• Über Monate sanken die Corona-Zahlen in Deutschland kontinuierlich. Doch seit mehr als vier Wochen steigen sie und auch die Inzidenz wieder an – merklich, wenngleich noch immer auf niedrigem Niveau im Vergleich zu anderen Ländern Europas. Dennoch stellen sich viele Menschen in der Bundesrepublik die Frage: Droht eine vierte Welle – bedingt durch die weitere Ausbreitung der Delta-Variante oder etwa auch durch eine stärker werdende Lambda-Avriante des Coronavirus? Die Politik jedenfalls zeigt sich in den vergangenen Tagen alarmiert und zieht den Corona-Gipfel von Bund und Ländern auf den 10. August vor, um über das weitere Vorgehen mit Blick Richtung Herbst und Winter zu beraten. Mehrere Bundesländer ebenso wie Gesundheitsminister Spahn planen wohl einschränkende Corona-Regeln für nicht-geimpfte Erwachsene ab Herbst.

Corona-Zahlen Deutschland aktuell: Inzidenz, Neuinfektionen und Impfquote am 07.08.2021

Zwei Faktoren zur Beurteilung der aktuellen Lage sind die Zahl der Neuinfektionen und die Sieben-Tage-Inzidenz. Sie war lange Zeit ein wesentlicher Maßstab und Grundlage für Entscheidungen. Die 7-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieser Zeitspanne an. Die Entwicklung der Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Experten und die Regierung, ob Corona-Regeln verschärft oder gelockert werden, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. Das Land Baden-Württemberg etwa plant darüber hinaus, der Zahl der Geimpften und Ungeimpften im Vergleich zur Inzidenz ein höheres Gewicht zu geben.
Die Corona-Zahlen für Deutschland heute – Samstag, 07.08.2021 – im Überblick:
  • Sieben-Tage-Inzidenz: 21,2 (Vortag: 20,4; Vorwoche: 16,9)
  • Neuinfektionen heute: 3206
  • Infektionen gesamt: 3.787.639
  • Neue Todesfälle: 24
  • Todesfälle gesamt: 91.778
  • Impfquote (Erstimpfung): 62,2 Prozent
  • Impfquote (vollständig geimpft): 54,1 Prozent (Quelle: impfdashboard.de)
„Zeit Online“ meldete 3370 Neuinfektionen. Das wären 785 Neuinfektionen mehr als am selben Tag der Vorowche. Zudem hat es dem Bericht von „Zeit Online“ zufolge 18 Todesfälle binnen 24 Stunden gegeben, was im Vergleich zum Vorwochen-Tag sechs weniger wären. „Zeit Online“ bezieht seine Zahlen eigenen Angaben nach direkt von den Landkreisen und kreisfreien Städten und soll somit weniger von verzögerten Meldeketten betroffen sein als etwa das Robert Koch-Institut. Die Zahlen können daher voneinander abweichen.

Aktuelle Inzidenz der einzelnen Bundesländer – die Coronazahlen für Deutschland

Die Inzidenzen steigen in ganz Deutschland stetig an. Ein Blick auf die Corona-Zahlen der einzelnen deutschen Bundesländer: Wo ist der Inzidenzwert aktuell am höchsten und wo am niedrigsten?
  • 41,1 – Hamburg
  • 38,4 – Schleswig-Holstein
  • 36,6 – Berlin
  • 32,5 – Saarland
  • 31,3 – Nordrhein-Westfalen
  • 26,0 – Bremen
  • 20,3 – Hessen
  • 20,3 – Rheinland-Pfalz
  • 17,9 – Niedersachsen
  • 16,4 – Mecklenburg-Vorpommern
  • 15,8 – Baden-Württemberg
  • 14,2 – Bayern
  • 11,5 – Brandenburg
  • 7,5 – Sachsen-Anhalt
  • 7,0 – Thüringen
  • 6,7 – Sachsen

Corona-Inzidenz und Neuinfektionen gestern und vor einer Woche

Gestern hatte das RKI für Deutschland 3448 Neuinfektionen  binnen 24 Stunden gemeldet. Vor einer Woche, am Samstag, 31.07.2021, waren 2400 Neuinfektionen gemeldet worden.
Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte es in Deutschland am 26. April 2021 mit einem Wert von 169,3 gegeben. Danach war sie – von wenigen Ausnahmen abgesehen – stetig gesunken. Den Tiefststand erreichte sie am 6. Juli. Da lag die Inzidenz bei 4,9. Nun steigen die Zahlen und die Inzidenz seitdem wieder, aufgrund der neuen Delta-Variante. Sie sind aber aktuell – im Vergleich zu anderen Ländern Europas – weiterhin auf niedrigem Niveau.

RKI zu Corona-Zahlen: Neuinfektionen und Inzidenz steigen in diesem Jahr früher als 2020

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in diesem Jahr deutlich früher wieder an als im Vorjahr. Das geht aus dem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Betroffen seien vor allem jüngere Menschen, zunehmend aber auch die mittlere Altersgruppe.
Das RKI schätzt in dem Bericht die Gefährdung für die Gesundheit der noch nicht oder nur einmal gegen das Coronavirus geimpften Bevölkerung insgesamt weiter als „sehr hoch“ ein. Mittlerweile sei es wieder so, dass die Gesundheitsämter nicht mehr alle Infektionsketten nachverfolgen könnten. Zwar sei die Zahl der Infizierten, die stationär in Krankenhäusern behandelt werden müssten, bislang noch gering. Inzwischen gebe es aber auch hier eine Stagnation, wobei der Anteil der jüngeren Patientinnen und Patienten zunehme.
Das RKI wies darauf hin, dass es auch im Sommer 2020 nach einem zeitweisen Rückgang wieder einen Anstieg der Infektionszahlen gegeben habe. Allerdings sei dies im vergangenen Jahr erst etwa fünf Wochen später aufgetreten als jetzt, heißt es in dem Bericht.

Corona-Zahlen der Johns-Hopkins-Universität zu Infizierten und Toten

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet heute (Stand 6:00 Uhr) weltweit mehr als 201,6 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher knapp 4,28 Millionen Menschen. Diese drei Länder sind aktuell am stärksten betroffen:
  • USA: 35.440.488 Infizierte und 615.320 Tote
  • Indien: 31.856.757 Infizierte und 426.754 Tote
  • Brasilien: 20.066.587 Infizierte und 560.706 Tote
  • Deutschland ist weltweit auf Rang 13 nach dem Iran – mit laut JHU aktuell 3.787.639 Infizierten und
91.778 Toten.

Corona in Zahlen: RKI schätzt, dass Impfkampagne mehr als 38.000 Tote verhindert hat

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus hat laut einer Modellrechnung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland geschätzt Tausende Todesfälle verhindert. „Unsere hier präsentierten Daten belegen den überragenden Nutzen der Covid-19-Impfung bereits in den ersten 6,5 Monaten der Impfkampagne in Deutschland 2021“, schreiben die Autoren der am Freitag veröffentlichten Analyse. Daraus ergebe sich, dass im Verlauf der dritten Corona-Welle geschätzt 38.300 Todesfälle verhindert wurden. Die Zahl der verhinderten Meldefälle wird auf über 706.000 beziffert, die der stationären Patienten auf mehr als 76.600, die der Patienten auf Intensivstation auf knapp 20.000.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.