• Am Samstag, 06.11.21, lag die Inzidenz bei über 280. Die Corona-Fallzahlen im Freistaat Bayern steigen weiter
  • In mehreren Landkreisen hat die Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 500 überschritten
  • Die Hospitalisierungsrate der letzten sieben Tage liegt in Bayern aktuell bei 5,3
  • Auch die Zahl der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten geht in die Höhe
  • Die bayerische Staatsregierung greift ein: Am 03.11.21 beschloss das Kabinett in Bayern die Verschärfungen der Corona-Regeln
  • Welche Beschlüsse gibt es ist zu Maskenpflicht, 2G-Regel und Krankenhaus-Ampel ?
  • Alle Infos zur überarbeiteten Verordnung auf einen Blick

Corona-Regeln Bayern: Ab wann gilt eine neue Verordnung?

Die bayerische Staatsregierung reagiert auf die drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen und hat Verschärfungen bei den Corona-Maßnahmen beschlossen. Die neue Corona-Verordnung gilt ab Samstag, 6.11.2021. Die strengeren Regeln dann einen Tag darauf, ab Sonntag. Sie bleiben bis 24.11.2021 in Kraft. Bis zu diesem Tag gilt die „epidemische Lage nationaler Tragweite“.
Das Nachbar-Bundesland Baden-Württemberg hat bereits auf die dort sehr stark steigenden Corona-Zahlen reagiert. Die Verordnung sieht bei Überschreiten des Grenzwertes von 250 Corona-Patienten auf Intensivstationen das Inkrafttreten der Warnstufe vor. Diese gilt seit 03.11.2021. Alle Infos dazu gibt es in diesem Artikel:

Krankenhaus Ampel Bayern: Gelbe Ampel bringt strengere Corona-Regeln ab Sonntag

Zur Entlastung des Gesundheitssystems mit Covid-Patienten tritt am heutigen Samstag die geänderte bayerische Corona-Verordnung in Kraft. Das Gesundheitsministerium wird sicherlich am Samstag bekanntgeben, dass die Krankenhaus-Ampel auf Gelb gesprungen sei, teilte ein Ministeriumssprecher am Freitag der Deutschen Presseagentur mit. Es sei ein Spagat zwischen Eindämmung und Ermöglichung des öffentlichen Lebens.
Ab Sonntag gelten dann neue, verschärfte Corona-Maßnahmen. Die Zahl der Covid-Intensivpatienten lag am Freitagnachmittag laut Intensivregister bei 538, also weit über der Schwelle von 450. Damit dürfte ab Sonntag überall dort, wo nicht regional ohnehin schon die rote Stufe ausgerufen wurde, eine Erhöhung des Sicherheitsstandards gelten.

Intensivbettenbelegung Bayern: Lage auf den Intensivstationen

Auf den Intensivstationen der bayerischen Krankenhäuser sind nach rasch steigenden Corona-Infektionszahlen nun landesweit mehr als 90 Prozent der Betten belegt. Kurz vor der bevorstehenden Verschärfung der Corona-Regeln an diesem Wochenende (07.11.) lagen laut Divi-Intensivregister am Donnerstagmorgen bereits 516 Covid-Patienten auf den bayerischen Intensivstationen - nahezu doppelt so viele wie vor zwei Wochen und gut 60 mehr als noch am Dienstag. Landesweit waren demnach nur noch 119 „covid-spezifische Intensivbetten“ frei - das sind Betten, die mit Beatmungsgeräten für die Schwerkranken ausgestattet sind.
Laut Intensivregister meldet die Mehrheit der bayerischen Krankenhäuser bereits Einschränkungen des regulären Betriebs auf den Intensivstationen. Zusätzlich zu schaffen macht den Kliniken der Personalmangel. Da die Infektionszahlen schnell steigen, ist für die nächsten Wochen auch ein weiterer Anstieg der Intensivpatientenzahlen zu erwarten.

Corona in Bayern: Krankenhausampel korrigiert – neuer Lockdown?

„Wir dürfen die Situation nicht schulterzuckend zur Kenntnis nehmen“, sagte Markus Söder bei der Pressekonferenz am Mittwoch. Er stellte klar: „Wir wollen keinen Lockdown“, dieser mache auch keinen Sinn. Man habe in Bayern nun zwei Prioritäten: Schule und Krankenhäuser. Die Krankenhaus-Ampel sei nachpräzisiert worden.
Söder hält den „Booster“ bei Impfungen für den besten Schutz, sagte er bei der Pressekonferenz am Mittwoch. „Es ist eine Pandemie der Ungeimpften.“ Corona sei „mit aller Macht zurück“, und zwar vor allem in den Regionen, in denen die Impfquote niedrig ist. In den Hotspots sei kein Intensivbett mehr frei. Entscheidend sei, dass neben der Behandlung von Covid-Patienten andere Operationen nicht abgesagt werden dürften.

Corona-Ampel Gelb oder Rot: Neue Regeln in Bayern im Ampel-System mit 2G und 3G-plus

Auf Nachfrage berichtet ein Sprecher des Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege: Vorgesehen sei nach der Konferenz nun unter anderem, die Krankenhausampel bei einer landesweiten Überlastung des Gesundheitswesens um eine Intensivbettenkomponente zu erweitern und mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen. Danach werde die gelbe Stufe gelten, sobald entweder in den vorangegangenen sieben Tagen landesweit mehr als 1200 Covid-19-Patienten in ein bayerisches Krankenhaus eingewiesen wurden oder – das ist neu – landesweit mehr als 450 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind. Sobald nach Feststellung des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege eine der beiden Alternativen greift, gelten landesweit die Maßnahmen der gelben Ampelstufe ab dem auf die Feststellung folgenden Tag.
Die rote Stufe gilt, sobald „landesweit mehr als 600 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt sind. Sobald dies nach Feststellung des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege der Fall ist, gelten landesweit die Maßnahmen der roten Ampelstufe ab dem auf die Feststellung folgenden Tag.“

Corona Regeln in Bayern bei gelber Krankenhaus-Ampel – Ein Überblick

Der Ministerpräsident verkündete auf der Pressekonferenz neue Maßnahmen in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Bereits bei Stufe Gelb treten zusätzlich Schutzmaßnahmen in Kraft, sagte Söder. Es werde auf FFP2-Masken umgestellt. Springt die Krankenhaus-Ampel landesweit auf Gelb, gelte statt 3G dann 3G-plus – also die Pflicht zum PCR-Test für Ungeimpfte. Aus 3G-Plus werde dann 2G, jedoch nur in Diskos, Clubs und ähnlichen Einrichtungen. Handel und ÖPNV bleiben von dieser Veränderung ausgenommen. Auch im Hochschulbereich und bei Ausbildungseinrichtungen bleibt es bei 3G.

Corona Regeln in Bayern bei roter Krankenhaus-Ampel – Ein Überblick

Springt die Krankenhaus-Ampel auf Rot, dann wird laut Söder 2G deutlich ausgeweitet. Wo die 2G-Regel gilt, gebe es dann keine Einschränkungen. Ausgenommen von der 2G-Regel sollen unter anderem ÖPNV und Handel bleiben. Auch bei der Gastronomie und bei körpernahen Dienstleistungen, etwa Friseuren, werde es bei einer 3G-plus-Regelung bleiben. Kontaktbeschränkungen, so Söder, halte man in Bayern für „nicht zielführend und nicht umsetzbar“.
Die rote Ampel greift auch in das Berufsleben ein: Mitarbeiter von Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten, die Kontakt zu anderen Menschen haben - gleich ob Kollegen, Kunden oder sonstige Personengruppen - müssen zwei Mal pro Woche einen negativen Test vorlegen, sofern sie nicht geimpft oder genesen sind (3G-Regel). Handel und Personennahverkehr sind hiervon ausgenommen.
Bayerns Landkreise forderten schon vor einigen Tagen angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen eine Neufassung der bayerischen Pandemie-Regeln. „Wir brauchen eine Regionalisierung der Krankenhausampel. Damit wäre es vor Ort möglich, die FFP2-Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und eine 3G-Plus-Regelung in Kraft zu setzen. Das bedeutet ausschließlich PCR-Test“, sagte der Präsident des Bayerischen Landkreistags, Christian Bernreiter (CSU).

Corona Impfung Bayern: Mehr Infektionen im Süden trotz hoher Impfquote

In Bayern ist vor allem das Grenzgebiet zu Österreich hart getroffen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte diese Woche, es gebe nicht nur ein bundesweites, sondern auch ein bayernweites Nord-Süd-Gefälle bei den Impfquoten. Allerdings: In Landkreisen mit besonders hohen Inzidenzen liegt die Impfquote teils über dem bayerischen Schnitt.
Rätselhaft bleibt oft auch für die Behörden, wo sich so viele Menschen mit Corona anstecken. „Das Infektionsgeschehen ist diffus“, heißt es schlicht aus dem Landratsamt im Hotspot Miesbach. Kontrollieren könne man das nicht mehr, die Zahlen stiegen exponentiell. Kontakte würden nicht mehr nachverfolgt, auch Quarantäne-Anordnungen nicht mehr überprüft.

Hotspots in Bayern: Gleiche Regeln wie bei Ampelstufe Rot

Die Regelungen einer roten Krankenhaus-Ampel gelten auch für Hotspots, in denen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 300 und eine Intensivbetten-Auslastung von mehr als 80 Prozent vorherrscht. Am Mittwoch hatten bereits 27 der rund 100 Kreise und kreisfreien Städte diese Voraussetzungen erfüllt.
Die Corona-Infektionszahlen waren zuletzt in Bayern stark gestiegen. Über das Wochenende wurde ein Allzeithoch bei der Sieben-Tage-Inzidenz erreicht. Mehrere Landkreise und die Stadt Rosenheim in Oberbayern sowie der gesamte Regierungsbezirk Niederbayern hatten deshalb bereits die Notbremse gezogen und die Eindämmungsmaßnahmen in ihren Regionen verschärft.

Mehrere Landkreise in Bayern sind Corona-Hotspots: Regeln wurden verschärft

Viele bayerische Regionen gelten aber bereits als regionale Hotspots. Überall dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz bei über 300 liegt und zusätzlich die Intensivbetten im Sprengel der örtlichen Rettungsleitstelle zu mehr als 80 Prozent ausgelastet sind, gelten die Regelungen für eine rote Krankenhaus-Ampel. Flächendeckend ist dies erst der Fall, wenn die Zahl von landesweit 600 Covid-Intensivpatienten erreicht ist. Am Freitag lagen 29 Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern bei einer Inzidenz von 300 oder mehr, bundesweiter Spitzenreiter war der Kreis Miesbach mit 715,7.

Corona-Regeln Schule Bayern: Maskenpflicht in Schulen kommt zurück

Bayerns Schülerinnen und Schüler müssen sich zumindest vorübergehend wieder mit der Maske im Unterricht anfreunden. „Ab dem 8. November wird die Maskenpflicht im Unterricht und auf den sogenannten Begegnungsplätzen im Schulgebäude gelten, nicht dagegen aber unter freiem Himmel, also im Pausenhof“, erläuterte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).
Für die weiterführenden Schulen sind dann medizinische Masken vorgeschrieben, für die Grundschüler reichen Alltagsmasken. Besonders bei Kindern im Schulalter sind die Infektionszahlen extrem hoch. Piazolo appellierte zudem an die Eltern, unmittelbar vor dem ersten Schultag Selbsttests bei sich und ihren Kindern durchzuführen. Die Maskenpflicht im Unterricht war in Bayern erst Anfang Oktober aufgehoben werden.

Söder bei Pressekonferenz: 3. Impfung werde für alle nötig

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich vehement für eine flächendeckende Drittimpfung gegen das Coronavirus in Deutschland ausgesprochen. „Es macht Sinn, dass jeder einen Antikörpertest macht“, sagte Söder am Mittwoch nach einer Sitzung seines Kabinetts in München. „Am Ende wird jeder zu einer Auffrischungsimpfung kommen müssen“, fügte er hinzu. Erfahrungen etwa aus Israel zeigten, dass die Drittimpfung massive Fortschritte in der Pandemiebekämpfung bringen könne.
Es brauche jetzt dringend auch eine Abstimmung auf Bundesebene in dieser und anderen wichtigen Fragen bei der Pandemiebekämpfung. Er könne sich eine Ministerpräsidentenkonferenz oder ein anderes Gesprächsformat vorstellen, sagte Söder. „Wir müssen eine gemeinschaftliche Linie in der Corona-Bekämpfung haben.“

Welche Corona-Regeln gelten in Bayern in Pflegeheimen?

Schon bei einer gelben Krankenhaus-Ampel sollen Pflegeeinrichtungen künftig zu einem Testregime verpflichtet werden können, das für Beschäftigte und Besucher gilt. Unabhängig davon haben erste Einrichtungen in Bayern bereits Besuche unterbunden.