• Die Internationale Automobilausstellung IAA beginnt am Montag, 6. September 2021
  • An ihrem neuen Standort München wird das neue Konzept als Verkehrsmesse „IAA Mobility“ vorgestellt
  • Aktuelle Themen sind beispielsweise Klimawandel, Chips und Robo-Taxis
  • Vorher gab es bereits zahlreiche Proteste wie Fahrrad-Demos gegen die Messe
  • Alle Infos zu Start, Dauer, Tickets und den Corona-Regeln bei der IAA 2021 in München
Nicht nur auf dem Messegelände in München, sondern auch in der Stadt will die Automobil-Branche über Wege zur Klimaneutralität und über die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger sprechen. Das Konzept der IAA Mobility 2021 ist ganz anders, als das der Messen in Frankfurt.

IAA München löst Frankfurt 2021 ab: Keine PS-Schau mehr gewollt

Die IAA soll dieses Jahr – nach abflauendem Interesse bei der bislang letzten Ausgabe 2019 in Frankfurt – keine PS-Schau in geschlossenen Hallen mehr sein, sondern eine Messe zum Ausprobieren und Diskutieren. Jedoch ist der Erfolg des Vorhabens noch offen. Zudem fehlen wichtige Aussteller wie Toyota und Stellantis beim wichtigsten Branchentreffen. Und Umweltschützer halten auch die neue IAA für ökologisch unzeitgemäß.

Start, Termine und Tickets bei der IAA München 2021

Am Montag, dem ersten Tag, stellen sich die Hersteller und Zulieferer zunächst der Presse. Am Dienstagnachmittag soll Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Messe eröffnen. Ab dann starten auch die Präsentationen auf mehreren Plätzen mitten in München sowie Testfahrten für Besucher: Erstmals können sie auf einer IAA rund 250 neue Fahrzeuge auf Straßen und einem Autobahnteil zwischen Stadt und Messegelände probeweise fahren, darunter hochautomatisierte Wagen und solche mit Wasserstoffantrieb. Fahrräder und E-Scooter werden ebenso gezeigt und getestet. Unter den Ausstellern sind erstmals auf einer IAA rund 70 Fahrradhersteller.

Die Infos zur IAA München 2021 im Überblick:

  • Start für Besucher: Dienstag, 06.09.2021
  • Dauer: 07. bis 12. September
  • Tickets: ab 20 Euro auf der Ticket-Seite der IAA München

IAA München 2021 Corona: 3G-Regel bei der Automesse

Für den Online-Kauf aller Einzelticketarten gilt: Aufgrund der aktuellen Corona-Bestimmungen darf pro Person und Shop-Account nur ein Ticket online gekauft werden – mit Ausnahme der Familientickets. Damit soll die Personalisierung des jeweiligen Ticketinhabers möglich sein.
Der Zutritt zur den Veranstaltungsflächen ist ausschließlich für Personen zulässig, die entweder gegen Corona geimpft, genesen oder getestet sind (3G-Konzept). Es gibt nur begrenzte Testkapazitäten vor Ort. Daher empfiehlt der Veranstalter, bereits getestet anzureisen. Weitere Infos zum Schutz- und Hygienekonzept finden Sie hier.

IAA Demos und Proteste: Klimaaktivisten gegen Automesse

Klimaaktivisten haben dessen ungeachtet zu Protesten aufgerufen. Sie sehen die IAA als Autotreffen mit „grünem Deckmantel“. Zu Demos zum Abschluss am kommenden Samstag werden Zehntausende Menschen erwartet. Einige Greenpeace-Aktivisten erschienen schon am Sonntag vor der Veranstaltungshalle des VW-Konzernabends mit einem Plakat, das ein ölverschmiertes Logo des Autobauers zeigte. Ihrer Ansicht nach tut Volkswagen als riesiger Volumenhersteller – das Unternehmen ist allein für gut ein Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich – trotz des Hochlaufs der E-Mobilität und Milliardeninvestitionen nach wie vor zu wenig.

Klimawandel ist Thema auf der IAA München 2021

Die Verkehrsexpertin der Umweltorganisation, Marion Tiemann, übergab Vorstandschef Herbert Diess die Klageschrift zum Verfahren, das Greenpeace zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe in der vergangenen Woche angekündigt hatte. Gefordert wird unter anderem, dass VW spätestens 2030 gar keine Verbrenner mehr verkauft. „Der Dekarbonisierungspfad von VW ist nicht mit dem Ziel kompatibel, dass die globale Temperatur durch den Treibhauseffekt um höchstens 1,5 Grad steigen darf“, meinte Tiemann. Sie sprach mit Diess, der sich offen für eine Debatte zeigte, kurz über die Klimapolitik in verschiedenen Ländern. Der VW-Chef betonte, man tue schon viel - der Umstieg zu Öko-Energien sei aber nicht nur eine Aufgabe der Autoindustrie.
Die Klimadebatte dürfte in den nächsten Tagen aber das entscheidende Thema bleiben - neben der weiter schwächelnden Autokonjunktur und der Versorgungskrise bei wichtigen Elektronik-Bauteilen. BMW verschärfte seine Klimaziele vor der Messe noch einmal: Der CO2-Fußabdruck der Autos von den Rohstoffen bis zur Stilllegung soll bis 2030 nicht nur um 33 Prozent, sondern nun um mindestens 40 Prozent gesenkt werden.

Demos und Proteste gegen die IAA: Am Wochenende, 10.09.21, geht es los

Eine große Demo gegen die Internationale Automobilausstellung (IAA) in München, soll es am Freitag, 10. September 2021, geben. Die Klimaaktivisten kündigten auf Twitter an: „Wir crashen die Greenwashing-Party der deutschen Autoindustrie.“ Mit dabei sind unter anderem die Jungen Grünen, Extinction Rebellion und das Bündnis „NoIAA“, berichtet die Süddeutsche Zeitung aus München. Die Proteste sollen geordnet und gewaltfrei ablaufen, versichern die Organisatoren. Ziel sei es nicht, „Infrastruktur zu zerstören oder zu beschädigen“.

Automobilindustrie durch Corona Probleme bei Zulieferern

Als die Autoindustrie während der Corona-Lockdowns 2020 Bestellungen kürzte und 2021 schnell wieder erhöhte, kam es zu einem erheblichen Mangel. Zudem brannte im März eine wichtige Chipfabrik in Japan. Die Autoproduktion wurde so weltweit ausgebremst. Inzwischen sehen viele Manager die Knappheit auch grundsätzlich als strukturelles Problem. Daimler-Vorstandschef Ola Källenius erwartet etwas Entspannung, aber vorerst noch kein Ende der Halbleiter-Krise. Die jüngsten Corona-Lockdowns in Malaysia hätten Mercedes-Benz im laufenden Quartal getroffen, und „die Situation ist volatil“, sagte er am Sonntagabend in München. Er hoffe, dass es im vierten Quartal besser werde. Aber die Nachfrage nach Halbleitern werde auch nächstes Jahr höher sein als die globale Produktionskapazität. Erst 2023 dürfte es merklich besser sein.

BMW, Daimler, VW und Co. bei der IAA München 2021

BMW hatte Mercedes bei den Absatzzahlen im ersten Halbjahr überholt und will 2030 schon drei Millionen Autos verkaufen, ebenso wie Audi. Källenius sagte, für ihn sei Gewinn wichtiger als Volumen. Mercedes wolle mit guter Technik und Ästhetik Autos zu „Premiumpreisen“ verkaufen und nicht „unten rumjagen“. Auch beim autonomen Fahren überlasse man das Robotaxi gerne den Volumenherstellern. VW stellte zum IAA-Start und vor dem Verkauf des vollelektrischen Busses ID.Buzz im kommenden Jahr eine autonome Prototypen-Version des Fahrzeugs fertig. Zunächst wird die Technologie mit fünf Exemplaren getestet, ehe ab 2025 dann ein Serienbetrieb möglich sein soll.