„So weiß ist wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie Ebenholz...“ – Der Film „Schneewittchen“, basierend auf dem gleichnamigen grimmschen Märchen ist einer der bekanntesten DDR-Märchenfilme. Die Deutsche Film AG (Defa) hat eine Vielzahl von Märchen der Brüder Grimm verfilmt, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen, darunter beispielsweise „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, „Frau Holle“ oder „Dornröschen“. Auch der Film „Schneewittchen“ aus dem Jahr 1961 wird nach wie vor jedes Jahr zur Weihnachtszeit mehrfach im Fernsehen ausgestrahlt.
  • Wann kommt Schneewittchen aus 1961 wieder im TV?
  • Wo kann man sich die Defa-Filme in voller Länge anschauen?
  • Wo wurde „Schneewittchen“ gedreht?
  • Wer sind die Schauspieler in dem DDR-Märchenfilm?

Schneewittchen: Die Sendetermine 2021 für das DDR-Märchen

Das Märchen „Schneewittchen“ lief in der diesjährigen Adventszeit bereits einmal im TV. Wer die Ausstrahlung verpasst hat, hat jedoch Glück: Der Film wird noch einmal gezeigt. Die Sendetermine im Überblick:
  • 11.12.2021 um 11:25 Uhr
  • 23.12.2021 um 16:00 Uhr im MDR
Wer die Sendung dennoch verpasst, kann den Film an mehreren Orten im Internet finden. „Schneewittchen“ gibt es in der ARD-Mediathek für Märchenfilme oder in der Mediathek des rbb in voller Länge zu sehen. Viele Filme der Defa sind in voller Länge auch auf dem YouTube-Kanal der Defa-Stiftung verfügbar.
Youtube

Youtube Der Trailer zum Defa-Film „Schneewittchen“.

Schneewittchen: Wo wurde der Film von 1961 gedreht?

Die Verfilmung des Märchens „Schneewittchen“ wurde komplett im Studio gedreht. Auch in der Grimmschen Vorlage lässt sich keine direkte geografische Konkretisierung der Handlung finden. Doch dem aufmerksamen Zuschauer wird beim Ansehen des Films eine kurze Anspielung auf das Land Sachsen auffallen, auch wenn es dieses seit 1952 mit der Abschaffung der Länder in der DDR offiziell nicht mehr gab. Als der junge König und der Jäger gezeigt werden, die beschließen, zusammen Schneewittchen zu suchen, ist im Hintergrund das sächsische Wappen mit Balkenschild und Rautenband als Sandstein-Relief zu sehen.

Die Neuverfilmung von Schneewittchen: Gedreht in Sachsen

Die Neuverfilmung des Klassikers „Schneewittchen“ erschien im Jahr 2009. Der Film beruht, wie das Original, auf dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm und entstand im Rahmen der Märchenfilm-Reihe „Acht auf einen Streich“, die das Erste im Weihnachtsprogramm 2009 erstmals ausstrahlte. Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2009 unter anderem in der Burg Kriebstein bei Waldheim in Sachsen, in der Baumannshöhle in Rübeland im Landkreis Harz und im Kloster Ilsenburg in Sachsen-Anhalt statt.

Schneewittchen: Die Besetzung des Defa-Films von 1961

Der DDR-Klassiker „Schneewittchen“ wurde von Günther Kaltofen geschrieben. Regie führte Gottfried Kolditz. Die Musik stammt von Siegfried Tiefensee. Die Rollen wurden von folgenden Schauspielerinnen und Schauspielern besetzt:
  • Schneewittchen: Doris Weikow
  • Königin: Marianne Christina Schilling
  • Junger König: Wolf-Dieter Panse
  • Jäger: Harry Hindemith
  • Kammerzofe: Steffie Spira
  • Koch: Fritz Schlegel
  • Küchenjunge: Horst Buder
  • Diener der Königin: Arno Wyzniewski
  • Reitknecht: Albert Zahn
  • Zwerg Naseweis: Fred Delmare
  • Zwerg Rumpelbold: Arthur Reppert
  • Zwerg Purzelbaum: Jochen Koeppel
  • Zwerg Packe: Georg Irmer
  • Zwerg Puck: Heinz Scholze
  • Zwerg Huckepack: Willi Scholz
  • Zwerg Pick: Horst Jonischkan

Schneewittchen von 1961: Sozialistische Erziehung mit künstlerischem Anspruch?

Auffällig an der Verfilmung von Schneewittchen aus dem Jahr 1961 ist, dass die Fleißigen und Hilfsbereiten immer das ethisch Gute repräsentieren. Die Protagonistin wird als positive Identifikationsfigur dargestellt, die gleichzeitig mit Eigenschaften wie Arbeitswilligkeit und Beflissenheit ausgestattet wird. Zum Teil gilt dies auch für die sieben Zwerge, bei denen die Königstochter Zuflucht findet. Der Regissuer Kolditz hält sich im Film an das im Volksglauben verankerte Bild von Zwergen als kleine, alte und bärtige menschenähnliche Erdgeister, die Schätze bewachen und handwerklich geschickt sind. Gleichzeitig sind die Zwerge aber auch mit Individualität und Persönlichkeit ausgestattet. So wäscht sich Puck beispielsweise ungern und Purzelbaum möchte seine Purzelbäume vorführen. Dabei wird er jedoch vom Ältesten Rumpelbold stehts mit dem Ruf nach „Ordnung!“ gehindert. Der Politikwissenschaftler und Soziologe Klaus Schroeder beschäftigt sich in seinem Buch „Der SED-Staat. Geschichte und Strukturen der DDR“ mit der Interpretation dieser Szenen. Führ ihn stellt, was hier auf den ersten Blick als humorvoller Einschub wahrgenommen werden kann, den Teil einer kollektiven Formung im Sinne des Sozialismus dar. Die Unterdrückung von Freiheit und Individualität, die hier durch das übermütige Purzelbäumeschlagen dargestellt wird, geht für ihn mit einer „Kollektiverziehung“ einher, die von autoritären Formen der Unterweisung und Belehrung („Ordnung!“) flankiert wird. „Schneewittchen“ von 1961 sieht Schroeder als Beispiel dafür, dass auch der DDR-Märchenfilm einen Weg finden musste, pädagogischem Auftrag und künstlerischem Anspruch zu vereinen.

Märchen im TV: Diese Defa-Filme gibt es noch zu Weihnachten

Rund um Weihnachten werden die beliebten Defa-Märchenfilme gerne gezeigt. Folgende Märchen kommen noch dieses Jahr im TV:
  • Die Geschichte vom kleinen Muck
  • Wer reißt denn gleich vor’m Teufel aus?
  • Alarm im Kasperletheater
  • Das Zaubermännchen
  • Das singende, klingende Bäumchen
  • Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
  • Das Feuerzeug
  • Das kalte Herz
  • Die goldene Gans
  • Frau Holle
  • Dornröschen