Der europäische Fußballverband UEFA hat die Beleuchtung der Münchner Allianz Arena in Regenbogenfarben am EM-Spieltag der deutschen und ungarischen Mannschaft am Mittwoch, 23.06.2021, abgelehnt. „Die UEFA ist gemäß ihrer Satzung eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieses speziellen Antrags – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen nationalen Parlaments abzielt – muss die UEFA diesen Antrag ablehnen“, teilte die Organisation in einer Pressemitteilung mit.

UEFA Vorschlag: Regenbogenfarben am Christopher-Street-Day möglich

Stattdessen hat die UEFA einen Alternativvorschlag: Die Stadt München könnte das Stadion entweder am 28. Juni, dem Christopher Street Day (CSD), oder zwischen dem 3. und 9. Juli in Regenbogenfarben beleuchten. In diesem Zeitraum findet die CSD-Woche in München statt. Allerdings sind an keinem der vorgeschlagenen Termine Spiel der Fußball-Europameisterschaft in München angesetzt. Das letzte Spiel in der Allianz-Arena findet am 2. Juli statt.
Aufgrund eines fraktionsübergreifenden Stadtratsbeschlusses hatte Münchner Oberbürgermeister Reiter die Spitzen von UEFA und Deutschem Fußballbund (DFB) aufgefordert, der Regenbogen-Beleuchtung der Allianz Arena beim EM-Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn zuzustimmen. Die Stadt wolle damit ein „weithin sichtbares Signal“ gegen die Benachteiligung von homosexuellen und transsexuellen Menschen in Ungarn setzen.

Homo- oder Transsexualität: Das ist in Ungarn künftig verboten

Hintergrund ist ein neues Gesetz, das das ungarische Parlament rund um Ministerpräsident Viktor Orbán am 15. Juni beschlossen hatte. Künftig sind in Ungarn homosexuelle Darstellungen in Büchern und Filmen, die für Jugendliche zugänglich sind, verboten. Auch in der Werbung darf Homo- oder Transsexualität nicht mehr als Teil einer Normalität gezeigt werden. In Budapest hatten tausende Menschen gegen das Gesetz demonstriert.