• Für den Impfstoff Johnson&Johnson gibt es nun einen Warnhinweis von der US-Arzneimittelbehörde FDA
  • Das seltene Guillain-Barré-Syndrom wurde in die Liste der Nebenwirkungen einer Corona-Impfung aufgenommen
  • Was ist das Guillain-Barré-Syndrom? Alle Infos zur seltenen Corona-Nebenwirkung

Was ist das Guillain-Barré-Syndrom (GBS)?

Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine seltene entzündliche Nervenerkrankung. Diese wurde von der FDA nun als Impf-Nebenwirkung beim Corona-Impfstoff Johnson and Johnson aufgeführt – es gibt einen Warnhinweis. Die Wahrscheinlichkeit, das Syndrom zu bekommen, sei jedoch insgesamt sehr gering, hieß es in entsprechenden Hinweisen, die am Montag (Ortszeit) auf der Seite der Behörde veröffentlicht wurden.
Beim GBS werden durch eine überschießende Autoimmunreaktion Nerven geschädigt, so dass sie keine Reize mehr übertragen können. GBS tritt sowohl nach bakteriellen als auch nach viralen Infekten auf. Vergleichsweise häufig wird es als Folge einer Infektion mit dem Zika-Virus beobachtet. Es gibt auch Berichte von Corona-Patienten, die nach lange einer Infektion am GBS leiden.

Johnson & Johnson Nebenwirkung: Erhöhtes Risiko für Guillain-Barré-Syndrom

Berichte deuteten auf ein erhöhtes Risiko innerhalb von 42 Tagen nach Verabreichung des Vakzins hin. Da Nebenwirkungen freiwillig gemeldet würden, sei es jedoch nicht immer möglich, „ihre Häufigkeit zuverlässig abzuschätzen oder einen kausalen Zusammenhang (mit der Impfung) herzustellen“, hieß es weiter. Es habe rund 100 vorläufige Meldungen über das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) bei Menschen gegeben, die das Mittel von Johnson & Johnson erhalten hätten, berichtete die „Washington Post“ unter Berufung auf FDA und die Gesundheitsbehörde CDC.

Guillain-Barré-Syndrom selten: Ältere Männer von Johnson & Johnson-Nebenwirkung betroffen

Bislang wurden mehr als 12,8 Millionen Dosen des Impfstoffs Johnson & Johnson landesweit gespritzt. Die Erkrankung trat demnach größtenteils innerhalb von zwei Wochen nach der Impfung auf und betraf meist ältere Männer. Die meisten Betroffenen seien vollständig genesen. 95 der rund 100 Fälle seien schwerwiegend gewesen und erforderten eine Einweisung in ein Krankenhaus.

Ein Todesfall durch Guillain-Barré-Syndrom – Biontech und Moderna kein erhörhtes Risiko

Es habe einen Todesfall gegeben, zu dem keine weiteren Details bekannt waren. Bei den vorliegenden Daten gebe es keine Hinweise auf ein ähnlich erhöhtes Risiko bei den Impfstoffen von Pfizer/Biontech und Moderna, schrieb die US-Zeitung weiter. Alle drei Mittel sind derzeit mit einer FDA-Notfallzulassung zur Verwendung in den USA freigegeben.

Johnson & Johnson Nebenwirkung: EMA prüft GBS

In anderen Regionen der Welt werde man die Informationen entsprechend der örtlichen Bestimmungen anpassen, teilte Johnson & Johnson mit. Alle Meldungen über Nebenwirkungen gebe das Unternehmen an Behörden wie FDA und die Europäische Arzneimittelagentur EMA weiter. Ende April hatten die FDA und die Gesundheitsbehörde CDC eine vorübergehende Aussetzung der Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson beschlossen, nachdem in den USA in diesem Zusammenhang mehrere Fälle von Hirnvenenthrombosen erfasst worden waren. Diese wurde einige Tage später wieder aufgehoben.