur für Hochinzidenzgebiete wie Spanien. Egal, von wo und mit welchen Verkehrsmitteln man kommt - also etwa auch mit dem Auto aus Nachbarländern.

Seehofer fordert Test für alle ungeimpften Reiserückkehrer

Seehofer sagte der „Bild“-Zeitung (Mittwoch): „Wir müssen alles tun, um eine vierte Welle zu verhindern. Dazu gehört auch, dass Reiserückkehrer künftig bei jeder Einreise einen negativen Corona-Test haben.“ Im Individualverkehr solle dies „stichpunktartig im Rahmen der Schleierfahndung“ überprüft werden. Stationäre Grenzkontrollen werde es nicht geben. „Wer nachweislich geimpft oder genesen ist, braucht natürlich keinen Test“.

Geänderte Einreiseverordnung ab Mittwoch, 28.08.2021

An diesem Mittwoch tritt schon eine geänderte Einreiseverordnung in Kraft. Da es zu der von Spahn und Seehofer geplanten Regelung keine Einigkeit gab, werden im Wesentlichen die bestehenden Regelungen bis vorerst 10. September verlängert. Eine Erleichterung gibt es für Einreisende aus Virusvariantengebieten, in denen besorgniserregende Virusformen kursieren. Bisher müssen auch Genesene und Geimpfte, die von dort zurückkommen, für 14 Tage in Quarantäne. Künftig kann diese generell vorzeitig beendet werden, wenn die Region noch während der Quarantänezeit nicht mehr als Virusvariantengebiet eingestuft wird.