Die Corona-Zahlen steigen im Herbst fast überall, sodass die Bundesländer wieder strengere Maßnahmen und Regeln beschließen. Die Inzidenzen liegen bei Kindern und Jugendlichen besonders hoch. Bei den neu beschlossenen Maßnahmen liegt der Fokus vor allem auf Ungeimpften – wozu auch die meisten Kinder gehören. Noch dürfen Kinder unter zwölf Jahren in Deutschland keine Corona-Impfung bekommen.
  • Welche Corona-Maßnahmen gelten für Kinder? Sind sie bundeseinheitlich?
  • Wann und wie oft müssen sich Kinder testen lassen?
  • Reicht ein Schnelltest oder brauchen Kinder einen PCR-Test?

Tests für Kinder: PCR-Test oder Schnelltest?

Seit dem 11. Oktober sind Corona-Tests nicht mehr kostenfrei, sondern müssen bezahlt werden. Das gilt jedoch nicht für Kinder unter zwölf Jahren, die noch kein Impfangebot bekommen haben. Für Kinder von 12 bis 17 Jahren gibt es ein Impfangebot – aber noch nicht so lange, wie für Erwachsene. Deshalb bekommt diese Gruppe noch bis 31. Dezember kostenlose Corona-Tests.
In allen Bundesländern müssen Kinder regelmäßige Schnelltests machen, um zur Schule zu gehen. Es gibt leichte Abweichungen zwischen den Ländern: In einigen müssen Kinder zwei Tests, in anderen drei pro Woche machen. Fast überall entfällt die Testpflicht für Kinder dann, wenn sie geimpft oder genesen sind.
Bei den Tests handelt es sich in der Regel um Schnelltests – für manche Grundschulkinder gibt es aber auch die sogenannten Lolli-Tests. Dabei lutschen Kinder 30 Sekunden lang an einem Abstrichtupfer, der später wie ein PCR-Test ausgewertet wird. Diese Tests werden in Bayern, Bremen und im Saarland angewendet.

Kinder und 2G: Brauchen Kinder einen negativen Test?

In allen Bundesländern sind Kinder unter sechs Jahren generell von der Testpflicht befreit. Sie gelten quasi automatisch als negativ getestet. Für Kinder ab dem 6. Geburtstag, die noch keine Impfung bekommen haben, muss in den meisten Bundesländern bei Anwendung der 3G-Regel auch kein gesonderter Test her. Denn: Schulpflichtige Kinder werden in ihren Einrichtungen regelmäßig getestet. Als Nachweis reicht also der Schülerausweis.
In Sachen 2G kann es Unterschiede geben, aber eigentlich gilt: Kinder sind von 2G ausgenommen. Zwischen den Bundesländern gibt es lediglich im Alter Abweichungen. In manchen Ländern, wie z.B. in Sachsen, sind Kinder bis zum sechsten Lebensjahr von 2G ausgenommen. Zwischen sechs und zwölf Jahren ist der Zugang zu 2G-Orten dann nur mit Test möglich. In anderen Ländern, wie in Brandenburg, sind alle Kinder unter zwölf von 2G ausgeschlossen.
In Berlin wollte die Landesregierung im September ein 2G-Modell ohne Ausnahmen einführen – das hätte bedeutet, dass Kinder keinen Zutritt zu 2G-Lokalen gehabt hätten. Nach scharfer Kritik ist das aber nicht umgesetzt worden.

Kinder und Masken: Sind Kinder von der Maskenpflicht befreit?

Auch hier gibt es regionale Unterschiede. Aber meistens sind Kinder unter sechs Jahren vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes befreit. Ob Kinder ab sechs Jahren zum Beispiel in der Schule und im Unterricht eine Maske tragen müssen, regeln die Bundesländer je nach Infektionsgeschehen. Kinder über sechs Jahren müssen aber genauso wie Erwachsene z.B. im ÖPNV oder im Einzelhandel eine Maske tragen.
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin weist darauf hin, dass FFP-Masken für Kinder unter zwölf Jahren nicht geeignet sind. Sie decken den Mund-Nasen-Raum in der Regel nicht richtig ab und schützen somit nicht vor einer Verbreitung des Corona-Virus. Es gibt zwar Masken, die als FFP2-Masken für Kinder verkauft werden – diese werden aber von Experten nicht empfohlen. Stattdessen sollten Kinder eine OP-Maske tragen.

Corona-Impfungen für Kinder: Wann werden jüngere Kinder geimpft?

Seit August gibt es für Kinder über zwölf Jahren eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko). Seitdem sind in der Altersgruppe 12- bis 17-Jährige 46,2 Prozent erstgeimpft, 41,6 Prozent haben beide Impfungen erhalten (Stand: 31. Oktober).
Für jüngere Kinder gibt es in den USA eine Impfempfehlung mit dem Impfstoff Biontech/Pfizer. Seit Anfang November werden fünf- bis Elfjährige dort also gegen Corona geimpft.
In Deutschland gibt es noch keine Impfzulassung für unter Zwölfjährige. Die Stiko könnte aber in den nächsten Wochen eine Empfehlung aussprechen.

Maskenpflicht im Unterricht: Debatte kocht wieder hoch

In einigen Bundesländern, wie Bayern, Baden-Württemberg und auch Sachsen sollte die Pflicht zum Tragen einer Maske im Schulunterricht wieder fallen oder war schon weggefallen. Mit den steigenden Inzidenzen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen keimt die Debatte um die Maskenpflicht in Schulen wieder auf. In Baden-Württemberg fordern Schüler, Eltern und mehrere Lehrerverbände angesichts der steigenden Zahl von Corona-Fällen an Schulen die Maskenpflicht bereits von der kommenden Woche an zurück. In Sachsen müssen Schülerinnen und Schüler weiterhin Masken im Unterricht tragen, nachdem die sogenannte Vorwarnstufe ausgerufen wurde.
In Baden-Württemberg würde die Maskenpflicht im Unterricht erst dann wieder greifen, wenn die Alarmstufe ausgerufen würde.