Beim Weltklimagipfel in Glasgow haben sich teilnehmenden Staatenvertreter und -vertreterinnen auf eine Schlusserklärung geeinigt.
Das Dokument formuliert klarer als das Pariser Klimaabkommen das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Außerdem: Zum ersten Mal beinhaltet der Hauptbeschluss einer Klimakonferenz eine Passage zur Abkehr von der Kohle. Jedoch wurde diese Passage auf Druck von Indien und China in letzter Minute abgeschwächt, wie unter anderem der Evangelische Pressedienst (epd) berichtet.

Einigung UN-Klimakonferenz in Glasgow heute: 1,5 Grad und Abkehr von der Kohle?

Am Samstagabend verkündete der britische COP26-Präsident Alok Sharma den Beschluss des "Glasgow-Klimapakts": Das Ziel, die Erderwärmung auf höchstens 1,5-Grad zu begrenzen, wurde in dem Kompromiss gestärkt. Im Abschlussbericht wird dazu betont, dass die Auswirkungen des Klimawandels bei einer Erderwärmung um 1,5 Grad viel geringer sein würden als bei einem Temperaturanstieg um zwei Grad.
Abstriche mussten bei der Abkehr von der Kohle und bei Klimahilfen für arme Staaten gemacht werden. Die Formulierung im Abschlussbericht zur Abkehr von der Kohle sei - so berichtet auch die Nachrichtenagentur AFP - in letzter Minute auf Betreiben Indiens und Chinas deutlich abgeschwächt worden. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat die Beschlüsse der Weltklimakonferenz in Glasgow dennoch als „historisch“ gewürdigt, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Es sei „etwas wirklich Weltbewegendes gelungen“, sagte die SPD-Politikerin am Samstagabend. „Es ist jetzt weltweit klar, dass es einen Ausstieg aus der Kohle geben wird und dass es ein Ende von fossilen Subventionen geben wird.“ Jetzt gehe es darum, regenerative Energien auszubauen, Moore wieder zu vernässen und Wälder wieder zu regenerieren.

Abschlussbericht Glasgow heute: Enttäuschung und Tränen bei den Klimahilfen

Auch die Vereinbarungen für Klimahilfen waren während der Konferenz umstritten und fallen laut Medienberichten nun geringer aus, als von vielen erhofft. Darüber zeigten sich Teilnehmende der Länder enttäuscht und wütend. AFP berichtet, dass sich Sharma bei den Delegierten mit den Tränen kämpfend dafür entschuldigte, wie und dass diese Last-Minute-Entscheidung zustande gekommen war. Dies tue ihm "zutiefst leid", sagte der Brite laut AFP.
Länder, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sind, sind vor allem jene des Globalen Südens. Sie kritisierten die Weigerung der Industrieländer (Globaler Norden), für bereits entstandene Schäden durch den Klimawandel endlich konkrete Hilfen zuzusagen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Abschlussbericht UN-Klimagipfel Glasgow: Was die Staaten jetzt tun müssen

Die Staaten sind nun dazu aufgerufen, ihre nationalen Klimaziele bereits bis Ende 2022 auf den Prüfstand zu stellen - drei Jahre früher als bislang geplant. Denn für das, worauf sich nun geeinigt wurde, sind diese nationalen Klimaziele unzureichend. Was noch im Bericht steht sowie die bereits genannten Punkte in der Zusammenfassung:
  • Stärkung des 1,5-Grad-Ziels
  • Abkehr von der Kohle
  • Initiativen zum Schutz des Waldes
  • Verringerung des Methangasausstoßes
  • Initiativen für emissionsfreien Straßenverkehr