Sachsen hat als erstes Bundesland jemals bei den Corona-Infektionen die Sieben-Tage-Inzidenz von 1000 überschritten. Am Donnerstag, 25. November meldete das Robert-Koch-Institut 11.581 Neuinfektionen und einen Inzidenzwert von 1074,6.
Damit hat Sachsen einen traurigen Meilenstein erreicht: Noch nie seit Beginn der Pandemie war die Lage in einem Bundesland so gefährlich, wie aktuell in Sachsen. Ob das Erreichen der 1000er-Inzidenz im Freistaat weitere Konsequenzen haben könnte, war zunächst nicht bekannt. Am Mittwochabend berichtete die „Bild“, dass Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) extrem besorgt sei und mit Experten und Politikern im Gespräch über einen harten Lockdown ist. Dem Bericht zufolge könnte der Lockdown bis mindestens 9. Dezember gehen und würde Schließungen von Schulen und Kitas beinhalten. Im Interview mit der Sächsischen Zeitung sagte der Ministerpräsident: „Wir haben in Sachsen als Zahl, die uns leitet, circa 3.000 Betten mit Corona-Patienten. Das ist die Zahl, die wir am 24. Dezember an der Spitze der damaligen Coronawelle hatten.“ Damit wären die Krankenhäuser überlastet. „Unsere Prognose zeigt, dass wir in Sachsen diese 3.000 Betten in den nächsten 14 Tagen erreichen.“
Seit dem 22. November gilt in Sachsen eine Notfall-Verordnung, die einem Lockdown für Ungeimpfte gleichkommt.

Corona in Sachsen: Lage von Woche zu Woche kritischer

Seit Wochen spitzt sich die Corona-Lage in Sachsen immer weiter zu. Am 22. November wurde die sogenannte „Kleeblatt-Konferenz“ aktiviert, die eine Verlegung von Patienten ermöglichen sollte. Zweck dieser Konferenz, die sich täglich oder im Zwei-Tages-Rhythmus austauscht, ist es, eine bundesweite Verlegung von Patienten zu organisieren. Dabei geht es darum, freie Plätze und geeignete Transportmittel zu finden.
Sachsen bildet gemeinsam mit Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin ein „Kleeblatt“ – zuerst sollen Patienten also in die Nachbarbundesländer verlegt werden. Ist das nicht möglich, wird im nächsten Schritt bundesweit verlegt.
In den kommenden Tagen werden Intensivpatienten aus Sachsen in andere Bundesländer verlegt. Der Freistaat hat die Verlegung von 20 Corona-Intensivpatienten beantragt, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch auf Nachfrage mitteilte. Aktuell werde geklärt, welche Erkrankten in Frage kämen, vorzugsweise aus dem Krankenhaus-Cluster Chemnitz, hieß es.
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