• Der Anspruch auf Urlaub ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Eine europäische verbindliche Richtlinie untermauert dies.
  • Danach haben Arbeitnehmer einen Mindesturlaubsanspruch von 24 Werktagen, ohne gesetzliche Feiertage.
  • Dieser berechnet sich nach einer Sechs-Tage-Arbeitswoche. Arbeite ich an weniger Tagen in der Woche, die meisten wohl an fünf Tagen, reduziert sich der Anspruch entsprechend, z.B. auf 20 Arbeitstage.
  • Ziel ist es, dass jeder Arbeitnehmer im Kalenderjahr mindestens vier Wochen frei hat, die er persönlich gestalten kann.
  • Was passiert bei einer Kündigung mit dem Urlaub?
  • Welche Regelungen gelten bei Elternzeit?
  • Was gilt bei langer Arbeitsunfähigkeit?
Urlaub entsteht erstmals anteilig, für jeden vollen Monat, den der Arbeitnehmer im Arbeitsverhältnis steht. Nach sechs Monaten ist dann der volle Urlaubsanspruch entstanden.

Mindestens zwei Wochen Erholung am Stück

Ein Teil des Urlaubs muss mindestens zwölf zusammenhängende Werktage umfassen, also zwei Wochen. Er ist auf Antrag zu gewähren, wenn nicht dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, dem entgegenstehen.
Corona-Zahlen steigen stark Neue Hürden für den Urlaub im Ausland

Berlin

Bewilligter Urlaub kann gegen den Willen des Arbeitnehmers nicht zurückgenommen werden. Andersherum er muss auch vom Arbeitnehmer genommen werden, auch wenn es ihm nicht mehr passt. Allerdings sind Vereinbarungen zur Abänderung der zeitlichen Lage möglich und üblich.
Urlaub aus einem Kalenderjahr kann wegen durchgehender Arbeitsunfähigkeit erst mit Ablauf von 15 Monaten, also mit Ablauf des 31.3. des Folgefolgejahres seines Entstehens verfallen.
Ansonsten kann Urlaub nach Ablauf des Urlaubsjahres auch verfallen, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer förmlich und nachweisbar dazu belehrt und ihn aufgefordert hat, den Urlaub zu nehmen.

Das passiert mit dem Urlaub bei einer Kündigung

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist der (Rest-) Urlaub in der Kündigungsfrist zu gewähren. Ist das nicht möglich, ist er in Geld abzugelten. Scheidet ein Arbeitnehmer im 1. Halbjahr eines Kalenderjahres aus, steht ihm lediglich 1/12 des Urlaubsanspruches für jeden vollen Monat Beschäftigungszeit zu. Bei Ausscheiden in der 2. Jahreshälfte ist es der volle gesetzliche Jahresurlaub, sofern der Arbeitnehmer insgesamt länger als sechs Monate beschäftigt war. Dabei ist es rechtlich völlig egal, wer und wie das Arbeitsverhältnis ge-/beendet hat, also ob durch fristlose Kündigung, Aufhebungsvertrag oder Befristung. Analoges gilt für den übergesetzlichen Urlaub, sofern es keine anderslautende Regelung gibt.

Regelungen zu Urlaub und Elternzeit

Der Verfall von Urlaub, welcher wegen Inanspruchnahme von Elternzeit nicht genommen werden konnte, unterliegt einem späteren Verfall, nämlich frühestens nach Ablauf des der Arbeitsaufnahme folgenden Kalenderjahres.
*Der Autor ist Sprecher des Arbeitsgerichtes Eberswalde.