• Hat die derzeitige Corona-Situation Auswirkungen auf das Feiern von Silvester 2021?
  • Denn Silvester 2021 rückt näher
  • Feuerwerk, Raketen und Böllern: Viele Menschen läuten das neue Jahr gemeinsam mit lauten Krachern ein
  • Doch sind diese auch zu Neujahr 2022 erlaubt? Oder gibt es spezielle Corona-Regeln, die das verbieten?
  • Was wurde auf der Ministerpräsidentenkonferenz, auch Corona-Gipfel genannt, in dieser Frage beschlossen?

Silvester 2021: Diese Regeln könnten zwischen Weihnachten und Neujahr gelten

Am Donnerstag, 18.11.21, hat das Bund-Länder-Treffen stattgefunden. Ziel des Treffens war ein Fahrplan im Kampf gegen die 4. Corona-Welle. Bei der Ministerpräsidentenkonferenz sind einige Beschlüsse getroffen worden, mit denen die Verbreitung des Virus verlangsamt werden soll. Silvester war allerdings kein Thema. Für Donnerstag, 9. Dezember, ist eine weitere MPK angesetzt. Dann könnte es womöglich um die Regeln an Weihnachten und Silvester gehen.
Impfpflicht, 2G, 3G: Die Ergebnisse des Corona-Gipfels gibt es hier:

Corona: Sind Raketen, Böller und Feuerwerk an Silvester 2021 und Neujahr 2022 erlaubt?

Bisher gibt es keine Verordnung, die das Böllern bundesweit verbietet oder gar ein generelles Böllerverbot. Allerdings können die Städte und Gemeinden unabhängig vom Coronavirus Böller, Raketen und Feuerwerk auf bestimmten Straßen und Plätzen verbieten, zum Beispiel aus Sicherheitsgründen.
Außer Feuerwerk und Böllern sind auch Raketen an Silvester sehr beliebt. Sie formen ebenfalls bunte Muster in den Himmel.
Außer Feuerwerk und Böllern sind auch Raketen an Silvester sehr beliebt. Sie formen ebenfalls bunte Muster in den Himmel.
© Foto: Ralf Vetterle/Pixabay
Für den kommenden Silvesterabend und die Neujahrsfeiern fordern die deutschen Polizeigewerkschaften weitreichende Verbote wie im Jahr 2020. Im vergangenen Jahr wurde der Kauf von Feuerwerkskörpern in ganz Deutschland wegen der Corona-Pandemie verboten, zusätzlich richteten manche Städte Verbotszonen ein. Im Gegensatz dazu lehnt der Deutsche Städtetag flächendeckende Böller-Verbote ab.

Silvester 2020: Was galt im vergangenen Jahr?

Schon im vergangenen Jahr war es zum Jahreswechsel ruhiger als sonst: Auf vielen belebten Straßen und Plätzen durften keine Böller und Raketen gezündet werden. Wo genau, legten Städte und Gemeinden fest. Die in der Corona-Pandemie sowieso stark geforderten Krankenhäuser sollten nicht durch weitere Verletzte belastet werden. Deshalb durfte auch deutschlandweit kein Feuerwerk der Kategorie F2 verkauft werden, also kein klassisches Silvesterfeuerwerk wie Raketen, Knaller oder Batterien. Mitten im Winter-Lockdown galten zudem Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen.

Corona Regeln an Silvester: Polizei-Gewerkschaften fordern restriktive Böller-Verbote

Die Polizeigewerkschaften fordern für Silvester 2021 lokale Böllerverbote. „Wir fordern die Kommunen auf, sogenannte Böllerverbote möglichst restriktiv auszusprechen und genügend Ordnungskräfte zur Überwachung bereitzuhalten“, sagte Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Angesichts der steigenden Infektionszahlen durch Corona ist es ohnehin derzeit nicht angezeigt, sich in großen Gruppen zu treffen und die Risiken noch zu vergrößern“, argumentierte Wendt.

Böller, Feuerwerksbatterien und Alkohol gehören für viele Deutsche zu Silvester. Die Kracher verursachen aber viel Lärm und Müll. Die Polizeigewerkschaften wünschen sich wiederum wegen der Corona-Lage ein Böller-Verbot.
Böller, Feuerwerksbatterien und Alkohol gehören für viele Deutsche zu Silvester. Die Kracher verursachen aber viel Lärm und Müll. Die Polizeigewerkschaften wünschen sich wiederum wegen der Corona-Lage ein Böller-Verbot.
© Foto: Gerhard Kienzle/Pixabay

Umfrage: Mehrheit der Deutschen ist gegen privates Böllern

Einer Umfrage zufolge sind gut 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland gegen ein privates Feuerwerk in ihrer wohnlichen Umgebung. Nur rund 29 Prozent würden es befürworten, weitere 11 Prozent machten keine Angabe, wie das Meinungsforschungsinstitut YouGov am Donnerstag über die repräsentative Umfrage vom Vortag berichtete. Männer würden ein solches Feuerwerk demnach etwas häufiger befürworten als Frauen, nämlich 31 Prozent im Vergleich zu 27 Prozent.

Umwelthilfe will Feuerwerksverbot an Silvester – Licht- und Lasershows als Alternative?

Erneut hat die Initiative Deutsche Umwelthilfe (DUH) wenige Wochen vor dem 31. Dezember ein Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel und für die weitere Zukunft gefordert. Diesmal sicherte sich die Initiative Unterstützung von der Gewerkschaft der Polizei (GdP), einigen Ärzten und Tierschützern.
Daran will der Umwelthilfe-Geschäftsführer Jürgen Resch anknüpfen. „Feuerwerk zum Jahreswechsel mit Schwarzpulver muss unterbleiben.“ Als Argumente nannte er vor allem die Luftverschmutzung durch Feinstaub, die Verletzungen von Händen und Augen durch Böllerexplosionen sowie die Auswirkungen des Lärms auf Tiere. Resch forderte die Bundesregierung auf, das Sprengstoffgesetz möglichst bald zu ändern und das Silvester-Feuerwerk in diesem Jahr möglichst schnell zu verbieten. Resch lehnt Kompromisse wie große Feuerwerke an zentralen Plätzen in den Großstädten statt des privaten Feuerwerks ab. Auch ein Verbot der ganz lauten Böller sei letztlich nicht der richtige Schritt, privates Feuerwerk müsse grundsätzlich abgeschafft werden. Silvester sollte es stattdessen Licht- und Lasershows geben.

Silvester 2021: Feuerwerk kontrolliert an zentralen Orten?

Diskussionen über Böller gibt es aber seit Jahren. Kritiker führen neben der Verletzungsgefahr unter anderem den Lärm, Brände und die Umweltbelastung an - auch außerhalb Deutschlands. Amsterdam beispielsweise hat die Knallerei mittlerweile verboten. Stattdessen soll es Feuerwerkshows an zentralen Orten geben.
Ein gutes Beispiel, findet der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek: Die Entscheidung sei „unter dem Aspekt der Sicherheit total nachvollziehbar und aus unserer Sicht nachahmenswert“, sagte er der NOZ. „Niemand will den Menschen die Feierfreude an Silvester nehmen.“ Feuerwerk kontrolliert an zentralen Orten abzubrennen sei eine „sichere Alternative zur klassischen Böllerei“. Und: „Es muss ja nicht immer knallen. Eine Laser-Show mit musikalischer Untermalung ist auch eine denkbare Alternative.“

Deutscher Städtetag lehnt generelles Böller-Verbot 2021 ab

Der Deutsche Städtetag ist gegen ein generelles Verbot von Silvesterfeuerwerk. Städtetag-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ): "Ein solches Verbot ist nicht nötig." Dedy verwies auf die Tradition und sagte: "Silvesterfeuerwerk gehört für viele Menschen zum Jahreswechsel dazu."
Dennoch spreche vieles dafür, das Zünden von Knallern und Raketen nach Bedarf vor Ort einzuschränken. Wo Feuerwerk verboten werden sollte, könnten die Städte am besten vor Ort entscheiden.

Weco: Verkaufsverbot für Feuerwerk wäre Todesstoß

Ein nochmaliges Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper zu Silvester wegen der Corona-Pandemie würde der Hersteller Weco nach eigener Einschätzung nicht überstehen. Es würde „nicht nur den Todesstoß für das Eitorfer Unternehmen, sondern für die allermeisten der Branche angehörigen Firmen bedeuten“, teilte der Sprecher der Geschäftsführung, Thomas Schreiber, am Mittwoch mit. Das Verkaufsverbot 2020 hatte das Unternehmen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen in eine wirtschaftliche Krise gestürzt. Rund ein Jahr lang habe es für die gesamte Belegschaft Kurzarbeit gegeben. Der Fertigungsstandort Freiberg (Sachsen) soll geschlossen werden. Ein weiteres Werk gibt es in Kiel.

Niederlande verbieten Böller und Raketen zum Jahreswechsel

Angesichts der sehr angespannten Corona-Lage in den Niederlanden sind Böller und Raketen wegen Verletzungsgefahr auch dieses Jahr zu Silvester verboten. Das beschloss die geschäftsführende Regierung in Den Haag am Freitag, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete. Auch der Verkauf von Feuerwerkskörpern für den Privatgebrauch wurde verboten. Es gehe darum, die ohnehin überlasteten Kliniken, das Pflegepersonal und die Polizei zu schonen.
Im vergangenen Jahr, als es ebenfalls ein Feuerwerksverbot gab, sank die Zahl der durch Raketen und Böller Verletzten, die Krankenhäuser oder einen Arzt aufsuchen mussten, um 70 Prozent im Vergleich zu 2019. Wohl erlaubt bleiben von Städten organisierte Feuerwerke und kleine Feuerwerkskörper für Kinder.

Silvesterparty am New Yorker Times Square wieder mit Zuschauern

Die traditionelle Silvesterparty am New Yorker Times Square kann in diesem Jahr wieder mit Zuschauern stattfinden - allerdings müssen alle Besucher vollständig gegen das Coronavirus geimpft sein. „Silvester am Times Square wird eine unglaubliche Feier der Erholung unserer Stadt sein“, sagte Bürgermeister Bill de Blasio.
Im vergangenen Jahr war die Feier wegen der Pandemie weitgehend ins Internet verlegt worden. Auf dem berühmten Platz in Manhattan waren nur wenige Dutzend geladene Gäste anwesend, die Show - unter anderem mit der Herabsenkung eines leuchtenden Kristallballs an einem Fahnenmast zum sogenannten Ball Drop - wurde wie jedes Jahr live im Fernsehen und Internet übertragen.